Bistum

Neue Stabsabteilung PINA

Redaktion am 19.06.2026

Info Icon Bild: Thomas König
Im Bild v.l.: Generalvikar Josef Ederer, Kanzlerin Antonia Murr (Leitung der Stabsabteilung PINA), Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Bettina Sturm (Präventionsbeauftragte), Domkapitular Offizial Claus Bittner (Bischöflicher Beauftragter für die Nachsorge), Diakon Christoph Kochmann (Bischöflicher Beauftragter für Angelegenheiten Missbrauch geistlicher Autorität).

Das Bistum will dauerhaft Strukturen etablieren, die Missbrauch und Gewalt verhindern helfen. Aus diesem Grund wurde eine neue Stabsabteilung des Generalvikars eingerichtet, in der die Fachbereiche der Prävention, der Intervention, der Nachsorge und der Aufarbeitung verortet sind.

Miss­brauch umfasst jede Form von sexu­el­ler, kör­per­li­cher oder see­li­scher Miss­hand­lung, die sehr oft mit Macht­miss­brauch ein­her­geht. Miss­brauch und Gewalt ver­let­zen die Wür­de des Men­schen und haben oft­mals lebens­lan­ge Fol­gen für die Betrof­fe­nen. Das Bis­tum sieht es als dau­er­haf­te Ver­pflich­tung an, Struk­tu­ren zu eta­blie­ren, die jeg­li­che Form von Miss­brauch und Gewalt ver­hin­dern hel­fen. Aus die­sem Grund wur­de die neue Stabs­ab­tei­lung ein­ge­rich­tet: PINA. Der Name lei­tet sich aus den Anfangs­buch­sta­ben der Fach­be­rei­che ab: Präven­ti­on, Inter­ven­ti­on, Nach­sor­ge und Aufar­bei­tung. Mit PINA folgt das Bis­tum sowohl der Emp­feh­lung der Unab­hän­gi­gen Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­si­on (UAK) und des Unab­hän­gi­gen Betrof­fe­nen­bei­ra­tes (UBB) als auch den Erkennt­nis­sen der im Dezem­ber 2025 ver­öf­fent­lich­ten Auf­ar­bei­tungs­stu­die. Im Gesetz zur Orga­ni­sa­ti­on der Stabs­ab­tei­lung ist die Grund­la­ge für die­se neue Struk­tur der Auf­ar­bei­tung geschaf­fen worden.

Dem vor­aus­ge­gan­gen waren gut fünf Jah­re, in denen die Mit­glie­der der Unab­hän­gi­gen Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­si­on im Bis­tum Pas­sau mit gro­ßer Fach­kennt­nis die his­to­risch-wis­sen­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung ange­sto­ßen und beglei­tet haben. UAK und UBB waren im Jahr 2021 von Bischof Dr. Ste­fan Oster ein­ge­setzt wor­den. Die Kern­auf­ga­be bei­der Gre­mi­en bestand in der Auf­klä­rung und Auf­ar­bei­tung nicht nur sexua­li­sier­ten Miss­brauchs­ge­sche­hens und des­sen Fol­gen auf Sei­ten betrof­fe­ner Per­so­nen im Bis­tum Pas­sau, son­dern beson­ders auch in der Erar­bei­tung von dar­aus zu zie­hen­den Kon­se­quen­zen auf der Ebe­ne sys­te­mi­scher Reformen. 

Die von der UAK in Auf­trag gege­be­ne und vom Bis­tum finan­zier­te Stu­die Sexu­el­ler Miss­brauch und kör­per­li­che Gewalt. Über­grif­fe auf Min­der­jäh­ri­ge durch katho­li­sche Geist­li­che im Bis­tum Pas­sau 1945 bis 2022 (Ver­fas­ser: Prof. Dr. Marc von Knor­ring & M.A. Anna Karo­li­ne Mat­schl) unter­such­te sexua­li­sier­te Gewalt und ande­re For­men kör­per­li­cher Miss­hand­lung im kirch­li­chen Raum des Bis­tums Pas­sau“ wis­sen­schaft­lich fun­diert und his­to­risch nach­voll­zieh­bar. Im Mit­tel­punkt stan­den nicht nur indi­vi­du­el­le Fehl­hand­lun­gen, son­dern ins­be­son­de­re struk­tu­rel­le, orga­ni­sa­to­ri­sche und kul­tu­rel­le Fak­to­ren, die Miss­brauch ermög­licht oder des­sen Auf­de­ckung erschwert haben“, erklä­ren Sieg­fried Lang, der Spre­cher des UBB, und Gui­do Poll­ak, der Vor­sit­zen­de der UAK

Beson­ders bedeut­sam sei­en die Erkennt­nis­se über die in die­sem Sin­ne nega­ti­ve Rol­le von soge­nann­ten Bystan­dern“ im fami­liä­ren, schu­li­schen und sozia­len Umfeld des Tat­ge­sche­hens. Aus der Stu­die für das Bis­tum Pas­sau und aus zahl­rei­chen ande­ren Stu­di­en und For­schungs­er­geb­nis­sen haben UAK und UBB Emp­feh­lun­gen für aus ihrer Sicht sinn­vol­le Reform­maß­nah­men ent­wi­ckelt und in den Dia­log mit den im Bis­tum ver­ant­wort­li­chen Ent­schei­dungs­trä­gern ein­ge­bracht. Mit Blick auf die aus Sicht bei­der Gre­mi­en not­wen­di­ge Wei­ter­füh­rung der Auf­ga­ben wur­de die Ein­rich­tung einer Stabs­stel­le emp­foh­len, in der die genann­ten Auf­ga­ben­be­rei­che insti­tu­tio­nell ver­an­kert wer­den soll­ten. Die Lei­tung liegt bei Kanz­le­rin Anto­nia Murr.

In der neu­en Struk­tur der Auf­ar­bei­tung nimmt der Gesamt­be­ra­ter­stab eine zen­tra­le Rol­le ein. Er ist nicht wei­sungs­ge­bun­den und in sei­ner Tätig­keit unab­hän­gig. Er ver­ant­wor­tet künf­tig die Qua­li­täts­si­che­rung und das Moni­to­ring der Stabs­ab­tei­lung PINA und ist das zen­tra­le Bera­tungs­or­gan für Bischof und Gene­ral­vi­kar in die­sem Bereich. 

Ein wich­ti­ges Anlie­gen bleibt es, Betrof­fe­nen eine Stim­me zu geben und sie auch in Zukunft in allen Belan­gen von PINA im Bis­tum Pas­sau mit­ein­zu­be­zie­hen. So haben sich auch zwei Betrof­fe­ne bereit erklärt, in dem neu gegrün­de­ten stän­di­gen Bera­ter­stab für Fra­gen von sexua­li­sier­ter und kör­per­li­cher Gewalt sowie im Gesamt­be­ra­ter­stab im Bis­tum Pas­sau mit­zu­wir­ken und sich als Stim­me der Betrof­fe­nen ein­zu­brin­gen. Dar­über hin­aus wer­den sie in Zukunft als Betrof­fe­nen­ver­tre­ter auch direkt für Betrof­fe­ne als Anlauf­stel­le zur Ver­fü­gung ste­hen und die­se auf Wunsch unter­stüt­zen und begleiten.

Nach Ansicht von Bischof Ste­fan Oster wird die Struk­tur­re­form und Ein­rich­tung der Stabs­stel­le die Anlie­gen von UAK und UBB wach­hal­ten. Mir ist es wich­tig, dass die Kir­che ein Ort wird, der mög­lichst sicher ist und wo Men­schen das Heil fin­den und nicht das Unheil“, so das Fazit des Bischofs. 

Hier finden Sie die neue Stabsabteilung PINA unter der Seite: Betroffen von Missbrauch

Betroffen von Missbrauch

Missbrauch umfasst jede Form von sexueller, körperlicher oder seelischer Misshandlung, die sehr oft mit Machtmissbrauch einhergeht.

Weitere Nachrichten

Bistumsblatt
04.09.2026

„Zur Mitte kommen“

Kapuzinerbruder Marinus Parzinger spricht im Interview über die Fahrrad-Wallfahrt am ...

Das glauben wir
04.09.2026

Reden ist Gold

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ ist ein sehr bekanntes Sprichwort, das in vielen Sprachen und…

Bistum
02.09.2026

Die Glocken schweigen

Der Passauer Stephansdom ist um eine Baustelle reicher: Die historische Domglocke „Stürmerin“ bekommt einen…

Bistum
02.09.2026

Veranstaltungsreihe: Klimaherbst Niederbayern

In einer Zeit, in der der Klimawandel eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt, ist…