Das glauben wir

„Sonnengesang“ des Franz von Assisi

Redaktion am 30.09.2026

Info Icon Foto: Martin Göth / KI optimiert

Anlässlich des 800. Todestages (3.10.1226) des heiligen Franz von Assisi haben der Ortenburger Musiker und Komponist Martin Göth und sein Freund Pastoralreferent i.R. Paul Weininger eines der bekanntesten Gebete des Heiligen in eine neue musikalische Form gebracht: den „Sonnen-gesang“. 

Der ​„Son­nen­ge­sang“ gehört zu den bedeu­tends­ten geist­li­chen Tex­ten des Mit­tel­al­ters. Franz von Assi­si ver­fass­te ihn aller­dings nicht auf Latein, son­dern bewusst in der dama­li­gen Volks­spra­che, einer umbri­schen Sprach­form des 13. Jahr­hun­derts und damit einer frü­hen Form des Ita­lie­ni­schen. Der Son­nen­ge­sang gilt des­halb zugleich als eines der ältes­ten bedeu­ten­den Zeug­nis­se der ita­lie­ni­schen Literatur. 

Dass Fran­zis­kus nicht die dama­li­ge Gelehr­ten­spra­che Latein ver­wen­de­te, son­dern die Spra­che der ein­fa­chen Men­schen, war dabei von beson­de­rer Bedeu­tung. Sein Lob­preis soll­te ver­stan­den, wei­ter­ge­ge­ben und gesun­gen wer­den kön­nen. — An die­sem Gedan­ken knüp­fen auch Mar­tin Göth und Paul Wei­nin­ger an. Wei­nin­ger über­trug den Son­nen­ge­sang ins Deut­sche und bemüh­te sich dabei, mög­lichst nahe am ursprüng­li­chen Text und sei­ner Aus­sa­ge zu blei­ben. Göth nahm die­se Über­set­zung anschlie­ßend als Grund­la­ge für sei­ne Ver­to­nung. Ent­stan­den sind dabei zwei unter­schied­li­che musi­ka­li­sche Zugänge. 

Für Erwach­se­ne schuf Göth eine anspruchs­vol­le­re musi­ka­li­sche Fas­sung, die dem fei­er­li­chen und tief­grün­di­gen Cha­rak­ter des Son­nen­ge­sangs Rech­nung trägt. Dar­über hin­aus ent­stand ein kind­ge­rech­ter Text von Paul Wei­nin­ger, der sich am Son­nen­ge­sang ori­en­tiert und schon für Kin­der­gar­ten­kin­der geeig­net ist. Auch die­sen Text ver­ton­te der Kin­der­lie­der­ma­cher aus Orten­burg. Wie die­se Fas­sung bei den Kleins­ten ankom­men kann, hat Mar­tin Göth erst vor weni­gen Tagen bei einer sei­ner Fort­bil­dun­gen mit Kin­der­gärt­ne­rin­nen aus­pro­biert. Gemein­sam mit den Teil­neh­me­rin­nen wur­de das Lied mit einem ein­fa­chen, far­ben­fro­hen Tücher­tanz ver­bun­den. Die Freu­de und Begeis­te­rung der Erzie­he­rin­nen zeig­te, dass sich der jahr­hun­der­te­al­te Lob­preis durch­aus auf spie­le­ri­sche Wei­se in die heu­ti­ge Lebens­welt von Kin­dern über­tra­gen lässt. 

Für den Diplom­theo­lo­gen Mar­tin Göth steckt dar­in eine beson­de­re Bot­schaft: Der Son­nen­ge­sang lädt dazu ein, die Schöp­fung mit Dank­bar­keit und Stau­nen wahr­zu­neh­men – die Son­ne, Mond und Ster­ne, das Was­ser, die Erde, die Natur und das gesam­te Leben, ja sogar auch den Tod. Sein Wunsch ist des­halb, dass die­ser beson­de­re Lob­preis Got­tes, des Schöp­fers der wun­der­ba­ren Erde, auch heu­te immer wie­der von Men­schen unter­schied­li­chen Alters ange­stimmt wird. — So ver­bin­det die neue Ver­to­nung Geschich­te und Gegen­wart: Ein Gebet, das vor rund 800 Jah­ren in der Spra­che des ein­fa­chen Vol­kes ent­stand, erhält eine neue musi­ka­li­sche Stim­me – und soll dadurch auch für kom­men­de Gene­ra­tio­nen leben­dig blei­ben. Die Noten, sowie eine klei­ne Ein­füh­rung zu bei­den Son­nen­ge­sangs­ver­to­nun­gen fin­det man in dem Buch ​„Schöp­fung unterm Regen­bo­gen“, RPA-Ver­lag Lands­hut, erhält­lich im Dom­la­den Passau.

Text: Mar­tin Göth

Hier können Sie den Sonnengesang herunterladen

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