Bistum

In der Liebe verwurzelt – Weltgebetstag 2026

Stefanie Hintermayr am 26.04.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Gläubige und Geistliche aus dem ganzen Bistum haben am Sonntag, 26. April, in Fürstenzell mit Bischof Stefan Oster um Berufungen in der Kirche gebetet. Der diesjährige Weltgebetstag für geistliche Berufe stand unter Leitwort „In der Liebe verwurzelt“. Mit ihrem Glaubenszeugnis haben junge Menschen ihre erfüllende Berufung bekräftigt.

All­jähr­lich wird im Bis­tum Pas­sau – jeweils wech­selnd in ver­schie­de­nen Pfar­rei­en – der Welt­ge­bets­tag für geist­li­che Beru­fe gefei­ert. Heu­er orga­ni­sier­te das Team von der Beru­fungs­pas­to­ral um deren Lei­ter Dom­vi­kar Peter Kunz den Gebets­tag am 26. April in Fürs­ten­zell. Das Leit­wort: In der Lie­be ver­wur­zelt“. Neben Gläu­bi­gen aus dem gan­zen Bis­tum Pas­sau waren auch etli­che Pries­ter, Dia­ko­ne und Ordens­leu­te der Ein­la­dung gefolgt, um gemein­sam um geist­li­che Beru­fun­gen in der Kir­che von Pas­sau und – dar­über hin­aus – welt­weit zu beten. Aus­gangs­punkt war das Schul­zen­trum, wo der Sta­tio­nen­weg zur Pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt star­te­te. Hein­rich Ful­ler, Pfarr­ge­mein­de­rats­mit­glied der Pfar­rei Jäger­wirth, begrüß­te die Gebets­ge­mein­schaft zu Beginn und gab einen kur­zen Über­blick über den Pfarr­ver­band. Danach rich­te­te Peter Kunz ein kur­zes geist­li­ches Wort an die Mit­fei­ern­den und freu­te sich über deren Kom­men. Er ver­wies dar­auf, dass jede Chris­tin und jeder Christ eine Beru­fung habe und lud die Mit­fei­ern­den zum Gebet für bereits beru­fe­ne Men­schen, aber auch all jene, die noch auf der Suche sind, ein. Wie erfül­lend eine Beru­fung in der Kir­che sein kann, bekräf­tig­te dann Pries­ter­amts­kan­di­dat Chris­ti­an Eichin­ger, der Ers­te der ins­ge­samt Fünf, der sein Zeug­nis abgab. Er mein­te: Es gibt kei­ne schö­ne­re Wahr­heit, als dass der Schöp­fer des Alls sich aus Lie­be zu sei­nem Geschöpf so klein macht, dass er ihm in einem Stück Brot begegnet.“

Stationenweg und Berufungszeugnisse

Beglei­tet von den Fürs­ten­zel­ler Blä­ser unter der Lei­tung von Chris­ti­an Jün­ger führ­te der Sta­tio­nen­weg die Gebets­ge­mein­schaft vom Schul­zen­trum über das Bie­nen­haus und das Maris­ten­klos­ter schließ­lich zur Pfarr­kir­che Maria Him­mel­fahrt, der vier­ten und letz­ten Gebets­sta­ti­on. An allen Sta­tio­nen wur­de gemein­sam gebe­tet, gesun­gen und Beru­fungs­zeug­nis­se abge­ge­ben. Und an allen Sta­tio­nen berich­te­ten jun­ge Men­schen, die sich bereits im kirch­li­chen Dienst befin­den oder sich aktu­ell auf einen kirch­li­chen Beruf vor­be­rei­ten, von ihrer Beru­fung und gewähr­ten den Mit­fei­ern­den einen Ein­blick in ihr Tun. Am Ende gaben Pries­ter­amts­kan­di­dat Chris­ti­an Eichin­ger, Sebas­ti­an Albert, in Aus­bil­dung zum Stän­di­gen Dia­kon“, Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Moni­ka Schüll­ner, gott­ge­weiht im Säku­lar­in­sti­tut Not­re-Dame de Vie“, Gemein­de­re­fe­ren­tin Mag­da­le­na Deger und Sven­ja Groß, Pos­tu­lan­tin der Schwes­tern­ge­mein­schaft des Deut­schen Ordens, ihr Zeug­nis ab.

Sebas­ti­an Albert beton­te an der zwei­ten Gebets­sta­ti­on: Es tun sich Wege auf, die es zu gehen gilt, immer im Dienst von Jesus Chris­tus. Das Evan­ge­li­um zu den Men­schen brin­gen. Hier­in sehe ich mei­ne Auf­ga­be: Immer im Namen der Froh­bot­schaft und der Hil­fe des Hei­li­gen Geis­tes bei den Men­schen zu sein.“ Danach erklär­te Moni­ka Schüll­ner: Beson­ders hier in Deutsch­land erle­be ich oft eine geist­lich-spi­ri­tu­el­le Armut, eine Armut an ech­ter Bezie­hung, auch an einer leben­di­gen Chris­tus­be­zie­hung und an exis­ten­ti­el­len Glau­bens­er­fah­run­gen. Und so sind für mich die Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben und mein Beruf als Pas­to­ral­re­fe­ren­tin schließ­lich doch immer mehr eins gewor­den.“ An der drit­ten Sta­ti­on mein­te Mag­da­le­na Deger: Heu­te kann ich sagen, dass ich Gott in mei­nem Leben erfah­re. Heu­te kann ich sagen, dass ich mei­ne Beru­fung dar­in gefun­den habe, mei­nen Glau­ben zu leben.“ Und an der vier­ten und letz­ten Gebets­sta­ti­on vor der Pfarr­kir­che bezeug­te Sven­ja Groß: Ich darf (in mei­ner Gemein­schaft, Anm. d. Red.) spü­ren, wir zie­hen alle an einem Strang, da ist Got­tes guter Geist am Wir­ken. Das ist, was mich inspi­riert und was mich antreibt, dass wir gemein­sam auf dem Weg sind und dass ich sehe: Ja, da ist Got­tes Segen drauf, Das ist sein guter Geist. Und des­we­gen freue ich mich sehr, mit Chris­tus in die­ser Kir­che mit der Gemein­schaft auf dem Weg zu sein und immer mehr in der Lie­be zu wachsen.“

Unsere Berufung ist der Himmel!

Aus­ge­hend vom Welt­ge­bets­tag für geist­li­che Beru­fe ver­wies Bischof Ste­fan in sei­ner Pre­digt zuerst auf die Kri­se der Beru­fun­gen. So sei­en im ver­gan­ge­nen Jahr in ganz Bay­ern nur sechs jun­ge Män­ner zu Pries­tern geweiht wor­den. Wir bräuch­ten viel mehr Men­schen, die sich auf einen kirch­li­chen Beruf ein­las­sen, als wir tat­säch­lich bekom­men“, mein­te er. Umso dank­ba­rer sei er für die Beru­fungs­zeug­nis­se, die er gehört habe. Jeder sei schließ­lich im Leben auf der Suche, so der Bischof, der die Gläu­bi­gen dazu ein­lud, über die Fra­ge nach­zu­den­ken: Wie stel­len Sie sich den Him­mel vor?“ Im Him­mel dabei sei­en zuerst ein­mal all unse­re Ver­stor­be­nen und alles, was im Leben Freu­de gemacht habe. Was aber, wenn Jesus nicht dabei wäre? Die­se Fra­ge sei eine Art Nagel­pro­be für unse­ren Glau­ben“, beton­te er. Him­mel sei mehr als eine Ver­län­ge­rung irdi­scher Wohl­be­find­lich­kei­ten. Das habe nichts mit Glau­ben zu tun. Ich glau­be, jede authen­ti­sche Beru­fung – und viel­leicht auch jeder authen­ti­sche Glau­be – hat etwas von die­sem: Herr, du bist mein Leben.“ Und wei­ter: Im Grun­de sind alle Schön­hei­ten und Genüs­se die­ser Welt ein Ver­weis auf den, der die Quel­le von Schön­heit, Wahr­heit und Güte ist – der über uns selbst hinausgeht.“ 

Nur in der Ver­län­ge­rung unse­rer eige­nen Wün­sche zu blei­ben, sei nicht unse­re Beru­fung, so Bischof Oster. Wir glau­ben, dass es eine Erfah­rung gibt, zu der wir beru­fen sind – in der wir die Fül­le der Wahr­heit, der Schön­heit und der Güte Got­tes erfah­ren dür­fen und immer tie­fer hin­ein­tau­chen. Das ist der Him­mel: die vol­le Prä­senz Got­tes, des drei­fal­ti­gen Got­tes – und natür­lich Jesu, der uns ein­lädt, uns berührt und unser Herz erfüllt.“ Er schloss mit einer Bit­te um Gebet um Zeu­gin­nen und Zeu­gen, die von die­sem Geheim­nis berührt sind – einem Geheim­nis, das schon hier und jetzt beginnt. Beten wir für sie und dan­ken wir allen, die bereit sind, davon Zeug­nis zu geben.“

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Nach der fei­er­li­chen Ves­per bestand noch Mög­lich­keit zu Begeg­nung und Aus­tausch im Pfarr­zen­trum an der Pfarr­kir­che, zu dem das Team der Beru­fungs­pas­to­ral schließ­lich alle Mit­fei­ern­den ein­ge­la­den hatte.

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Das Team von der Berufungspastoral mit den Zeuginnen und Zeugen des Weltgebetstags für geistliche Berufe 2026 in Fürstenzell und Bischof Stefan Oster SDB und Pfarrer Wolfgang de Jong (2.v.r.) nach der Vesper in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (v.l.n.r.): Domvikar Peter Kunz, Leiter der Berufungspastoral, Pastoralreferentin Monika Schüllner, gottgeweiht im Säkularinstitut „Notre-Dame de Vie“, Gemeindereferentin Magdalena Deger, Berufungsreferent Martin Clemens Priesteramtskandidat Christian Eichinger, Berufungspastoralsekretärin Silvia Richardis Schießl, Sebastian Albert, in Ausbildung zum „Ständigen Diakon“, und Swenja Groß, Postulantin der Schwesterngemeinschaft des Deutschen Ordens.

Berufung im Bistum Passau

Ver­an­stal­tet wur­de der Welt­ge­bets­tag vom Team der Beru­fungs­pas­to­ral des Bis­tums Pas­sau unter der Lei­tung von Peter Kunz, Beru­fungs­re­fe­rent Mar­tin Cle­mens und Beru­fungs­pas­to­ral­se­kre­tä­rin Sil­via Richar­dis Schießl. Ein herz­li­ches Dan­ke“ erging schließ­lich an Pfar­rer Wolf­gang de Jong und den Pfarr­ver­band Fürs­ten­zell, die Fürs­ten­zel­ler Blä­ser unter der Lei­tung von Chris­ti­an Jün­ger, die den Sta­tio­nen­weg beglei­te­ten, Wal­ter Heim­erl und die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, die die Ves­per gestal­te­ten, und alle, die sich für den Welt­ge­bets­tag enga­giert haben.

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