Soziales

Inklusion unser gemeinsamer Auftrag

Redaktion am 02.12.2025

Info Icon Fotos: Caritas/wd
Respekt und Anerkennung für die Leistung Wolfsteiner Werkstätten zollten beim Festakt v.l. Landrat Sebastian Gruber, Jochen Hany, Stefan Köck, Ramona Schuster mit dem Werkstattleiter Helmut Weber, den Caritasvorständen Andrea Anderlik und Stefan Seiderer, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und dem stellv. Werkstattleiter Andreas Manthey.

50 Jahre Wolfsteiner Werkstätten - Ansturm beim „Tag der offenen Tür“
Caritasdirektorin Anderlik: „starkes Ausrufezeichen für offene Gesellschaft“ – Bezirkstagspräsident Heinrich: „Die Wolfsteiner Werkstätten sind großartig!“.

Inklu­si­on aktiv gelebt. Seit 50 Jah­ren; an 13.000 Tagen in 104.000 Stun­den im Ein­satz im Für- und Mit­ein­an­der mit Men­schen mit Han­di­cap. Das sind die Wolf­stei­ner Werk­stät­ten der Cari­tas. Sie waren und blei­ben ein star­kes Aus­ru­fe­zei­chen für eine offe­ne Gesell­schaft, für Wert­schät­zung und Auf­ein­an­der ach­ten“. Das hat die Pas­sau­er Cari­tas­di­rek­to­rin Andrea Ander­lik zum 50jährigen Jubi­lä­um der Ein­rich­tung unter­stri­chen. *Sie sind auch ein star­kes Stück der Kir­che von Pas­sau, die mit ihrer Cari­tas hier ein­mal mehr unter­streicht, dass jede Form mensch­li­chen Lebens hoch­ge­ach­tet ist, weil von Gott geliebt und des­we­gen auch unver­füg­bar“. Inklu­si­on dür­fe darf nicht nur ein schö­nes Wort blei­ben, das man bei Fest­ak­ten gern benutzt. Wir alle – in Poli­tik, Gesell­schaft und Kir­che – sind gefor­dert, die­ses Anlie­gen in unse­ren All­tag hin­ein­zu­tra­gen und dort zu ver­an­kern“, beton­te Ander­lik. Die Cari­tas­vor­stän­din war mit vie­len Ehren­gäs­ten zum Tag der offe­nen Tür am Sams­tag, 29. Novem­ber, nach Frey­ung gekommen. 

Die Wolf­stei­ner Werk­stät­ten sind großartig!“.

Men­schen mit Behin­de­rung erle­ben hier, wie sehr sie gebraucht sind. Davon konn­ten sich die Ehren­gäs­te wie tau­sen­de Besucher:innen über­zeu­gen. Bezirks­tag­prä­si­dent und Bür­ger­meis­ter Dr. Olaf Hein­rich beton­te: Die Werk­stät­ten sind seit Jahr­zehn­ten ein ver­läss­li­cher Part­ner der regio­na­len und überregionalen Wirt­schaft. Sie haben sich dank ihrer Qua­li­tät, ihres Enga­ge­ments und ihrer Zuver­läs­sig­keit zu einem wich­ti­gen Bestand­teil des Wirt­schafts­le­bens im gesam­ten Land­kreis Frey­ung-Gra­fen­au ent­wi­ckelt“. Für Men­schen mit Beein­träch­ti­gung sei es etwas Schö­nes, in die Arbeit gehen zu kön­nen. Die Werk­stät­te sei ein Ort, an dem sie nicht nur beschäf­tigt wer­den, son­dern auch ein Ort, an dem sie Aner­ken­nung erhal­ten, Gemein­schaft erle­ben und damit neue Per­spek­ti­ven in ihrem Leben bekom­men“. Das Kom­pli­ment des Bezirks­tags­prä­si­den­ten: Die Wolf­stei­ner Werk­stät­ten sind großartig!“.

Land­rat Sebas­ti­an Gru­ber wür­dig­te, wie aus klei­nen Anfän­gen eine her­aus­ra­gen­de Ein­rich­tung wur­de, die nicht nur Men­schen mit und ohne Han­di­cap Arbeits­plät­ze bie­tet, son­dern durch viel­fäl­ti­ge Ange­bo­te zur ganz­heit­li­chen Per­sön­lich­keits­för­de­rung von Men­schen mit Han­di­cap bei­trägt“. Er zeig­te sich über­zeugt: Wenn wir wei­ter­hin mit die­ser Hal­tung über Inklu­si­on, Per­sön­lich­keits­för­de­rung und Teil­ha­be spre­chen und die­se Wer­te leben, dann bleibt unse­re Regi­on auch künf­tig ein Ort, an dem Viel­falt gelebt und Chan­cen eröff­net werden“.

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Jährlich rund 100 Millionen Teile für BMW verpacken die Caritas-Mitarbeiter v.l. Franz Hohenester und Mario Schreder, Leiter der Dienstleitersteuerung überzeugen sich von der Präzisionsarbeit.

Der Werk­statt­lei­ter Hel­mut Weber sprach von bedeu­ten­den his­to­ri­schen Momen­ten. Als beson­ders gro­ße Pro­jek­te nann­te er: Die Zusam­men­ar­beit im welt­wei­ten Tei­le­ver­sand mit BMW. In den Cari­tas-Werk­stät­ten wer­den Jahr für Jahr über 100 Mil­lio­nen Tei­le ver­packt. Die Koope­ra­ti­on mit dem ADAC bei Ral­ly-Ver­an­stal­tun­gen aus der inzwi­schen ein bun­des­wei­tes Pro­jekt von Renn­sport und Men­schen mit Han­di­cap wur­de. Die Seel­sor­ge in den Werk­stät­ten, die Pfarr­vi­kar Johann Spi­ta­ler seit Jahr­zehn­ten so ver­läss­lich und treu aus­übt. Der Cari­tas-Abtei­lungs­lei­ter dank­te für das Ver­trau­en der Kun­den, des Ver­ban­des und der Men­schen mit Behin­de­rung in die Wolf­stei­ner Werkstätten. 

Für die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung sprach Ste­fan Köck und unter­strich das Mit­ein­an­der in der Ein­rich­tung, dass sich gera­de in Kri­sen­zei­ten wie Coro­na bewährt hat. Ramo­na Schus­ter vom Werk­statt­rat stell­te klar, dass Men­schen mit Han­di­cap Tag für Tag außer­or­dent­li­che Leis­tun­gen voll­brin­gen. In Ihrem Gruß­wort bestä­tig­te sie wie Inklu­si­on und Teil­ha­be hier gelebt werden. 

Die aktu­ell 417 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter stell­ten in den ein­zel­nen Werk­be­rei­chen ihr Arbeit vor; etwa in er Schrei­ne­rei, Metall, Nähe­rei, Indus­trie­mon­ta­ge und Ver­pa­ckung oder Seri­en­fer­ti­gung und Wäsche­rei. Wie hat­te die Cari­tas­di­rek­to­rin so schön erklärt: Wir öff­nen unse­re Türen, viel­mehr aber das Herz“. Und mit Herz­blut waren die Wolf­stei­ner bei der Sache. Natür­lich auch die vie­len vie­len Gäs­te. Unglaub­lich. Wie ein gro­ßes Wim­mel­bild stell­ten sich die Cari­tas-Werk­stät­ten vor. Und wer die Haus-Ral­ly mit­mach­te, konn­te am Schluss ein klei­nes Holz-Krip­perl zusam­men­ste­cken. Eine per­fek­te Idee der Wolf­stei­ner, Weih­nachts­gruß inklu­si­ve. Vor und auf den Büh­nen war jede Men­ge los. Bereits auch beim Inklu­si­ons­abend“ mit Kaba­rett von Beppo Cal­zo­ne und der Thea­ter­grup­pe der Wolf­stei­ner Werkstätten.

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Wichtige Projektpartner in 50 Jahren: Fritz Schadeck vom ADAC, Mario Schreder und Franz Hohenester von der BMW Group, Werkstattleiter Helmut Weber, Caritasvorständin Andrea Anderlik und Andreas Manthey, stellv. Werkstattleiter.

Gesamt 598 Mitarbeiter:innen

Seit 50 Jah­ren besteht die Ein­rich­tung des Cari­tas­ver­ban­des für die Diö­ze­se Pas­sau e. V. Bis heu­te gilt: Die Hil­fe für Men­schen ist das zen­tra­le The­ma. Aktu­ell sind in den Wolf­stei­ner Werk­stät­ten 417 Mitarbeiter:innen mit Behin­de­rung beschäf­tigt – davon 326 im Arbeits­be­reich, 25 im Berufs­bil­dungs­be­reich und 66 in der För­der­stät­te. Ins­ge­samt arbei­ten 181 Kolleg:innen in der Ein­rich­tung, davon 72 im Bereich Betreu­ung (Gruppenleiter:innen, Sozi­al­dienst, Pfle­ge­dienst, Orga­ni­sa­to­ri­scher Dienst sowie päd­ago­gi­sches Hilfs- und Fach­per­so­nal in der Förderstätte). 

50 Jah­re im Überblick

1973 war Bau­be­ginn. Im Okto­ber 1975 eröff­net die Werk­statt mit 21 Beschäf­tig­ten. Es gab vier ver­schie­de­ne Arbeits­be­rei­che: Beschüt­zen­der Bereich, Pro­duk­ti­ons­be­reich, Metall­be­reich, Haus­wirt­schaft. 1978 wur­de das Wohn­heim für 16 Per­so­nen in Kreuz­berg eröff­net. Bereits 1980 waren es 120 Per­so­nen Mitarbeiter:innen mit Behin­de­rung. 1983 kam eine Tages­stät­te für Schwerst­be­hin­der­te Men­schen (För­der­grup­pe) dazu. 1987 wur­de der Erwei­te­rungs­bau geseg­net. 1990 wur­de die Wäsche­rei erwei­tert, die Kera­mik­ab­tei­lung eröff­net. 1993 erfolg­te die Ein­wei­hung der För­der­stät­te. 1995 wur­de die Wäsche­rei neu gebaut. 2007 zog die Abtei­lung Indus­trie­mon­ta­ge und Ver­pa­ckung (IMV)“ nach Hohen­au. 2011 eröff­net die Grup­pe für psy­chisch Kran­ke (PPK) und ein Teil des Tech­no­lo­gie-Cam­pus Deggendorf/​Freyung wur­de in die Wolf­stei­ner Werk­stät­ten ver­la­gert. 2011 bis 2014 wird Werk­stät­te erwei­tert. 2014 fei­ern die Wolf­stei­ner 30 Jah­re Zusam­men­ar­beit mit der BMW Group. Bis 2017 ent­steht der Ersatz­neu­bau samt Spei­se­saal. 2021 wird eine neue Kalt­la­ger­hal­le gebaut. 2024 wird die Rei­ni­gung Tex­style an den Haupt­stand­ort verlegt.

Text: Karin Schlappinger

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