Gemeinsam mit Maria Simböck und Otto Penn vom Referat Ehe Familie Kinder beschäftigten sich die Eltern an fünf Abenden mit den großen Herausforderungen, die in der Pubertät auf die Jugendlichen und die Eltern zukommen. Ein zentrales Bild, das den Kurs begleitete, war das des Basislagers, wie man es von großen Bergtouren kennt. Für Jugendliche in der Pubertät sollen die Eltern so ein Basislager sein, von dem aus sie aufbrechen können, um die Welt zu erkunden und ins Erwachsenenleben zu finden. Gleichzeitig sollen sie aber auch immer dorthin zurückkehren können, um Geborgenheit und Trost zu finden. Weil dieser Prozess von Sicherheitgeben und Loslassen oft konfliktreich ist, übten Maria Simböck und Otto Penn mit den Teilnehmern verschiedene hilfreiche Verhaltensweisen der Eltern ein.
Ein wichtiger Punkt ist dabei, den Jugendlichen und sein Verhalten zu verstehen und richtig einzuordnen. Da hilft zum einen die Rückschau in die eigene Jugend, in der man selber Grenzen ausgetestet und die Loslösung vom Elternhaus erprobt hat. Interessant ist zum andern auch der Blick in das Gehirn von Jugendlichen, das sich im Umbau befindet und deshalb anders arbeitet als das von Kindern oder Erwachsenen. Dadurch verändert sich beispielsweise das Risikoempfinden und das Schlafbedürfnis. Mit einer eindrücklichen Übung konnten die Kursteilnehmer auch nachempfinden, wie viele Stimmen und Meinungen von Lehrerinnen, Eltern, Freundinnen, Trainern… permanent auf den Jugendlichen einprasseln. Verstärkt wird dies natürlich noch durch soziale Medien auf dem Smartphone.
Hier der Radiobeitrag mit Stimmen der Teilnehmer:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Die Teilnehmer konnten auch das richtige Verhalten in schwierigen Situationen üben, wenn z.B. der Sohn nicht wie vereinbart um 22:00 Uhr nach Hause kommt, sondern erst um 23:30 Uhr. Dann kann man mit Hilfe der IRIS-Strategie (meist) einen kühlen Kopf bewahren und zusammen mit dem Jugendlichen nach einer Lösung für das Problem suchen. „Freundlich und fest“ sind dabei wichtige Merkwörter – freundlich im Ton und fest in der Haltung sollen die Eltern dabei nach Möglichkeit sein. So kann nach und nach in den Eltern das Vertrauen und im Jugendlichen die Lebenskompetenz wachsen, die er außerhalb des Elternhauses braucht.
Der größte Gewinn für alle Teilnehmer war der offene Austausch untereinander. Mit großer Liebe und tiefem Respekt für ihre Kinder schilderten sie während des Kurses immer wieder ihre Erlebnisse zu Hause, ihr Scheitern aber auch ihre Erfolge. Für alle wurde dabei spürbar, dass die Zeit der Pubertät auch für die anderen Familien herausfordernd ist. Mit „Kess erziehen: Abenteuer Pubertät“ haben sie aber wertvolle Hilfsmittel an die Hand bekommen, um gemeinsam mit ihrem Jugendlichen gut durch diese prägenden Jahre des Lebens zu gehen.
Nach der gelungenen Premiere in Niederalteich plant das Referat Ehe Familie Kinder weitere Elternkurse an anderen Orten des Bistums Passau. Diese sind auf der Homepage des Bistums zu finden oder können im Referat unter 0851/393 6101 erfragt werden.
Text: Otto Penn


