Zur Begrüßung des Bischofs hatten sich die Kindergartenkinder bei der Schule versammelt, sangen zwei Lieder und schwenkten dazu gelb-weiße Fähnchen. Der Bischof sang mit, schwenkte auch sein Fähnchen und es gelang ihm schnell, die Kinderherzen zu erobern. Im Anschluss segnete er jedes Kind. Anschließend zog der Festzug unter der Leitung von Thomas Thurnreiter und den Blasmusikklängen des Musikvereins Thurmansbang durch die mit Birken und Fahnen geschmückten Straßen zur Kirche. Dort begrüßte Kirchenpfleger Konrad Pfoser Bischof Stefan Oster, Pfarrer Xavier, Pater Josef, Dekan Fabian Feuchtinger und viele weitere Ehrengäste. Konrad Pfoser brachte seine Freude zum Ausdruck, so viele Gäste in der schönen barocken Kirche begrüßen zu dürfen.
Bischof Stefan Oster stellte in der Predigt Gott und Jesus als „Die Mitte“ ins Zentrum: „Achtet auf eure Mitte und haltet wieder mehr zusammen in der Gemeinschaft, satt auseinander und gegeneinander zu agieren, wie es so viele Menschen heute machen. Die Kirche war nicht umsonst jahrhundertelang der Mittelpunkt eines Ortes, um Orientierung und Gemeinschaft zu haben“. Die Besinnung auf Jesus sei alternativlos, gerade in einer Zeit, wo die Volkskirche ihre Mitte zu verlieren drohe: „Achten wir wieder mehr auf unsere Mitte, damit wir die Stimme des Herrn wieder hören im lauten Getöse der Welt.“ Zum Schluss der Predigt bedankte sich der Bischof bei allen, die sich 550 Jahre um die Pfarrei gekümmert haben: „Es ist schön, zu sehen, dass eine Pfarrei so lebendig ist wie in Thurmansbang. Bitte kümmern Sie sich weiter so liebevoll um ihre Pfarrei. Gott segne diesen Pfarrverband“.
In seinem Grußwort betonte der evangelische Pfarrer Thomas Plesch, wie wichtig es sei angesichts der vielen Menschen, die die Kirchen verlassen, „den Gläubigen gemeinsam zeigen, dass sie bei uns die Mitte finden können, in einer starken christlichen Glaubensgemeinschaft.“ Stellvertretende Landrätin Hilde Greine wünschte der Pfarrei Thurmansbang für die Zukunft, dass sie weiterhin ein Ort der Begegnung und des Zusammenhalts bleibt. Bürgermeister Stefan Wagner sagte, er sei „unendlich stolz, das unsere Pfarrei, mit der Kirche in der Mitte des Dorfes den Menschen Halt, Orientierung und Mitte gibt. Seit Jahrhunderten sorge die Allianz von Gemeinde und Kirche für Stabilität, gerade auch in herausfordernden Zeiten, wie wir sie gerade erleben“.
Im Anschluss gab Kirchenpfleger Konrad Pfoser noch einen kurzen Einblick in die 550-jährige Geschichte der Pfarrei. Sein Dank galt auch Gerhard Heininger, der auf 312 Seiten Geschichten, Menschen und Entwicklungen aus 550 Jahren Pfarrei Thurmansbang festgehalten hat, die sonst vielleicht vergessen worden wären. Konrad Pfoser erinnerte an die vielen Errungenschaften der Pfarrei, die heute so selbstverständlich hingenommen werden: „Unsere Kirchen, Kapellen und Wegkreuze, sind alles Ausdruck eines lebendigen Glaubens.“ Er erinnerte auch an die Gründung des Kindergarten St. Elisabeth oder des Seniorenclubs oder die Mitinitiative der Rumänienhilfe. 49 Priester haben bisher in Thurmansbang gewirkt, im Laufe der Jahrhunderte gingen insgesamt 19 Priester und drei Ordensleute aus der Pfarrei hervor. „In diesem Sinne empfehle ich Ihnen dieses wertvolle Buch sehr, dass im Pfarrhof zum Preis von 25 Euro erhältlich ist“. Als Gastgeschenk überreichte er dem Bischof ein Exemplar.
Mit dem Jubellied „Singet froh, wir haben Grund zum Danken“ beendete der Pfarrverbandschor unter der Leitung von Josef Ponigl den feierlichen Teil des Gottesdienstes und der Bischof erteilte den Segen für die Gläubigen. Mit dem gemeinsamen Lied „Großer Gott wir loben dich“ ging der Festgottesdienst zu Ende. Am Dorfplatz empfingen die Böllerschützen aus Solla die Gläubigen mit Böllerschüssen. Während des Gottesdienstes wurde zur Feier des Tages der Dorfplatz mit Bulldog- und Auto Oldtimern geschmückt. In der Festhalle dankte Kirchenpfleger Konrad Pfoser allen fleißigen Helferinnen und Helfer der Pfarrgemeinderäte aus Thurmansbang, Saldenburg und Solla, die für eine reibungslose und flotte Bewirtung der Gäste gesorgt hatten. Viele Gläubige nutzten die Gelegenheit mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen und im Laufe des Nachmittags ging ein schönes Pfarrjubiläum zu Ende.
Text: Hermann Scheuer



