Info Icon Foto: Anna Hofmeister

Heiliger Josef

Der Gedenktag des Heiligen Josef ist am 19. März. Seit 1870 ist er der Schutzpatron der katholischen Kirche. Zudem wird er seit 1955 am 1. Mai als „Josef der Arbeiter“ gefeiert und gilt daher als Schutzpatron der Arbeiter.

Leben und Wirken des Heiligen Josef

Die Evan­ge­li­en von Mat­thä­us und Lukas besa­gen, dass Josef – oder auch Joseph – aus dem Geschlecht des israe­li­ti­schen Königs David abstammt. Belegt ist dies aber nicht. Sein Beruf war der des sog. Tek­ton‘ aus dem Grie­chi­schen für Bau­meis­ter‘, Bau­hand­wer­ker‘ oder Archi­tekt‘ – ein Mann also, der mit Holz und Stein arbei­te­te. Josef, der mit Maria ver­lobt war, nahm sie auf Wei­sung eines ihm im Traum erschie­ne­nen Engels zur Frau. Das zeugt von der Treue Josefs, weil Maria bereits schwan­ger war, das Kind aber nicht von ihm, son­dern vom Hei­li­gen Geist emp­fan­gen hat­te. So steht es im Mat­thä­us­evan­ge­li­um. Von Naza­reth, wo er mit Maria wohn­te, ging er mit ihr auf­grund einer Volks­zäh­lung nach Bet­le­hem, wo Jesus schließ­lich in einem Stall gebo­ren wurde. 

Josef wird auf­grund der Kind­heits­er­zäh­lun­gen über Jesus im Mat­thä­us- und Lukas­evan­ge­li­um heu­te oft als Nähr­va­ter“ (lat. nut­ri­ti­us) oder Zieh­va­ter Jesu bezeich­net, der ihn mit­auf­zog wie sei­nen eige­nen leib­li­chen Sohn. Mit Aus­nah­me die­ser Erzäh­lun­gen wird Josef weder in den Evan­ge­li­en noch in den wei­te­ren neu­tes­ta­ment­li­chen Schrif­ten erwähnt, was auf des­sen Tod noch vor dem öffent­li­chen Auf­tre­ten Jesu schlie­ßen lässt. Der Kir­chen­va­ter Hie­ro­ny­mus datiert Josefs Tod sogar noch vor der Tau­fe Jesu. Und apo­kry­phen Schrif­ten zufol­ge starb er im Schoß Mari­ens und im Bei­sein Jesu. In der Bibel erwähnt wird der Tod Josefs aller­dings an kei­ner Stelle.

Josef, Hörer des Wortes! – Eine Predigt von Bischof Oster

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Schutzpatron der Kirche

Seit ca. 850 wird Josef in der West­kir­che als Hei­li­ger ver­ehrt und seit dem 17. Jahr­hun­dert zudem als Schutz­pa­tron der Ster­ben­den. 1870 erklär­te ihn Papst Pius IX. zum Schutz­pa­tron der katho­li­schen Kir­che. Mit Aus­nah­me der maria­ni­schen Patro­zi­ni­en wur­den Josef im 20. Jahr­hun­dert so vie­le katho­li­sche Kir­chen gewid­met wie sonst kei­nem ande­ren Hei­li­gen. Zudem tra­gen bestimm­te kirch­li­che Ein­rich­tun­gen sei­nen Namen und wer­den sei­nem Patro­nat ent­spre­chend als Jose­finum bezeich­net. 1955 führ­te Pius XII. als kirch­li­ches Pen­dant zum welt­weit am 1. Mai began­ge­nen Tag der Arbeit“ den Gedenk­tag Hei­li­ger Josef der Arbei­ter“ ein. Der bibli­schen Über­lie­fe­rung nach war er schließ­lich ein Bau­hand­wer­ker und gilt heu­te als Patron der Arbei­ter, ins­be­son­de­re der Zim­mer­leu­te und Holz­fäl­ler. Dane­ben wird er auch als Schutz­pa­tron der Jung­frau­en und Ehe­leu­te verehrt.

150 Jah­re nach der Erhe­bung zum Schutz­pa­tron der Kir­che rief Papst Fran­zis­kus am 8. Dezem­ber 2020 ein Jahr des Hei­li­gen Josef“ aus und ver­öf­fent­lich­te das Apos­to­li­sche Schrei­ben Patris cor­de. In die Lita­nei vom Hei­li­gen Josef ließ der Papst am 1. Mai 2021 sie­ben neue Invo­ka­tio­nen ein­fü­gen: Cus­tos Redemp­to­ris“ (Behü­ter des Erlö­sers), Ser­ve Chris­ti“ (Die­ner Chris­ti), Minis­ter salu­tis“ (Die­ner des Heils), Ful­ci­men in dif­fi­cul­ta­ti­bus“ (Hel­fer in Schwie­rig­kei­ten), Patro­ne exsu­lum“ (Patron der Exi­lier­ten), Patro­ne aff­lic­torum“ (Patron der Bedräng­ten) und Patro­ne pau­per­um“ (Patron der Armen).

Ikonografie

Als Sym­bol für sei­nen Beruf Zim­mer­mann wird Josef häu­fig mit Wan­der­stab, Win­kel­maß oder einem ande­ren Werk­zeug dar­ge­stellt. Auch mit der wei­ßen Lilie als Zei­chen von Rein­heit und Keusch­heit wird der Hei­li­ge oft gezeigt. Bis zum 15. Jahr­hun­dert wur­de er als jun­ger Mann ohne Bart abge­bil­det, danach meist als bär­ti­ger älte­rer Mann. Spät­mit­tel­al­ter­li­che Kunst­wer­ke zei­gen Josef fast nie allein, son­dern immer zusam­men mit Jesus, Maria oder als Teil der Hei­li­gen Fami­lie. In der baro­cken Iko­no­gra­fie wird häu­fig sein the­ma­ti­siert, Josef ster­bend im Schoß Mari­ens, mit sei­ner Hand in der von Jesus.

Botschaft des Heiligen Josef

Für Kir­che und Gesell­schaft heu­te ver­mit­telt der Hei­li­ge Josef eine star­ke Bot­schaft. Gera­de Män­nern gilt er als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur, weil er sich nicht über Männ­lich­keit defi­nier­te. Er galt eher ein stil­ler Zuhö­rer, ruhi­ger Beob­ach­ter und Beglei­ter, der sich in Refle­xi­on und Gespräch wiederfand.

Quel­len: katho​lisch​.de, Wiki­pe­dia
Fotos: Ste­fa­nie Hin­ter­mayr / pbp, Anna Hof­meis­ter / pbp, Ros­wi­tha Dorfner