Kirche vor Ort

Kapellenpilgern rund um Karlsbach

Redaktion am 17.09.2025

Info Icon Foto: Gertraud Seidl, Pilgerbegleiterin

am 16.08.2025 mit dem Pilgerstab auf wundersamen Wegen

Unter dem Mot­to: In Kapel­len beten, Kraft schöp­fen, Ruhe fin­den und Natur genie­ßen hat die Pil­ger­be­glei­te­rin Ger­traud Seidl zu einer ein­drucks­vol­len Pil­ger­ak­ti­on ein­ge­la­den. Auf einem Rund­kurs von ca. 10 Kilo­me­tern wur­den meh­re­re klei­ne Kapel­len besucht – stil­le Orte der Ein­kehr und geist­li­chen Begeg­nung. Jede Sta­ti­on bot Gele­gen­heit zum Inne­hal­ten: mit kur­zen Andach­ten, geist­li­chen Impul­sen, Gesän­gen und gemein­sa­men Gebeten.

In der St.Josef Kir­che von Karls­bach war der Aus­gangs­punkt. Ein mit Blu­men geschmück­ter Pil­ger­stab, der als Sym­bol für Füh­rung und Gemein­schaft dien­te, ging bei den zwölf Gläu­bi­gen zur Vor­stel­lungs­run­de her­um. Bereits die­ser Moment der Vor­stel­lung schuf eine beson­de­re, ver­bin­den­de Atmosphäre. 

Es folg­te ein Rück­blick über die bewe­gen­de Geschich­te der Kir­che, die im Jahr 1922 erbaut wur­de. Es waren arme und schwie­ri­ge Zei­ten nach dem ers­ten Welt­krieg. Koope­ra­tor Otto Kauf­mann war ein gan­zes Jahr auf dem Holz­bet­tel unter­wegs. Oft bis zu 15 Stun­den ging er von Ort­schaft zu Ort­schaft. In der Kir­che ist auch die ers­te Kapel­le, näm­lich eine Mari­en­ka­pel­le. Gemein­sam wur­de dort gesun­gen und gebetet. 

Dann wur­de nach Atzes­berg zur Dorf­ka­pel­le auf­ge­bro­chen. Der Weg führ­te durch schat­ti­ge Wäl­der und ange­regt unter­hal­tend lern­te man sich ken­nen — dies ist Gemein­schaft erle­ben. Geschicht­li­ches über die Erbau­ung der Dorf­ka­pel­le Atzes­berg brach­te Frau Maria Ber­ger bei.

Nun begann ein besinn­li­cher, ruhi­ger Teil des Pil­ger­we­ges. Schwei­gend geht die Grup­pe durch ein ver­träum­tes idyl­li­sches Tal, jeder in sei­nem Tem­po. Schritt für Schritt in hei­te­rer Stil­le wuchs das Bewusst­sein für die eige­nen Sin­ne: den wei­chen Wind, ein gackern­des Huhn, eine Kat­ze die uns erstaunt beob­ach­te und der küh­le rau­schen­de Wald. Dabei soll­ten alle belas­ten­den Gedan­ken aus­ge­blen­det wer­den. Kein Den­ken an die Arbeit, die Fami­lie oder Pro­ble­me. Nur so waren die Sin­ne voll im Ein­satz und dies führt zu einer ver­stärk­ten Wahr­neh­mung der natür­li­chen Umge­bung und inne­ren Ruhe. Am nächs­ten Ziel­punkt, dem soge­nann­ten Gol­de­ner Steig-Brun­nen vor der Ort­schaft Reut hiel­ten die Pil­ger inne. 

An die­ser aus­ge­wähl­ten Sta­ti­on lud Ger­traud Seidl zur Qi Gong Medi­ta­ti­on ein. Die medi­ta­ti­ven Bewe­gun­gen bringt Atem, Kör­per und Geist in Ein­klang. Jeder Atem­zug wur­de inten­siv gespürt. Nach die­ser medi­ta­ti­ven Pau­se führ­te der Weg durch die Ort­schaft Reut Rich­tung Stadlerkapelle. 

Der Ursprung und die Geschich­te die­ser klei­nen Pri­vat­ka­pel­le war für die Pil­ge­rin­nen und Pil­ger sehr inter­es­sant. Der Über­lie­fe­rung nach wur­de sie vor lan­ger Zeit aus Dank­bar­keit erbaut. Die Ver­wand­ten einer Frau, die nach schwe­rer Krank­heit durch Gebe­te über­ra­schend gesun­de­te haben die klei­ne Holz­ka­pel­le errichtet.

Nun auf hal­ber Stre­cke der Pil­ger­wan­de­rung wur­de eine Pau­se ein­ge­legt und die mit­ge­brach­ten Brot­zei­ten verzehrt.

Gestärkt gings auf Feld­we­gen wei­ter mit Fern­blick auf die Stadt Wald­kir­chen und die Höhen­zü­ge rund um den Ober­frau­en­wald. Bald war die letz­te Kapel­le in Wotz­manns­reut erreicht. Unter­wegs haben wir Stei­ne gesam­melt, die wir nun betrach­te­ten. Jeder Stein anders, so wie wir Menschen.

In der letz­ten Etap­pe ging es zurück zur Kir­che St. Josef in Karls­bach. Ein altes Pil­ger­ge­bet ende­te mit dem Pil­ger­se­gen. Die Teil­neh­men­den waren sich einig: Pil­gern berei­chert“ und der Wunsch nach Wie­der­ho­lung wur­de ausgesprochen.

Text: Ger­traud Seidl, Pilgerbegleiterin

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