„Helfen und Heilen“ ist seit über 800 Jahre das Motto des Deutschen Ordens, der mit vollständigem Namen „Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“ heißt. Ihm gehören in zahlreichen europäischen Ländern Brüder sowie Schwestern mit ewiger Profess an. Ihre Arbeit wird tatkräftig und im Gebet durch die Familiaren unterstützt, das sind Männer und Frauen, die in einem weltlichen Beruf tätig sind, aber auch Weltpriester in verschiedenen Bereichen der Seelsorge. Unter den 21 Kandidatinnen und Kandidaten, die am vergangenen Wochenende im Regensburger Dom als Familiare aufgenommen wurden, war auch der Passauer Hochschulpfarrer, Domvikar Peter Kunz. Neben ihm wurden noch zwei Priester, ein ständiger Diakon, sowie drei Frauen und vierzehn weitere Männer vom Hochmeister Pater Frank Bayard OT feierlich investiert. Domvikar Kunz zählt nun zur Komturei „An der Donau“, in der die Familiaren aus den Bistümern Passau und Regensburg zusammengefasst sind. Bereits während seines Theologiestudiums an der Universität Regensburg lernte er die dortigen Familiaren kennen. Unter den zahlreichen Gästen an diesem Wochenende war auch aus Passau die Generalassistentin des Ordens und Provinzoberin der deutschen Schwesternprovinz, Sr. Maria-Franziska Meier OT.
Was ist das Wesen des Familiaren-Institutes?
In seiner Predigt sprach Hochmeister Bayard über das Wesen des Familiaren-Institutes, dass es dabei nicht um Ämter, Titel und Insignien gehe, sondern darum, dem Glauben in der Welt ein Gesicht zu geben. Das Charisma des Ordens, „Helfen und Heilen“, ziehe sich durch die über 800-jährige Ordensgeschichte. Aufgabe sei es, Gottes Güte den Menschen erfahrbar zu machen. Familiare seinen kein bloßer Freundeskreis, kein Traditionsverein oder ein Netzwerk, sondern die gelebte Gemeinschaft der Nachfolge Jesu Christi. Bereits vor der Predigt waren die 21 Kandidatinnen und Kandidaten namentlich vom Balleimeister Thomas Jünger aufgerufen worden. Nun traten sie wiederum vor den Hochmeister, knieten nieder und legten ihr Versprechen ab, die Werke des Ordens nach besten Kräften zu unterstützen. Wie die anderen Geistlichen erhielt auch Domvikar Peter Kunz traditionsgemäß einen Schulterumhang in schwarz mit dem Ordenswappen, Mozetta genannt. Bei der Übergabe des Halskreuzes, betete der Hochmeister: „Nimm dieses Kreuz, Zeichen der Liebe Gottes und des Ordens. Wenn du es trägst, bemühe dich den Menschen ein gutes Vorbild in Wort und Werk zu sein, um damit zu erweisen, dass Gott mir Dir und in Dir ist: Dir sei es Kraft und Stärke im Leben, Trost und Zuversicht im Sterben, Ehre und Ruhm in Ewigkeit“. Domvikar Peter Kunz war es auch, der im Namen aller neuaufgenommenen Familiaren die Dankesworte sprach.
Brüder Schwestern, Familiaren
Niederlassungen der Brüder und Schwestern hat der Deutsche Orden in Deutschland und fünf weiteren Ländern. Unter den rund 1.100 Mitgliedern betreuen 80 Priesterbrüder mehr als 100.000 Gläubige in Pfarreien und Ordens-Niederlassungen. Seelsorgerische und karitative Aufgaben übernehmen die rund 60 Ordensschwestern, die auch in der Bildung und Erziehung aktiv sind. In Passau, im Nikolakloster, ist nicht nur der Sitz der deutschen Schwesternprovinz, sondern auch der Fachakademie für Sozialpädagogik und eines Kindergartens. Dazu kommen dann noch etwa 980 Familiaren in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Belgien und Italien. Die deutsche Familiaren-Ballei umfasst neun Komtureien und eine Sub-Komturei, drei davon in Bayern. Der Deutsche Orden ist in der Alten- und Behinderten, der Kinder- und Jugendhilfe tätig, und sorgt sich auch um Menschen mit Suchtproblemen.
Text: Carl Prämaßing



