Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Die Fachakademie für Sozialpädagogik der Deutschordensschwestern feiert 65jähriges Bestehen
Gemäß dem Motto „Helfen und Heilen“ ist die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften seit 65 Jahren ein Herzensanliegen der Deutschordensschwestern des Passauer St. Nikola-Klosters. Gestartet im Jahre 1960 mit einer gehörigen Portion Mut, fortgeführt mit viel Tatkraft, ist die Fachakademie für Sozialpädagogik in Stadt und Landkreis Passau heute eine nicht mehr weg zu denkende und geschätzte Bildungseinrichtung. Bei einem Festakt in der Universitätskirche St. Nikola feierte die Schulfamilie gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen über sechs Jahrzehnte erfolgreiche Bildungsarbeit.
Im einleitenden Gottesdienst nahm Hochmeister P. Franz Bayard OT als Hauptzelebrant Bezug zur Entstehung der Fachakademie. „Fürchte Dich nicht,“ so Pater Bayard OT, „sei für ihn der wichtigste Satz in der Bibel.“ „Angst sei etwas Niederdrückendes. Doch Gott möchte uns Mut machen, unser Leben zu leben. Mut, sich den Dingen zu stellen. So wie ihn auch die Gründermütter der Akademie vor 65 Jahren bewiesen. Diese Frauen haben einfach angepackt. Sie haben ihre Berufung mit Mut begonnen und mit Tatkraft und Herzblut weitergeführt. Wer mit Kindern arbeitet,“ so Pater Bayard „arbeite an der Zukunft“. Dabei erinnerte er an die Worte Jesu: „Lasset die Kinder zu mir kommen, ihnen gehört das Himmelreich. Und,“ fügt er an, „auch die Zukunft.“ Ihre enge Verbundenheit zur Fachakademie und den Deutschordensschwestern brachten auch Domvikar Peter Kunz, Domprobst Dr. Michael Bär und Diakon Stefan Zauner durch ihr Mitwirken zum Ausdruck. Von beeindruckender Qualität war die musikalische Umrahmung der gesamten Jubiläumsfeier mit Yvonne Zehner an der Gitarre, dem Chor aus Studierenden und Lehrkräften, unterstützt von Barbara Blumenstingl, der Leiterin der Passauer Musikschule sowie Robert Guder, der mit einem stimmungsvoll vorgetragenen Solo dem Jubiläum einen ganz besonderen Klangmoment schenkte.
Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Man feiere das Jubiläum mit Freude, Stolz und Dankbarkeit, so Schulleiterin Sr. Maria-Franziska Meier, die in dritter Generation die Ausbildungsstätte leitet. Sie nahm die anwesenden Festgäste mit auf eine Zeitreise durch die Entwicklungsgeschichte der Fachakademie. Gegründet wurde die Einrichtung am 17ten März 1960 mit der Vision junge Frauen für die Arbeit als Kindergärtnerin zu begeistern. Insgesamt siebzehn Schülerinnen starteten im damaligen Erzieherinnen-Seminar. „Auch wenn es heute heißt, Laptop statt Kreide und Moodle statt Zettelwirtschaft,“ so Sr. Maria-Franziska Meier zum Abschluss ihrer Rückschau, „sei eines immer unverändert geblieben, der Bildungsauftrag, getragen von christlichen Werten, ist heute wichtiger denn je.“
Aktuell bildet die Fachakademie 170 angehende Fachkräfte aus, darunter auch 15 junge Männer, die sich vor allem für das seit dem Schuljahr 2021/2022 zusätzlich angebotene praxisorientierte Ausbildungsmodell entscheiden.
Oberbürgermeister Jürgen Dupper blickte anlässlich des Jubiläums ebenfalls zurück. Genau hier sei damals ein großer Flüchtlingsort gewesen. Hier habe die Schwesternschaft Menschen Hoffnung gegeben und hier wurden seit 1960 Generationen von Kindern mitgeprägt. Dreitausend Absolventinnen seien aus der Fachakademie hervorgegangen, so Dupper. Landrat Raimund Kneidinger dankte für die hohe Qualität der Ausbildung und hob die Bedeutung der Bildungseinrichtung für Stadt und Landkreis Passau hervor: „Bis zum Jahre 1960 war die nächstgelegene Fachakademie in der Stadt Landshut.“
Der leitende, niederbayerische Regierungsschuldirektor Reiner Sagstetter bezeichnete die Fachakademie als ein Kind, das unkompliziert unter dem Schirm durchlaufe, weil Schulleitung und Kollegium sehr professionell arbeiteten. Er lobte die Bereitschaft, stets am Puls der Zeit zu bleiben. Die Fachakademie sei die einzige in Niederbayern, die das neue Ausbildungsmodell OptiPrax (praxisintegrierte Ausbildung) durchgezogen habe. Universitäts-Präsident Prof. Bartosch dankte den Deutschordensschwestern als Wegbereiter für diese Bildungseinrichtung und damit auch als Wegbereiter für die Universität Passau. Zum Abschluss überreichte die Stellv. Schulleiterin Bettina Hofer im Namen der gesamten Schulfamilie und als Zeichen der Wertschätzung eine Passauer Goldpomeranze an Sr. Maria-Franziska Meier. „Die Schönheit der Goldpomeranze entfaltet sich mit der Zeit, so wie die Fachakademie!“
Text: Birgit Kölbl-Grantner

