Info Icon Monika Schüllner

Säkularinstitut Notre Dame de Vie

Das Insti­tut Not­re Dame de Vie (auf Deutsch: Unse­re Frau vom Leben) ist eines unter vie­len Säku­lar­in­sti­tu­ten. Jede Gemein­schaft hat ihre Eigen­art und ist von einer christ­li­chen Tra­di­ti­on geprägt. Das Insti­tut Not­re Dame de Vie ver­dankt sei­ne Spi­ri­tua­li­tät dem Kar­melor­den und gehört zur kar­me­li­ta­ni­schen Fami­lie. Sei­ne Mit­glie­der tra­gen die kar­me­li­ta­ni­sche Spi­ri­tua­li­tät in die Welt. Die Kon­tem­pla­ti­on (per­sön­li­ches, stil­les Gebet, Ver­traut­heit mit Gott) soll über­all gelebt wer­den, um die tie­fe Gemein­schaft mit Gott in allen Milieus zu ver­ge­gen­wär­ti­gen und suchen­den Men­schen die Schön­heit der Freund­schaft mit Gott zu zei­gen. Kon­tem­pla­ti­on und akti­ves Leben stel­len kei­ne Gegen­sät­ze dar, son­dern bedin­gen und ergän­zen sich gegen­sei­tig. So wie Jesus sich immer wie­der in die Stil­le und Abge­schie­den­heit zurück­zog, um mit sei­nem Vater allei­ne zu sein, dann aber wie­der mit­ten unter die Men­schen ging, um das Reich Got­tes zu ver­kün­den, so wol­len die Mit­glie­der in ihrem All­tag die­se bei­den Pole leben und sie zu einer har­mo­ni­schen Ein­heit wer­den las­sen. Kon­tem­pla­tiv in der Akti­on meint eine Lebens­hal­tung der stän­di­gen Ver­bun­den­heit mit Gott. Hier­für bedarf es auch Zei­ten des Rück­zugs in die Ein­sam­keit, um mit IHM allei­ne zu sein. Dar­aus ent­springt dann aber auch wie­der die Bewe­gung nach ​“drau­ßen”, um dort Zeug­nis zu geben, wo Gott einen hin­sen­det und wo er durch kon­kre­te Zeu­gen gegen­wär­tig sein möchte. 

Die Gemein­schaft Not­re Dame de Vie ist — getreu ihrem Namen ​“Unse­re Frau vom Leben” maria­nisch aus­ge­rich­tet. Maria, die voll­kom­men mit Chris­tus ver­eint und vom Hei­li­gen Geist erfüllt ist, hat der Welt Jesus geschenkt und ist selbst Mut­ter aller Men­schen gewor­den. Sie ist Vor­bild in ihrer Ganz­hin­ga­be, ihrer völ­li­gen Ver­füg­bar­keit und Zustim­mung in das Wir­ken Got­tes, — mit ihr tra­gen die Mit­glie­der Gott in die Welt und neh­men an ihrer geist­li­chen Mut­ter­schaft teil. 

Mit­glie­der des Insti­tuts Not­re Dame de Vie sind äußer­lich nicht durch eine bestimm­te Klei­dung erkenn­bar. Sie sind in ver­schie­dens­ten Beru­fen tätig, leben allei­ne oder in Gemein­schaft. Das Insti­tut besteht aus drei Zwei­gen, d.h. gott­ge­weih­ten Frau­en, gott­ge­weih­ten Män­nern und Pries­tern. Welt­weit sind sie auf vier Kon­ti­nen­ten ver­tre­ten, wobei es eini­ge Zen­tren gibt, die jeweils ein Gemein­schafts­haus haben. Hier­hin zie­hen sich die Mit­glie­der regel­mä­ßig zurück und ver­brin­gen auch gemein­sa­me Zei­ten der Ein­kehr. Der Name ​“Not­re Dame de Vie” geht auf den Ent­ste­hungs­ort zurück, ein sehr altes Mari­en­hei­lig­tum in Süd­frank­reich, in Ven­as­que, wo die Mut­ter­got­tes seit dem 6. Jh. ver­ehrt wird. Der Grün­der und Kar­me­lit Pater Marie Eugen vom Kin­de Jesus (Hen­ri Gri­a­lou 1894 – 1967) wur­de am 19.11.2016 in Avi­gnon selig­ge­spro­chen. Er war davon über­zeugt: ​“Men­schen, die Gott suchen, gibt es über­all! Ach, könn­te ich sie doch alle erreichen!”

Mehr Hin­ter­grün­de zur Geschich­te, zur Spi­ri­tua­li­tät und zum Grün­der von Not­re Dame de Vie vgl.: https://​not​re​-dame​-de​-vie​.de/

Berufungszeugnis

Info Icon Stefanie Hintermayr /pbp

Ich hei­ße Ale­xa Weber, kom­me ursprüng­lich aus der Nähe von Han­no­ver, woh­ne jetzt in Pas­sau mit einer Mit­schwes­ter und arbei­te als Pas­to­ral­re­fe­ren­tin in Waldkirchen.

Ich bin Mit­glied von Not­re Dame de Vie einem kar­me­li­ta­ni­schen Säku­lar­in­sti­tut. Das bedeu­tet, ich lebe als Gott­ge­weih­te mit den Gelüb­den von Armut, Ehe­lo­sig­keit und Gehor­sam, aber nicht in einem Klos­ter, son­dern in der Welt.

Wie mei­ne Mit­schwes­tern und Mit­brü­der habe ich zu Beginn mei­nes Beru­fungs­we­ges die Erfah­rung gemacht, von Gott ange­schaut und zutiefst geliebt zu sein. Das war so stark, dass ich gespürt habe: Du kannst dar­auf nicht anders ant­wor­ten als mit Gegen­lie­be, mit der Hin­ga­be dei­nes eige­nen Lebens. Gott hat mich eini­ge Jah­re wäh­rend des Theo­lo­gie­stu­di­ums sanft geru­fen und gelockt und irgend­wann konn­te ich ihm dann nicht mehr wider­ste­hen, was mein Glück war.

Es gibt nichts Schö­ne­res und Aben­teu­er­li­che­res als sich ganz und gar auf Gott ein­zu­las­sen. Ich habe es nicht bereut und sage Gott öfter in letz­ter Zeit: ​„Wie froh bin ich, dich gefun­den zu haben.“
 Ich bin ein glück­li­ches Mit­glied von Not­re Dame de Vie. Nach jetzt 18 Jah­ren als Gott­ge­weih­te spü­re ich, dass das JA des Anfangs — ich war 25 beim Ein­tritt – mit der Zeit tie­fer, ehr­li­cher, demü­ti­ger wird. Es wächst das Bewusst­sein um die eige­ne Schwä­che, die Begren­zun­gen, die Unzu­läng­lich­kei­ten, viel­leicht aber dadurch auch ein grö­ße­res Ver­trau­en in Gott und ein tie­fe­res Sich-Los­las­sen in Gott hinein.

Not­re Dame de Vie ist vom seli­gen Kar­me­li­ten­pa­ter Maria Eugen vom Kin­de Jesu 1932 in Süd­frank­reich gegrün­det wor­den. Wir leben in der Spi­ri­tua­li­tät des Kar­mel, aus der Ein­heit mit Gott, die wir im täg­li­chen inne­ren Gebet suchen. Gleich­zei­tig üben wir einen Beruf in der Welt aus. Wir wol­len Akti­on und Kon­tem­pla­ti­on mit­ein­an­der ver­bin­den und Zeu­gen dafür sein, dass Gott lebt und die Lie­be ist. Wie alle ande­ren Lai­en­chris­ten sind wir durch unse­re Tau­fe zur Hei­lig­keit beru­fen. Wir ver­wirk­li­chen die­se Grund­be­ru­fung aller nur eben in der Radi­ka­li­tät einer gott­ge­weih­ten Exis­tenz mit den drei Gelübden.

In unse­rer Gemein­schaft gibt es drei Zwei­ge: Frau­en, Män­ner, die Lai­en sind und Män­ner, die Pries­ter sind. Die Lai­en üben alle mög­li­chen Beru­fe aus. Kran­ken­schwes­ter, Inge­nieur, Apo­the­ke­rin, Haus­meis­ter, Leh­re­rin, Bild­hau­er, in mei­nem Fall eben Pas­to­ral­re­fe­ren­tin. Als kar­me­li­ta­ni­sche Gemein­schaft lie­ben und brau­chen wir die Stil­le und die Ein­sam­keit, um dort Gott zu fin­den und sozu­sa­gen an der Quel­le zu trin­ken. Uns zieht es aber genau­so stark in die Welt zu den Men­schen, um ihnen zu die­nen, ihnen Got­tes Lie­be zu bezeu­gen und Got­tes Gegen­wart in ihnen zu entdecken.

Wir möch­ten den Men­schen Wege eröff­nen, in eine tie­fe per­sön­li­che Bezie­hung mit Gott zu kom­men, und die Fül­le zu erfah­ren, die dar­aus entspringt.