Kirche vor Ort

Investitur von Domvikar Peter Kunz

Redaktion am 23.07.2026

Info Icon Foto: Carl Prämaßing

„Nimm dieses Kreuz, Zeichen der Liebe Gottes und des Ordens“

„Hel­fen und Hei­len“ ist seit über 800 Jah­re das Mot­to des Deut­schen Ordens, der mit voll­stän­di­gem Namen ​„Orden der Brü­der vom Deut­schen Haus Sankt Mari­ens in Jeru­sa­lem“ heißt. Ihm gehö­ren in zahl­rei­chen euro­päi­schen Län­dern Brü­der sowie Schwes­tern mit ewi­ger Pro­fess an. Ihre Arbeit wird tat­kräf­tig und im Gebet durch die Fami­lia­ren unter­stützt, das sind Män­ner und Frau­en, die in einem welt­li­chen Beruf tätig sind, aber auch Welt­pries­ter in ver­schie­de­nen Berei­chen der Seel­sor­ge. Unter den 21 Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten, die am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de im Regens­bur­ger Dom als Fami­lia­re auf­ge­nom­men wur­den, war auch der Pas­sau­er Hoch­schul­pfar­rer, Dom­vi­kar Peter Kunz. Neben ihm wur­den noch zwei Pries­ter, ein stän­di­ger Dia­kon, sowie drei Frau­en und vier­zehn wei­te­re Män­ner vom Hoch­meis­ter Pater Frank Bayard OT fei­er­lich inves­tiert. Dom­vi­kar Kunz zählt nun zur Kom­tu­rei ​„An der Donau“, in der die Fami­lia­ren aus den Bis­tü­mern Pas­sau und Regens­burg zusam­men­ge­fasst sind. Bereits wäh­rend sei­nes Theo­lo­gie­stu­di­ums an der Uni­ver­si­tät Regens­burg lern­te er die dor­ti­gen Fami­lia­ren ken­nen. Unter den zahl­rei­chen Gäs­ten an die­sem Wochen­en­de war auch aus Pas­sau die Gene­ral­as­sis­ten­tin des Ordens und Pro­vinz­obe­rin der deut­schen Schwes­tern­pro­vinz, Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er OT.

Was ist das Wesen des Familiaren-Institutes?

In sei­ner Pre­digt sprach Hoch­meis­ter Bayard über das Wesen des Fami­lia­ren-Insti­tu­tes, dass es dabei nicht um Ämter, Titel und Insi­gni­en gehe, son­dern dar­um, dem Glau­ben in der Welt ein Gesicht zu geben. Das Cha­ris­ma des Ordens, ​„Hel­fen und Hei­len“, zie­he sich durch die über 800-jäh­ri­ge Ordens­ge­schich­te. Auf­ga­be sei es, Got­tes Güte den Men­schen erfahr­bar zu machen. Fami­lia­re sei­nen kein blo­ßer Freun­des­kreis, kein Tra­di­ti­ons­ver­ein oder ein Netz­werk, son­dern die geleb­te Gemein­schaft der Nach­fol­ge Jesu Chris­ti. Bereits vor der Pre­digt waren die 21 Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten nament­lich vom Ball­ei­meis­ter Tho­mas Jün­ger auf­ge­ru­fen wor­den. Nun tra­ten sie wie­der­um vor den Hoch­meis­ter, knie­ten nie­der und leg­ten ihr Ver­spre­chen ab, die Wer­ke des Ordens nach bes­ten Kräf­ten zu unter­stüt­zen. Wie die ande­ren Geist­li­chen erhielt auch Dom­vi­kar Peter Kunz tra­di­ti­ons­ge­mäß einen Schul­ter­um­hang in schwarz mit dem Ordens­wap­pen, Mozet­ta genannt. Bei der Über­ga­be des Hals­kreu­zes, bete­te der Hoch­meis­ter: ​„Nimm die­ses Kreuz, Zei­chen der Lie­be Got­tes und des Ordens. Wenn du es trägst, bemü­he dich den Men­schen ein gutes Vor­bild in Wort und Werk zu sein, um damit zu erwei­sen, dass Gott mir Dir und in Dir ist: Dir sei es Kraft und Stär­ke im Leben, Trost und Zuver­sicht im Ster­ben, Ehre und Ruhm in Ewig­keit“. Dom­vi­kar Peter Kunz war es auch, der im Namen aller neu­auf­ge­nom­me­nen Fami­lia­ren die Dan­kes­wor­te sprach.

Brüder Schwestern, Familiaren

Nie­der­las­sun­gen der Brü­der und Schwes­tern hat der Deut­sche Orden in Deutsch­land und fünf wei­te­ren Län­dern. Unter den rund 1.100 Mit­glie­dern betreu­en 80 Pries­ter­brü­der mehr als 100.000 Gläu­bi­ge in Pfar­rei­en und Ordens-Nie­der­las­sun­gen. Seel­sor­ge­ri­sche und kari­ta­ti­ve Auf­ga­ben über­neh­men die rund 60 Ordens­schwes­tern, die auch in der Bil­dung und Erzie­hung aktiv sind. In Pas­sau, im Niko­laklos­ter, ist nicht nur der Sitz der deut­schen Schwes­tern­pro­vinz, son­dern auch der Fach­aka­de­mie für Sozi­al­päd­ago­gik und eines Kin­der­gar­tens. Dazu kom­men dann noch etwa 980 Fami­lia­ren in Deutsch­land, Öster­reich, Tsche­chi­en, der Slo­wa­kei, Bel­gi­en und Ita­li­en. Die deut­sche Fami­lia­ren-Ball­ei umfasst neun Kom­tu­rei­en und eine Sub-Kom­tu­rei, drei davon in Bay­ern. Der Deut­sche Orden ist in der Alten- und Behin­der­ten, der Kin­der- und Jugend­hil­fe tätig, und sorgt sich auch um Men­schen mit Suchtproblemen.

Text: Carl Prämaßing

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