Soziales

KDFB: Politischer Neujahrsempfang

Redaktion am 15.01.2026

Info Icon Foto: KDFB
Premiere für den KDFB in der Diözese Passau: Der Einladung zum ersten politischen Neujahrsempfang waren dutzende Teilnehmerinnen gefolgt. Referentin Margrét Rún Kraus sprach zum Thema „Island – wildes Land – starke Frauen: Feminismus als Anleitung zum Glücklichsein“.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau ist mit einem neuen Format in das Jahr 2026 gestartet: Im Festsaal St. Maximilian in Passau lud der Frauenbund zum politischen Neujahrsempfang ein. Damit unterstrich der KDFB sein Engagement als politischer Verband, der Lobbyarbeit für Frauen vorantreibt. Gleichzeitig bot sich die Chance zum intensiven Austausch unter gleichgesinnten Frauen, die nach echter Gleichstellung streben.

KDFB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Clau­dia Sei­bold begrüß­te fast 60 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer, dar­un­ter eini­ge akti­ve Man­dats­trä­ge­rin­nen sowie KDFB-Frau­en, die sich auf Diözesan‑, Deka­nats- und Zweig­ver­eins­ebe­ne enga­gie­ren. Mit Blick auf die Kom­mu­nal­wah­len in Bay­ern, die am 8. März 2026 und damit am Welt­frau­en­tag statt­fin­den, stell­te Sei­bold her­aus, dass die Prä­senz von Frau­en in der Kom­mu­nal­po­li­tik von gro­ßer Bedeu­tung sei. Gera­de in der Kom­mu­nal­po­li­tik geht es um The­men, die uns unmit­tel­bar betref­fen. Es gibt auf die­ser Ebe­ne also viel Gestal­tungs­po­ten­zi­al“, sag­te Sei­bold und beton­te: Demo­kra­tie braucht Enga­ge­ment und Frau­en!“ Als Mot­to für den Neu­jahrs­emp­fang hat­te der KDFB Island – wil­des Land – star­ke Frau­en: Femi­nis­mus als Anlei­tung zum Glück­lich­sein“ gewählt. Lan­ge Zeit war es für deut­sche Frau­en, die sich öffent­lich zu einem Miss­stand äußer­ten, ein unge­schrie­be­nes Gesetz, ihr State­ment mit den Wor­ten Ich bin ja kei­ne Femi­nis­tin, aber…‘ zu begin­nen. Es ist an der Zeit, den Begriff Femi­nis­mus posi­tiv und selbst­be­wusst zu ver­wen­den“, for­der­te KDFB-Bil­dungs­re­fe­ren­tin Tan­ja Kem­per und über­gab das Wort an die Refe­ren­tin des Abends: Mar­grét Rún Kraus, gebo­ren und auf­ge­wach­sen in Island, Regis­seu­rin und Vor­sit­zen­de der SPD-Frau­en in Pas­sau Stadt und Landkreis. 

Mar­grét Rún Kraus berich­te­te aus ers­ter Hand von dem legen­dä­ren Frau­en­streik der Islän­de­rin­nen, der sich im Okto­ber 2025 zum 50. Mal jähr­te. Zunächst aber schil­der­te sie die Aus­gangs­la­ge: 1970 waren im islän­di­schen Par­la­ment ledig­lich eine Frau, aber 95 Män­ner ver­tre­ten. Islän­di­sche Frau­en wur­den deut­lich schlech­ter bezahlt als Män­ner, die den­sel­ben Beruf aus­üb­ten. Zudem muss­ten sie sich ganz selbst­ver­ständ­lich um die Care­ar­beit küm­mern. Rah­men­be­din­gun­gen, die sich die Frau­en nicht län­ger gefal­len las­sen woll­ten. 1970 wur­de mit den Roten Socken“ eine über­par­tei­li­che Frau­en­be­we­gung gegrün­det. Immer wie­der mach­ten die Roten Socken“ mit auf­se­hen­er­re­gen­den und ori­gi­nel­len Aktio­nen auf sich auf­merk­sam. Bei­spiels­wei­se wur­de laut Kraus ein­mal eine Haus­frau­en­pup­pe an einen Weih­nachts­baum gekreu­zigt und durch die Stra­ßen getra­gen. Die Frau­en orga­ni­sier­ten Pro­test­mär­sche, schrie­ben Zei­tungs­ar­ti­kel und hiel­ten Vor­trä­ge – ins­be­son­de­re bei Män­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen. Die Frau­en hat­ten kei­ne Scheu, den Män­nern Femi­nis­mus bei­zu­brin­gen und waren sehr angriffs­lus­tig“, berich­te­te Kraus. Der zen­tra­le Durch­bruch, der auch inter­na­tio­nal für ein gro­ßes Medi­en­echo sorg­te, gelang 1975 mit einem Frau­en­streik, an dem fast 90 Pro­zent aller islän­di­scher Frau­en teil­nah­men – dar­un­ter auch Mar­grét Rún Kraus und ihre Mutter. 

Die Stim­mung im Land war anschlie­ßend groß­ar­tig. Weni­ge Mona­te spä­ter wur­de ein Gleich­be­rech­ti­gungs­ge­setz ver­ab­schie­det, wonach Frau­en und Män­ner in jeder Hin­sicht gleich­ge­stellt sind“, so Kraus. Aller­dings sei schnell deut­lich gewor­den, dass Gleich­stel­lung auf dem Papier noch lan­ge kei­ne Gleich­stel­lung in der Rea­li­tät bedeu­te. Des­halb wur­den die Islän­de­rin­nen nicht müde, wei­ter­hin für ihre Rech­te zu kämp­fen. Heu­te gilt Island als Mus­ter­land der Gleich­stel­lung. Der Frau­en­an­teil im Alt­hing, dem islän­di­schen Par­la­ment, liegt bei rund 47 Pro­zent. Wich­ti­ge poli­ti­sche Ämter wie das der Prä­si­den­tin, Pre­mier­mi­nis­te­rin oder der Außen- und Jus­tiz­mi­nis­te­rin sind in Frau­en­hand. Was also kön­nen deut­sche Frau­en von den Islän­de­rin­nen ler­nen? Aus mei­ner Sicht sind drei Din­ge zwin­gend not­wen­dig: Über­par­tei­lich­keit, Humor und das posi­ti­ve Inter­es­se der Pres­se.“ Kraus moti­vier­te dazu, laut, lus­tig und mit ori­gi­nel­len Ideen für die Rech­te der Frau­en zu kämp­fen. Zudem rief sie zur Teil­nah­me am bun­des­wei­ten Frau­en­streik in Deutsch­land auf, der am 9. März statt­fin­den wird. Die Pla­nun­gen für das Pro­gramm in Pas­sau sei­en bereits angelaufen. 

Ade­lin­de Grad, stell­ver­tre­ten­de KDFB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de und Vor­sit­zen­de des KDFB­Bil­dungs­werks Pas­sau, dank­te der Refe­ren­tin für ihre ermu­ti­gen­den Wor­ten und ihren unter­halt­sa­men Vor­trag. Die Frau­en dis­ku­tier­ten schließ­lich zunächst in gro­ßer Run­de und in der Fol­ge im per­sön­li­chen Gespräch sehr ange­regt über die aktu­el­le Situa­ti­on in der deut­schen Kom­mu­nal­po­li­tik, Grün­de für den Frau­en­man­gel in der Poli­tik und die Wich­tig­keit des KDFB-Auf­rufs: Frau­en wählt Frauen!“

Text: KDFB

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