Foto: Pressestelle Bistum Regensburg
Das Bistum Passau trauert um Bischof Fritz Lobinger, der am Sonntag, den 3. August 2025, im Alter von 96 Jahren in Pretoria verstorben ist. Der gebürtige Passauer und Regensburger Diözesanpriester prägte über Jahrzehnte hinweg die katholische Kirche in Südafrika und gilt als einer der geistigen Väter der Methode des Bibel-Teilens.
1929 in Passau geboren und in Nabburg (Oberpfalz) aufgewachsen, wurde Lobinger 1955 in Regensburg zum Priester geweiht. Bereits ein Jahr später folgte er dem Ruf in die Mission und ging nach Südafrika, wo er sich tief in Kultur und Sprache – unter anderem Xhosa – integrierte. Für sein Engagement erhielt er von der Bevölkerung den Ehrentitel umGcina („Der Bewahrer“).
Besonders prägend war seine Arbeit am Lumko-Institut bei Johannesburg. Dort entwickelte er gemeinsam mit anderen Ansätzen, wie die Kirche vor Ort lebendig und gemeinschaftlich gestaltet werden kann – mit einem starken Fokus auf die Beteiligung von Laien und Frauen. Die „sieben Schritte“ des Bibel-Teilens wurden international bekannt und inspirierten kirchliche Basisgemeinschaften weit über Afrika hinaus.
„Auch wenn wir nicht alles verstehen – bei Christus spüren wir, dass Gott zu uns spricht.”
Lobinger, der sich zeitlebens entschieden gegen Rassismus und die Apartheidspolitik stellte, wurde 1988 zum Bischof von Aliwal geweiht. Auch nach seiner Emeritierung blieb er Seelsorger und Brückenbauer. In einem Interview sagte er einmal: „Auch wenn wir nicht alles verstehen – bei Christus spüren wir, dass Gott zu uns spricht. Und deshalb bleiben wir bei ihm.“
Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer würdigt ihn als „eine der bedeutendsten Gestalten des südafrikanischen Katholizismus im 20. Jahrhundert“ und betont: „Er war überzeugt, dass das in Taufe und Firmung gründende gemeinsame Priestertum aller Gläubigen gestärkt werden muss – für ein eigenverantwortliches Zeugnis und ein sprachfähiges Eintreten für den Glauben.“
„Ich danke Bischof Lobinger von ganzem Herzen für seinen leidenschaftlichen Einsatz als Priester und Bischof und bitte um das Gebet für den Verstorbenen.”
Auch missio München trauert um Bischof emeritus Fritz Lobinger: „Mit ihm ist ein großer Vordenker unserer Kirche von uns gegangen, ein Mann, die Geschwisterlichkeit aller Menschen vorgelebt, unzählige andere inspiriert hat und sich auch in der Zeit der Apartheid der Diskriminierung entschieden entgegengestellt hat, “ sagt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.
Sein letzter Weg führt zurück an den Ort seines bischöflichen Wirkens: Die Beisetzung findet am 15. August in der Kathedrale von Aliwal statt. In seiner Heimatpfarrei Nabburg wird am 9. August um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche ein Requiem gefeiert.
Quellen: Bistum Regensburg, missio München


