Das glauben wir

Was uns noch heilig ist

Redaktion am 24.05.2026

Info Icon Foto: Wolfgang Terhörst

Unter dem Geläut der Altöttinger Kirchenglocken zogen am Pfingstsamstag gegen 9.30 Uhr tausende Teilnehmer der 197. Regensburger Diözesanwallfahrt über den Kapellplatz, vorbei am Gnadenbild Unserer Lieben Frau, um die Gnadenkapelle herum und hinab zur Basilika St. Anna. Erschöpfung, Erleichterung und Freude zugleich spiegelten sich nach 111 Kilometern Fußmarsch an drei Tagen, zum Teil bei sommerlicher Hitze.

Diö­ze­san­bi­schof Rudolf Voder­hol­zer und Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl hat­ten die Regens­bur­ger, allen vor­an Pil­ger­lei­ter Bern­hard Mei­ler mit dem eigens ins Freie gebrach­ten Gna­den­bild begrüßt. Musi­ka­lisch wur­den die Wall­fah­rer vor der Basi­li­ka von der Musik­ka­pel­le Dieß­furt in der Ober­pfalz emp­fan­gen und schwung­voll her­ein­ge­spielt zum Pil­ger­got­tes­dienst. Nach der Begrü­ßung durch Mei­ler und den Haus­herrn der Basi­li­ka, Kapu­zi­ner­pa­ter Mari­nus Par­zin­ger, über­rasch­te ein Mäd­chen­chor der Schul­stif­tung der Diö­ze­se Regens­burg die Got­tes­dienst­ge­mein­de mit einer gefühl­voll musi­ka­lisch ange­pass­ten und auf Alt­öt­ting gemünz­ten Ver­si­on des bekann­ten Rock­lie­des „(Ich will zurück nach) Wes­ter­land“ der Band Die Ärzte“. 

Bischof Rudolf Voder­hol­zer hieß die Pil­ger dann sei­ner­seits herz­lich will­kom­men am Ziel der 197. Regens­bur­ger Diö­ze­san­fuß­wall­fahrt – und blick­te zugleich vor­aus: Die­se Wall­fahrt ist zugleich die ers­te der Vor­be­rei­tungs­tri­lo­gie auf das 200. Jubi­lä­um im Jahr 2029.“ In der Tat hat sich das Lei­tungs­team im Pil­ger­ver­ein eini­ges vor­ge­nom­men, wie Pil­ger­lei­ter Bern­hard Mei­ler im Vor­feld ver­riet: So gibt es bereits ein neu­es Logo für die Wall­fahrt, eine neue Inter­net-Home­page soll noch die­ses Jahr umge­setzt wer­den, gefolgt vom einem neu­en Pil­ger­buch 2027. Die Gna­den­bild­ko­pie des Wall­fahrts­ver­eins – eine von fünf im Zwei­ten Welt­krieg beauf­trag­ten ori­gi­nal­ge­treu­en Nach­bil­dun­gen aus der Hand des Künst­lers Josef Neu­stif­ter – erhielt ein kost­ba­res, in rund hun­dert Stun­den Hand­ar­beit ange­fer­tig­tes Gewand nach dem Vor­bild des Originals.

Außer­dem wur­de in die­sem Jahr eine wei­te­re Akti­on mit Blick auf die Jubi­lä­ums­wall­fahrt 2029 gestar­tet: 14 Metall­kreu­ze, je­weils 2,30 Meter hoch und 1,50 Meter breit, sol­len ent­lang des Pil­ger­wegs auf­ge­stellt wer­den. Ein pri­va­ter Spon­sor finan­ziert die Kreu­ze, von ihm stammt auch der Ent­wurf, der mit dem Drei­pass auf der lin­ken Sei­te die bis­he­ri­ge Sym­bo­lik auf­greift, mit drei Stre­ben auf der rech­ten Sei­te, die für Glau­be, Lie­be und Hoff­nung ste­hen, auch den Weg in die Zukunft weist. Die ers­ten vier Kreu­ze ste­hen bereits an der Kir­che St. Alber­tus Magnus in Regens­burg, dem Start­punkt der Fuß­wall­fahrt sowie an den Rastor­ten Sün­ching, Fron­ten­hau­sen und Gerats­kir­chen. Das letz­te soll 2029 in Alt­öt­ting mon­tiert wer­den und den Pil­ger­weg voll­enden. Zudem sol­len Erläu­te­run­gen ange­bracht wer­den, wel­che Bedeu­tung der Ort jeweils für die Wall­fahrt hat. 

Im Zen­trum der geist­li­chen Vor­be­rei­tungs­zeit auf das Jubi­lä­um steht der drei­ei­ni­ge Gott: der Vater, der Sohn und der Hei­li­ge Geist. Wobei die Got­tes­mut­ter Maria, die wir als Toch­ter des Vaters, Mut­ter des Soh­nes und Braut des Hei­li­gen Geis­tes ehren“, dabei stets Vor­bild sein soll. In die­sem ers­ten Jahr hat das Wort aus dem Magni­fi­kat das Mot­to vor­ge­ge­ben: Sein Name ist hei­lig!“ (Lk 1,49). So hin­ter­frag­te Bischof Rudolf wäh­rend sei­ner Pre­digt den Begriff hei­lig“ als etwas, das man auf kei­nen Fall mis­sen möch­te – das aber all­zu leicht ins Belie­bi­ge abdrif­ten kön­ne: Dem einen sei die Fami­lie hei­lig, ande­ren Gesund­heit und Frie­den, wie­der ande­ren der Mit­tags­schlaf oder die Fei­er­abend­hal­be. Als größ­te Reli­gi­ons­ge­mein­schaft gel­te mit­un­ter der ADAC. Heilig‘s Blech­le!“, ent­fuhr es dem Bischof. Ähn­li­che Ver­eh­rung wer­de oft dem Fuß­ball zuteil, gera­de wie heu­er in einem Jahr der Weltmeisterschaft. 

Wer aber nur auf Irdi­sches, auf Ver­gäng­li­ches set­ze, der sei arm dran, erklär­te Voder­hol­zer. Umso dank­ba­rer sei er für das Zei­chen, das die Pil­ger auf ihrer Wall­fahrt set­zen, mit der sie den Glau­ben nach außen tra­gen und beken­nen als ein sicht­ba­res Zei­chen und ein Segen auch für vie­le Suchen­de und Fragende.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst tra­fen sich die Teil­neh­mer wie­der bei Speis und Trank zum Pil­ger­fest im Basi­li­ka-Gar­ten, bevor sich die meis­ten auf den Rück­weg mach­ten. Die Pil­ger­grup­pe Fich­tel­ge­bir­ge traf sich noch wie gewohnt um 15 Uhr zur Andacht in und vor der Gna­den­ka­pel­le und man­cher Regens­bur­ger“ beschloss die Wall­fahrt mit einer Teil­nah­me an der abend­li­chen Lichterprozession.

Text: Wolf­gang Terhörst

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