Bistum

Mit Mut begonnen, mit Tatkraft weitergeführt

Redaktion am 21.10.2025

Info Icon Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Feierten gemeinsam 65 Jahre erfolgreiche Ausbildung an der Fachakademie für Sozialpädagogik der Deutschordensschwestern: Leitender Regierungsschuldirektor Reiner Sagstetter, Oberbürgermeister Jürgen Dupper, Landrat Raimund Kneidinger, ehemalige Schulleiterin Sr. Mirjam Müller, Schulleiterin Sr. Maria-Franziska Meier, Hochmeister P. Frank Bayard OT und Universitätspräsident Prof. Dr. Ulrich Bartosch.

Die Fachakademie für Sozialpädagogik der Deutschordensschwestern feiert 65jähriges Bestehen

Gemäß dem Mot­to ​„Hel­fen und Hei­len“ ist die Aus­bil­dung von päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten seit 65 Jah­ren ein Her­zens­an­lie­gen der Deutsch­or­dens­schwes­tern des Pas­sau­er St. Niko­la-Klos­ters. Gestar­tet im Jah­re 1960 mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Mut, fort­ge­führt mit viel Tat­kraft, ist die Fach­aka­de­mie für Sozi­al­päd­ago­gik in Stadt und Land­kreis Pas­sau heu­te eine nicht mehr weg zu den­ken­de und geschätz­te Bil­dungs­ein­rich­tung. Bei einem Fest­akt in der Uni­ver­si­täts­kir­che St. Niko­la fei­er­te die Schul­fa­mi­lie gemein­sam mit zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten über sechs Jahr­zehn­te erfolg­rei­che Bildungsarbeit. 

Im ein­lei­ten­den Got­tes­dienst nahm Hoch­meis­ter P. Franz Bayard OT als Haupt­ze­le­brant Bezug zur Ent­ste­hung der Fach­aka­de­mie. ​„Fürch­te Dich nicht,“ so Pater Bayard OT, ​„sei für ihn der wich­tigs­te Satz in der Bibel.“ ​„Angst sei etwas Nie­der­drü­cken­des. Doch Gott möch­te uns Mut machen, unser Leben zu leben. Mut, sich den Din­gen zu stel­len. So wie ihn auch die Grün­der­müt­ter der Aka­de­mie vor 65 Jah­ren bewie­sen. Die­se Frau­en haben ein­fach ange­packt. Sie haben ihre Beru­fung mit Mut begon­nen und mit Tat­kraft und Herz­blut wei­ter­ge­führt. Wer mit Kin­dern arbei­tet,“ so Pater Bayard ​„arbei­te an der Zukunft“. Dabei erin­ner­te er an die Wor­te Jesu: ​„Las­set die Kin­der zu mir kom­men, ihnen gehört das Him­mel­reich. Und,“ fügt er an, ​„auch die Zukunft.“ Ihre enge Ver­bun­den­heit zur Fach­aka­de­mie und den Deutsch­or­dens­schwes­tern brach­ten auch Dom­vi­kar Peter Kunz, Dom­probst Dr. Micha­el Bär und Dia­kon Ste­fan Zau­ner durch ihr Mit­wir­ken zum Aus­druck. Von beein­dru­cken­der Qua­li­tät war die musi­ka­li­sche Umrah­mung der gesam­ten Jubi­lä­ums­fei­er mit Yvonne Zeh­ner an der Gitar­re, dem Chor aus Stu­die­ren­den und Lehr­kräf­ten, unter­stützt von Bar­ba­ra Blu­men­stingl, der Lei­te­rin der Pas­sau­er Musik­schu­le sowie Robert Guder, der mit einem stim­mungs­voll vor­ge­tra­ge­nen Solo dem Jubi­lä­um einen ganz beson­de­ren Klang­mo­ment schenkte. 

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Die ehemalige Schulleiterin Sr. Mirjam Müller vor den Wallfahrtsbildern, die zum Jubiläum und für die Sternwallfahrt angefertigt wurden.

Man feie­re das Jubi­lä­um mit Freu­de, Stolz und Dank­bar­keit, so Schul­lei­te­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er, die in drit­ter Gene­ra­ti­on die Aus­bil­dungs­stät­te lei­tet. Sie nahm die anwe­sen­den Fest­gäs­te mit auf eine Zeit­rei­se durch die Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Fach­aka­de­mie. Gegrün­det wur­de die Ein­rich­tung am 17ten März 1960 mit der Visi­on jun­ge Frau­en für die Arbeit als Kin­der­gärt­ne­rin zu begeis­tern. Ins­ge­samt sieb­zehn Schü­le­rin­nen star­te­ten im dama­li­gen Erzie­he­rin­nen-Semi­nar. ​„Auch wenn es heu­te heißt, Lap­top statt Krei­de und Mood­le statt Zet­tel­wirt­schaft,“ so Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er zum Abschluss ihrer Rück­schau, ​„sei eines immer unver­än­dert geblie­ben, der Bil­dungs­auf­trag, getra­gen von christ­li­chen Wer­ten, ist heu­te wich­ti­ger denn je.“ 

Aktu­ell bil­det die Fach­aka­de­mie 170 ange­hen­de Fach­kräf­te aus, dar­un­ter auch 15 jun­ge Män­ner, die sich vor allem für das seit dem Schul­jahr 2021/2022 zusätz­lich ange­bo­te­ne pra­xis­ori­en­tier­te Aus­bil­dungs­mo­dell entscheiden. 

Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Dup­per blick­te anläss­lich des Jubi­lä­ums eben­falls zurück. Genau hier sei damals ein gro­ßer Flücht­lings­ort gewe­sen. Hier habe die Schwes­tern­schaft Men­schen Hoff­nung gege­ben und hier wur­den seit 1960 Gene­ra­tio­nen von Kin­dern mit­ge­prägt. Drei­tau­send Absol­ven­tin­nen sei­en aus der Fach­aka­de­mie her­vor­ge­gan­gen, so Dup­per. Land­rat Rai­mund Knei­din­ger dank­te für die hohe Qua­li­tät der Aus­bil­dung und hob die Bedeu­tung der Bil­dungs­ein­rich­tung für Stadt und Land­kreis Pas­sau her­vor: ​„Bis zum Jah­re 1960 war die nächst­ge­le­ge­ne Fach­aka­de­mie in der Stadt Landshut.“ 

Der lei­ten­de, nie­der­baye­ri­sche Regie­rungs­schul­di­rek­tor Rei­ner Sag­stet­ter bezeich­ne­te die Fach­aka­de­mie als ein Kind, das unkom­pli­ziert unter dem Schirm durch­lau­fe, weil Schul­lei­tung und Kol­le­gi­um sehr pro­fes­sio­nell arbei­te­ten. Er lob­te die Bereit­schaft, stets am Puls der Zeit zu blei­ben. Die Fach­aka­de­mie sei die ein­zi­ge in Nie­der­bay­ern, die das neue Aus­bil­dungs­mo­dell Opti­Prax (pra­xis­in­te­grier­te Aus­bil­dung) durch­ge­zo­gen habe. Uni­ver­si­täts-Prä­si­dent Prof. Bar­to­sch dank­te den Deutsch­or­dens­schwes­tern als Weg­be­rei­ter für die­se Bil­dungs­ein­rich­tung und damit auch als Weg­be­rei­ter für die Uni­ver­si­tät Pas­sau. Zum Abschluss über­reich­te die Stellv. Schul­lei­te­rin Bet­ti­na Hofer im Namen der gesam­ten Schul­fa­mi­lie und als Zei­chen der Wert­schät­zung eine Pas­sau­er Gold­po­me­ran­ze an Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er. ​„Die Schön­heit der Gold­po­me­ran­ze ent­fal­tet sich mit der Zeit, so wie die Fachakademie!“

Text: Bir­git Kölbl-Grantner

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