„Eine Idee ist wichtig, sie umzusetzen ist möglich, aber weit anstrengender ist es, ein Projekt über so viele Jahre hinweg am Leben zu halten“, so eröffnete der Fürstenzeller Bürgermeister Manfred Hammer den Veranstaltungsreigen anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Bibelgartens in Jägerwirth. Im Jahre 2005 hatten engagierte Männer und Frauen parallel zur Uraufführung des Musicals Moses in der Pfarrkirche von Jägerwirth im Pfarrgarten einen Bibelgarten eingerichtet, der seitdem mit großem Aufwand gehegt und gepflegt wird. Der Bürgermeister dankte den Verantwortlichen und sagte auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu; nicht umsonst steht auf der Homepage der Marktgemeinde der Bibelgarten unter „Sehenswertes“ an erster Stelle.
Foto: Prof. Dr. Hans Mendl
Der Festtag begann bei sommerlichen Temperaturen mit einem „Markt der Möglichkeiten“ im Bibelgarten, zu dem Kinder und ihre Eltern eingeladen wurden: Die Kinder durften aus Naturmaterialien Grasherzen basteln, Salben herstellen, Lesezeichen mit dem eigenen Namen in hebräischer Schrift gestalten, Lavendelsäckchen bedrucken und befüllen, Kräutersalz produzieren und in Gläser füllen, Windlichter mit getrockneten Blumen bekleben oder einfach nur vom Frauenbund gebackene Waffeln genießen. Angeboten wurde auch ein Moses-Bibelgarten-Quiz: Wer die Fragen erfolgreich beantwortet hatte, bekam eine Urkunde als Bibelgarten-Experte überreicht.
Im Anschluss boten Hermann Niederhofer und Hans Mendl für Interessierte eine Führung durch den Bibelgarten an und erläuterte dabei das Gesamtkonzept sowie die sechs Stationen, mit denen Ereignisse aus dem Buch Exodus mit botanischen Mitteln erläutert werden.
Es folgte ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche Jägerwirth, der vom Rhythmochor und vom Kinderchor musikalisch gestaltet wurde. Nach der Lesung aus dem Buch Deuterononium, wo auf die sieben Früchte des gelobten Landes hingewiesen wird, die von Gott geschenkt wurden, brachten die Kinder diese Früchte auch vor den Altar: Getreide, Datteln und Feigen, Granatäpfel, Oliven, Honig und Weintrauben.
Pfarrer Wolfgang de Jong brachte in seinen Dankesworten seine Wertschätzung für die engagierten Mitarbeiter des Bibelgartenteams zum Ausdruck. Der Leiter des Bibelgartenteams, Hans Mendl, schloss sich in seinem Worten zum Evangeliumtext, dem Senfkorngleichnis, dem Dank an, den er über das Bibelgartenteam auch auf die aktiven Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats sowie auf alle Gruppen der Pfarrei ausweitete, ohne die es kein Pfarrleben gäbe. Bei den Fürbitten wurde auch der verstorbenen Teammitglieder Gerd Niederhofer und Alois Preiss gedacht.
Die Feier wurde dann im Freien fortgesetzt. Viele musikalische Darbietungen verliehen der Veranstaltung einen festlichen Rahmen: Der Kindergarten gab ein Schmetterlings-Lied zum Besten. Der neu gegründete Frauenchor „Alma“ („junge Frau“) präsentierte mehrere gekonnt vorgetragene Lieder. Der Rhythmochor trug das Loblied von John Rutter auf die Schöpfung „Schau auf die Welt“ vor. Es folgten Lieder aus den Musical Joseph (Träumerkleid) und Moses (Tafeln aus Ton, Milch und Honig), das ja bekanntlich eine Jägerwirther Eigenproduktion war. Den Abschluss bildeten die Sängerinnen und Sänger des aktuellen Musicalprojekts des Jägerwirther Musicalvereins, die auf fulminante Weise Lieder aus „Sister Act“ sangen.
Dass Essen und Trinken nicht zu kurz kommen, dafür sorgte wie gewohnt Kirchenpfleger Alois Wimmer mit seinem Team, die „Labsal im Wein- und Olivenhain“ vorbereitet hatten: da durften neben vielen weiteren orientalischen Gerichten Tauben und Wachteln und Hühnerflügel mit Feuerschoten und Lammkebab nicht fehlen. Bis in die Nacht hinein saß die Festgemeinschaft beieinander bei guten Gesprächen und Gesängen.
Text: Prof. Dr. Hans Mendl

