Foto: Uschi Friedenberger
Sebastian Albert und Korbinian Zelger wurden von Bischof Dr. Stefan Oster SDB für den Lektoren- und Akolythendienst beauftragt.
Am Anfang kommt das Herzklopfen – und dann vielleicht die Berufung. So wie die Menschen verschieden sind, gibt es auch nicht den einen Weg zu einem Amt im kirchlichen Dienst. Zwei, die auf ihrem Weg zum Diakon einen wichtigen Schritt getan haben, sind Sebastian Albert (Pfarrei Maria Himmelfahrt, Hartkirchen) und Korbinian Zelger (Pfarrei St. Nikolaus, Neuötting).
Ihre Beauftragung zum Lektoren- und Akolythendienst durch Bischof Stefan Oster in der feierlichen Atmosphäre der Andreaskapelle am Dom wurde nicht nur für die beiden Männer zu einer unvergesslichen Sache. Ihre Familien und die Wegbegleiter aus den Heimat- und Praktikumspfarreien erlebten einen stimmungsvollen Gottesdienst, getragen von beeindruckenden Riten und großer Symbolkraft. „Herr du bist mein Leben, Herr du bist mein Weg“, hieß es passend im Eingangslied.
In der Predigt sprach Bischof Stefan Oster über den Dienst des Lektors und des Akolythen und stellte vier Begriffe voran, anhand derer er darüber nachdachte: Erkennen, Verinnerlichen, Erinnern, Vergegenwärtigen. Der Bischof zum Dienst des Lektors: „Man kann die Lesung auch vortragen im Sinn von: ‚Ich teile euch jetzt wirklich etwas mit, wo ich einlade, das innerlich mitzudenken.‘“ Zum zweiten Dienst meinte er: „Akolythen teilen die Liebe Gottes aus und hoffen, dass die Menschen das nicht einfach nur als äußeren Vollzug, sondern als etwas, das ihnen innerlich geworden ist, dankbar wahrnehmen.“ Der Bischof zusammenfassend: „Im Grunde kann man sagen, unser ganzes Christenleben zielt darauf ab, auf den Herrn vorbereitet zu sein, auf seine Wiederkunft. Deswegen: Ich freue mich, dass ich euch hineinnehmen darf in diese beiden Dienste zum Lektor und zum Akolythen. Ich wünsche euch Erkennen, Erinnern, Verinnerlichung und Vergegenwärtigung — so dass die Menschen mit euch die Erfahrung machen dürfen, der Herr ist da und er liebt die Menschen und er will euch einladen in seine Gegenwart.
Diakon Dr. Anton Cuffari, Bischöflich Beauftragter und Fachbereichsleiter für den Ständigen Diakonat, rief die Kandidaten auf, vor den Bischof zu treten. Sie antworteten mit „Hier bin ich!“ Höhepunkte des Gottesdienstes waren, als der Bischof den beiden Kandidaten das Lektionar sowie Hostienschale und Weingefäß überreichte. In den Fürbitten hieß es unter anderem: „Bitten wir Gott, dass unsere Brüder sich immer enger mit Christus verbinden und seine Zeugen unter den Menschen werden.“
Am Altar standen neben dem Bischof Spiritual Dr. Alois Greiler sowie Diakon Dr. Anton Cuffari. Die Ministrantin hatte der Kandidat Sebastian Albert gleich selbst mitgebracht: seine Tochter Isabella! Der Gottesdienst wurde von Domkantor Maximilian Jäger musikalisch gestaltet. Unterstützt wurde er dabei von Stephanie Zelger (Gesang), der Ehefrau eines Kandidaten.
Die beiden neu Beauftragten stehen auch im weltlichen Leben ihren Mann: Sebastian Albert arbeitet als Servicetechniker im Bereich Wasserwirtschaft, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Korbinian Zelger ist Lehrer für Wirtschaft und Katholische Religion am Beruflichen Schulzentrum Pfarrkirchen, ist ebenfalls verheiratet und hat eine kleine Tochter.
Beide Beauftragten erzählten im Bistumsblatt-Gespräch, dass sie sich ihre Entscheidung für das Amt des Diakons nicht leichtgemacht hätten. Es sei eher ein Prozess gewesen und ginge sowieso nur unter der Voraussetzung, dass auch die Ehefrauen voll dahinter stünden. Die beiden Kandidaten haben auf ihrem Weg noch einige Etappen vor sich. Gerade hat für die beiden das Gemeindepraktikum begonnen. In etwa zwei Jahren werden sie dann – so Gott will – zum Diakon geweiht.
Text und Fotos: Uschi Friedenberger


