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Heiliger Georg
Eines der heroischsten Vorbilder der gesamten Christenheit ist der Heilige Georg. Wir feiern den Schutzpatron u.a. zahlreicher Ritterorden an seinem Gedenktag am 23. April. Der Heilige Georg ist einer der vierzehn Nothelfer.
Leben und Wirken des Heiligen Georg
Bekannte Legenden gibt es viele um den Heiligen Georg. Doch ist nur wenig historisch belegt zu seinem Leben. Wohl aber, dass er um das Jahr 280 in Kappadokien (der heutigen Türkei) geboren wurde, als junger Mann das Waffenhandwerk lernte und Offizier im Dienst des römischen Kaisers Diokletian war. Georg war Christ und geriet zu Beginn des dritten Jahrhunderts in einen Gewissenskonflikt, als unter Diokletian die Christenverfolgung wieder begann. Nachdem er sich gegen deren Diskriminierung der Christen eingesetzt und seinen Glauben bekräftigt hatte, wurde er im Jahr 305 festgenommen, gefoltert und schließlich enthauptet.
Bedingt durch die Unklarheit darüber, inwieweit Georg eine historische Person oder lediglich eine Legendengestalt ist, wurde er in der römisch-katholischen Kirche 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen, jedoch 1975 wieder eingefügt.
Bezwinger des Bösen – Die Drachenlegende
Georg wird in Europa seit der Zeit der Kreuzzüge verehrt, nachdem Ritter seinen Namen aus dem Orient in ihre europäische Heimat trugen. Georg wurde damit zum Schutzpatron der Kreuzfahrer. Dieser Zeit entstammt vermutlich auch die Drachenlegende, die den Heiligen als Bezwinger des Bösen darstellt. Sein Name steht nicht umsonst für Tapferkeit und Nächstenliebe, Ritterlichkeit und Höflichkeit.
Die Drachenlegende erzählt von einem feuerspeienden Drachen, der Kappadokien zu Lebzeiten Georgs tyrannisierte. Um ihn zu besänftigen, opferten die Menschen täglich zwei Schafe und wollten ihm schließlich sogar Menschen opfern, als es keine Schafe mehr gab. Das Los fiel auf die Königstochter. Georg aber kam ihr zu Hilfe und versprach, seine Heimat vom Drachen zu befreien. Nachdem er zu Gott gebetet hatte, schleuderte er seine Lanze in das Ungeheuer, das schließlich triumphierend getötet wurde. Rund 20.000 Menschen ließen sich nach diesem Triumphsieg Georgs taufen, man als Sieg des göttlichen Guten über das teuflische Böse deutete.
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Schutzpatron der Ritterorden
Der Heilige Georg wird in ganz Europa auf vielfältige Art und Weise verehrt. Zudem zählt er zu den vierzehn Nothelfern. Unter anderem ist er Schutzpatron von England und Georgien, zahlreicher Ritterorden, einiger Handwerksberufe, des Bistums Limburg und der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg.
Für die Bauern gehört er zu den wichtigsten Heiligen. Früher durften ab dem Georgstag am 23. April keine Felder mehr betreten werden. Zudem konnten Dienstboten an diesem Tag ihren Dienstherrn wechseln. Und bis spätestens zum Georgstag wurden Schulden aus dem Vorjahr gestundet. Heute finden vielerorts in Bayern traditionell Pferdeumritte zu Ehren Georgs statt, bei denen Pfarrer auch Pferde und Reiter sowie Bauern segnen.
Gedenktag 23. April
Der Gedenktag des Heiligen Georg ist der 23. April. Verehrt wird er als Schutzpatron von Ritterorden und zudem als Patron verschiedener Länder, Städte, Berufsgruppen, Einrichtungen, Bistümer und der Pfadfinder. Georg ist Schutzpatron:
- des englischen Königreichs und des byzantinischen Reiches
- von Georgien, Äthiopien, Griechenland, Serbien, Tirol, Aragonien und Katalonien
- Genua, Barcelona und Freiburg im Breisgau
- der Soldaten, Bauern, Reiter, Bergleute, Sattler, Schmiede, Waffenschmiede und Büchsenmacher und Böttcher
- der Pfadfinder, Artisten, Wanderer und Gefangenen
- der Spitäler und Siechenhäuser
- der Pferde und des Viehs
- gegen Kriegsgefahren, Schlangenbiss-Vergiftungen, Versuchungen, Fieber, Pest, Lepra, Syphilis und für gutes Wetter
- der Bistümer Limburg und Białystok sowie zweiter Patron des Domes in Bamberg
Interessant: Der Vorname Georg (und seine sprachlichen Abwandlungen) gehört zu den beliebtesten Vornamen in Europa.
Ikonografie
Das Symbol des Heiligen ist das Georgskreuz. Das rote Kreuz auf weißem Hintergrund kommt in vielen Wappen und Flaggen vor. Weitere typische Erkennungszeichen sind der Drache sowie Georg als Ritter mit der Lanze auf einem Pferd. Die Darstellung Georgs mit einem Palmwedel weist auf sein Martyrium hin.
Quellen: katholisch.de, Wikipedia
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