Bischof

"Es ist die Zeit der kleinen Aufbrüche"

Susanne Simperl am 21.06.2026

Info Icon Foto: Susanne Simperl/pbp

Wie kann christliche Mission heute gelingen? Wie kann Kirche missionarisch sein? Diesen Fragen ging der Kongress „Mission:is:possible“ nach, der am 19. und 20. Juni 2026 im Kongress am Park in Augsburg stattfand.

Es ist die Zeit der klei­nen Auf­brü­che!“, beton­te der Theo­lo­ge und Spre­cher Johan­nes Hartl im ers­ten Vor­trag des Abends. Mis­si­on sei auch heu­te mög­lich; vie­les gesche­he bereits in den Nach­bar­län­dern Deutsch­lands. Es gibt vie­le Men­schen, die dar­auf war­ten, dass ihr Leben durch Jesus ver­än­dert wird!“

Das gesam­te Pro­gramm mach­te die Viel­falt christ­li­cher Per­spek­ti­ven sicht­bar: Neben Impul­sen aus evan­ge­li­scher, katho­li­scher, frei­kirch­li­cher und ortho­do­xer Per­spek­ti­ve stan­den Berich­te aus mis­sio­na­ri­schen Initia­ti­ven sowie kon­kre­te Bei­spie­le gelin­gen­der Gemein­de­ar­beit im Mittelpunkt.

Ich bin sehr posi­tiv über­rascht, wie vie­le wert­vol­le und hilf­rei­che Ideen ich bis­her bekom­men habe.”

Teilnehmer der Passauer Fahrt

Ich bin sehr posi­tiv über­rascht, wie vie­le wert­vol­le und hilf­rei­che Ideen ich bis­her bekom­men habe. Und sehr dank­bar über die sehr guten Gesprä­che mit ande­ren Teil­neh­mern“, resü­mier­te ein Teil­neh­mer der Pas­sau­er Fahrt. Gemein­sam mit rund 35 Gläu­bi­gen aus dem Bis­tum Pas­sau nahm sie am Kon­gress teil. Das Refe­rat Neue­van­ge­li­sie­rung orga­ni­sier­te eine gemein­sa­me Bus­fahrt dort­hin. Neben haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern der Diö­ze­se waren vie­le Enga­gier­te aus den Pfar­rei­en dabei, die sich beim Kon­gress inspi­rie­ren las­sen woll­ten für ihr Enga­ge­ment vor Ort.

Wie mis­sio­na­ri­sches Christ­sein aus einer leben­di­gen Got­tes­be­zie­hung her­aus erwach­sen kann, the­ma­ti­sier­te der Pas­sau­er Bischof Ste­fan Oster in sei­nem Vor­trag Betend zugrun­de gehen – Über einen kon­tem­pla­ti­ven Lebens­stil“. Dabei sei ein kon­tem­pla­ti­ver Lebens­stil eine inne­re Vor­aus­set­zung für die Begeg­nung mit Gott. 

Oster beton­te, das Gebet sei die essen­ti­el­le Aus­drucks­form einer leben­di­gen Bezie­hung zum Schöp­fer, die jedoch ein Zurück­tre­ten des kon­trol­lie­ren­den Egos erfor­de­re: Ehr­li­ches Gebet ist ein demü­ti­ges, gedul­di­ges Zu-Grun­de-Gehen des Geschöpfs im Gegen­über zum Schöp­fer“, beton­te der Bischof. Oster ver­band das mit der Fra­ge nach der Wirk­lich­keit Got­tes: Gott sei nicht ein blo­ßer Gedan­ke, son­dern die höchs­te Wirk­lich­keit, die sich in schöp­fe­ri­scher Lebe und stän­di­ger Gegen­wart offenbare.

An der Ana­lo­gie des Zuhö­rens ver­deut­lich­te der Bischof, wie eine Hal­tung der Offen­heit und Ver­letz­lich­keit den Weg zum Grund der eige­nen See­le ebne. Inmit­ten der welt­li­chen Gebro­chen­heit las­se sich hier die Herr­lich­keit Got­tes erfah­ren, dar­aus erwach­se Frie­den. Das Vor­bild ein­fa­cher Gläu­bi­ger die­ne dabei als Inspi­ra­ti­on, den Glau­ben nicht nur intel­lek­tu­ell, son­dern als exis­ten­ti­el­le Erfah­rung anzu­neh­men. Oster deu­te­te das schließ­lich auf die Glau­bens­wei­ter­ga­be hin: Christ­li­ches Zeug­nis spei­se sich aus der per­sön­li­chen Bezie­hung zum Herrn Jesus Chris­tus und einer inne­ren Offen­heit für sein Wir­ken.
 

Das Vortrag hier zum Nachschauen:

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Der erst­mals ver­an­stal­te­te Kon­gress Mission:is:possible“ brach­te rund 1000 Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter ver­schie­de­ner christ­li­cher Kon­fes­sio­nen ein­schließ­lich Ver­tre­tern der ortho­do­xen Kir­chen zusam­men, um über neue Wege der Glau­bens­wei­ter­ga­be ins Gespräch zu kom­men. Ziel der Ver­an­stal­tung war es, Impul­se für eine Kir­che zu geben, die Men­schen heu­te unab­hän­gig von Alter, Her­kunft oder kon­fes­sio­nel­ler Prä­gung erreicht. Neben Vor­trä­gen umfasst das Pro­gramm Work­shops, Pra­xis­bei­spie­le, Stän­de und Mög­lich­kei­ten zur Ver­net­zung.

Die­ser Mis­si­ons­kon­gress ist für mich ein gro­ßer Moti­va­ti­ons­schub für mei­nen Dienst in der Pfar­rei. Beson­ders, in den Kul­tur­wan­del zu inves­tie­ren, statt in den Struk­tur­wan­del. Das heißt, ganz in Klei­nen und kon­kret, Gast­freund­schaft, Freu­de am Glau­ben und Freund­schaft zu Leben! Mut, Zeug­nis zu Geben von dem, was mein Leben zutiefst erfüllt“, resü­mier­te ein Pas­to­ral­re­fe­ren­tin aus dem Bis­tum Passau.

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Die­ser Mis­si­ons­kon­gress ist für mich ein gro­ßer Moti­va­ti­ons­schub für mei­nen Dienst in der Pfarrei.”

Pastoralreferentin aus dem Bistum Passau

Neben Alpha-Grün­der Nicky Gum­ble, Otto Neu­bau­er, Bischof Bert­ram Mei­er, Roland Wer­ner und Frau­ke Tei­chen trat auch Bischof Ste­fan Oster ein wei­te­res Mal ans Red­ner­pult. In sei­nem zwei­ten Vor­trag Wel­ches Spre­chen von Jesus ver­heißt Frucht­bar­keit?“ sprach Bischof Ste­fan Oster am Sams­tag­abend über die Her­aus­for­de­rung, heu­te glaub­wür­dig von Jesus zu spre­chen, ohne dabei in eine rein intel­lek­tu­el­le oder beleh­ren­de Rol­le zu ver­fal­len. Ent­schei­dend sei dabei nicht allein theo­lo­gi­sches Wis­sen, son­dern viel­mehr eine Hal­tung der Demut und die per­sön­li­che Erfah­rung von Ver­ge­bung. Wah­re christ­li­che Ver­kün­di­gung ent­sprin­ge nicht rhe­to­ri­scher Über­le­gen­heit, son­dern einer demü­ti­gen Begeg­nung mit dem Gekreu­zig­ten und der Erfah­rung gött­li­cher Vergebung. 

Oster warn­te davor, sich den Glau­ben anzu­eig­nen oder Jesus für die eige­ne Wir­kung zu instru­men­ta­li­sie­ren. Mensch­li­che Erkennt­nis sei statt­des­sen ein pro­zess­haf­tes Los­las­sen, das den Ande­ren nicht besit­zen wol­le, son­dern Raum für das Wir­ken Got­tes schaf­fe. Es gehe dar­um, Chris­tus in den Mit­tel­punkt zu stel­len: Er ist das Zen­trum, das mich an sich zieht – und nicht umge­kehrt.“ Eine Kul­tur der Stil­le sei dabei eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung. In ihr kön­ne das Wort Got­tes im eige­nen Inne­ren erklin­gen, anstatt von mensch­li­cher Selbst­dar­stel­lung über­tönt zu wer­den. Auf die­ser Grund­la­ge kön­ne christ­li­che Ver­kün­di­gung erwach­sen, wenn das Kreuz Chris­ti im Mit­tel­punkt stehe.

Der Vortrag hier als Video zum Nachschauen:

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Zum Trä­ger­kreis gehö­ren neben Bischof Dr. Ste­fan Oster (katho­li­scher Bischof von Pas­sau) auch Dr. Rein­hardt Schink (Vor­sit­zen­der der Evan­ge­li­schen Alli­anz), Dr. Johan­nes Hartl (Gebets­haus Augs­burg), Frank Hein­rich (Theo­lo­ge und Poli­ti­ker), Geor­gi­os Vlan­tis (ortho­do­xer Theo­lo­ge und Archon des Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel) sowie Frank Bau­er (Jugend mit einer Mis­si­on Deutsch­land), Bischof Dr. Bert­ram Mei­er (katho­li­scher Bischof von Augs­burg), Bea­te Bösche (BlueF­la­me), Mat­thi­as Bren­der (Bibel TV next mis­si­on), Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauch­holz (Theo­lo­gi­sche Refe­ren­tin der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on), Otto Neu­bau­er (Aka­de­mie für Dia­log und Evan­ge­li­sa­ti­on Wien) und Ger­hard Proß (Mit­ein­an­der für Euro­pa, CVJM Esslingen).

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