Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Doppeljubiläum des Katholischen Frauenbundes für 30 Jahre Bildungsfahrten und Diözesanchor gefeiert
Alles begann mit einem Traum der damaligen Frauenbundvorsitzenden Walburga Wieland. Sie wollte Menschen zusammenzubringen. Ihr Traum wurde Realität. Seit nunmehr dreißig Jahren bereichern die Bildungsfahrten und der Diözesanchor das Gemeinschaftsleben des Katholischen Deutschen Frauenbundes der Diözese Passau, kurz KDFB. In der vollbesetzten Passauer Redoute wurde diese Erfolgsgeschichte gefeiert, musikalisch umrahmt vom Diözesanchor unter Leitung von Roland Rimbeck sowie Stefan Metzger am Klavier und Georg Rembold an der Posaune. Claudia Seibold, die Diözesanvorsitzende konnte zu diesem freudigen Anlass zahlreiche Ehrengäste begrüßen.
Singen sei gesund, stärke die Muskulatur, das Immunsystem und baue das Stresshormon Cortisol ab, so Claudia Seibold in ihrer Ansprache. Deshalb sei der Chor jung geblieben, was noch auf viele Jahre Diözesanchor hoffen lasse.
Nach einer beschwingten Einstimmung mit „Congratulations“ startete Walburga Wieland mit ihrem Rückblick. „Ich hatte einen Traum,“ so die jung gebliebene Initiatorin, „vor dreißig Jahren, als ich zur Vorsitzenden gewählt wurde.“ Man lebe in einer wunderschönen Welt. Wenigsten kleine Teile davon sollte man sich eröffnen. Und auch aus den Singkreisen in den Frauenbund-Zweigvereinen könnte man etwas Umfassenderes entstehen lassen. „Dies ist mehr als gelungen. Aus 17 Zweigvereinen und einem Umkreis von 80 Kilometern kommen heute die Sängerinnen jede Woche zur Probe nach Passau“, so „Burgi“ Wieland. Gemeinsam bilden sie den Diözesanchor, der in seiner Zusammensetzung so der einzige in ganz Deutschland sei.
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Erich Kopp, der sich selbst scherzhaft als Mann im Frauenbund bezeichnet, nahm als engagierter Mitorganisator der Bildungsfahrten die anwesenden Festgäste mit auf einen visuellen Streifzug durch die letzten dreißig Jahre. „Dreißig Jahre“, so Kopp, „das bedeutet 40 Fahrten, 80 Busse und sage und schreibe rund 4000 Teilnehmer.“
Die erste Fahrt im Jahre 1995 führte die Reisenden, wie sollte es anders sein, nach Rom. In besonderer Erinnerung sei auch die Reise nach Polen geblieben, weil eine Teilnehmerin wegen Taschendiebstahls eine Nacht im Arrest verbringen musste. Es sei wohl unklar gewesen, so Kopp, wer Täter oder Opfer sei. Sie sei nicht die ganze Nacht, sondern nur nachmittags in Arrest gewesen, lenkte Burgi Wieland etwas später ein.
Eine lustige Begebenheit ereignete sich auch bei der Irland-Reise: Während der Fahrt durch den Ring of Kerry hätten ihnen alle Anwesenden, selbst die Polizei, zugewunken. Am Ende wussten sie wieso. Sie seien durch eine Einbahnstraße für Busse in falscher Richtung gefahren, so Kopp schmunzelnd. Als weitere Highlights seien im noch ein schmerzhafter Mückenüberfall in der Provence, das schwingende Weihrauchfass von Santiago de Compostela und der Gottesdienst auf einem Felsvorsprung über Loch Ness in Erinnerung geblieben. Falsch abgebogen, so Kopp, sind sie dann noch ein zweites Mal. In Sardinien seien sie verbotenerweise durch ein Naturschutzgebiet gefahren. Doch auch hier sei, Gott sei Dank, alles gut ausgegangen. Ganz zum Schluss gab Erich Kopp noch das Reiseziel für das kommende Jahr bekannt: Das Dreiländereck.
In seinen Grußworten bezeichnete der em. Domprobst Hans Striedl den Frauenbund als Brückenpfeiler. „Ein Pfarrer ohne Frauenbund ist ein armer Hund.“, so Striedl. Als Mitbringsel überreichte er Mozartkugeln an Chorleiter Roland Rimbeck und ein Buch an Burgi Wieland. Die Grüße für Stadt und Landkreis Passau überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Armin Dickl. „Frauenbund und Bildungsfahrten, das sei Süden, Sonne, aber nicht Essiggurken,“ so Dickl, der damit auf unterhaltsame Weise den Bogen spannte von der ersten Romfahrt im Jahr 1995 bis zur diesjährigen Fahrt in den Spreewald.
Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Nach einer kurzweiligen, musikalisch umrahmten Reise durch 30 Jahre Bildungsfahrten richtete Walburga Wieland ihren Dank an langjährige Wegbegleiter und Unterstützer. Ohne die Firma Kohl Reisen, Erich Kopp und Helga Hahn als gute Seele und Busbegleitung hätten die Bildungsfahrten in dieser Qualität nie durchgeführt werden können, so Wieland. Zur Erheiterung der Festgäste konnte auch sie noch eine lustige Geschichte beisteuern. So sei ihr noch in Erinnerung, dass bei einer Fahrt eine Mitreisende plötzlich ausrief: „Wir müssen nochmals umkehren!“. „Warum sollen wir umkehren? Das geht nicht, schließlich sind wir bereits auf der Autobahn!“, so Wieland. Die betreffende Person erwiderte: „Wir müssen umkehren. Ich habe die Zähne zu Hause im Bad vergessen.“ Letztendlich seien sie dann nochmals umgekehrt und hätten die Reise mit Verspätung angetreten.
Auch bezüglich des Diözesanchors sprach Burgi Wieland Worte des Dankes. Sie dankte der Stadt Passau für die gute Zusammenarbeit hinsichtlich der Räumlichkeiten und Brigitte Fruth, der stellvertretenden Domkapellmeisterin für 8 Jahre gute Führung. Ein besonderes Lob gab es für Roland Rimbeck, den amtierenden Chorleiter, der die Sängerinnen nach einem Absturz wieder aus dem Tief geholt habe und nunmehr seit 10 Jahren erfolgreich die, manchmal bereits kratzenden, Seniorinnenstimmen zum Schwingen bringe. Eine Überraschung hatte Martin Wimmer von der Firma Kohl Reisen im Gepäck: Er überreichte an die Diözesanvorsitzende Claudia Seibold eine Spende für Frauen in Not.
Mit einem schwungvollen „Kein schöner Land in dieser Zeit“, gesungen vom Diözesanchor unter Beteiligung aller Anwesenden, neigte sich ein stimmungsvoller Nachmittag seinem Ende zu.
Text: Birgit Kölbl-Grantner



