Foto: Simona Kehl
Mit Gedanken Bernhards von Clairvaux (1090-1153), interpretiert von Dozent Msgr. Dr. Bernhard Kirchgessner, Leiter von Spectrum Kirche Passau, begleiten wir Sie durch den Advent 2025. „Fasst neue Hoffnung!“ Unter diesem Titel laden wir Sie ein, sich jeden Tag vom 1. Advent bis Heiligabend mit einem kurzen geistlichen Impuls inspirieren zu lassen. Gesegneten Advent mit den Adventsimpulsen!
Adventsimpuls zum Heiligabend
Cur Deus homo? Warum wird Gott Mensch. So fragte Anselm von Canterbury und Abt Bernhard von Clairvaux mit ihm. Warum tut er sich das überhaupt an? Die Antwort des honigfließenden Lehrers Bernhard von Clairvaux lautet: „Er ist ja in die Welt gekommen, um seine Wohnung in den Menschen mit den Menschen und für die Menschen aufzuschlagen, um unsere Finsternis zu erleuchten, unsere Mühen zu erleichtern und die Gefahren abzuwenden.“ Seit der Christnacht sind wir Menschen nicht mehr unbehaust, denn nun lebt Gott in uns!
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Adventsimpuls zum 23. Dezember
„Am morgigen Tag also werden wir die Majestät Gottes sehen, aber in uns, nicht in ihm selbst: wir werden die Majestät in der Niedrigkeit sehen, die Kraft in der Schwäche, Gott im Menschen.“ Ist das nicht großartig: Gott in uns, der Große in uns Kleinen, der Starke in uns Schwachen.
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Adventsimpuls zum 22. Dezember
Nach der Rede von der ersten und zweiten Gottesgeburt folgt die dritte Gottesgeburt: „Könnten wir uns doch als ein Betlehem im Lande Juda erweisen, so dass er uns die Gnade schenkt, in uns geboren zu werden, und wir zu hören verdienen: Euch wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, wenn ihr Gott fürchtet! Das ist die entscheidende Gottesgeburt, die Geburt Jesu in unseren, in meinem Herzen.
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Adventsimpuls zum 21. Dezember
Von der ersten Gottesgeburt, aller Zeit voraus, war gestern die Rede. Abt Bernhard fährt fort: „Damit er also, soweit es fassbar ist, offenbar werde, ist Christus geboren worden; er ist geboren worden in der Zeit, aus dem Fleisch im Fleisch, denn das Wort ist Fleisch geworden,“ wie wir am Weihnachtstag hören. Das ist die zweite Gottesgeburt, die historische Geburt Jesu des Sohnes Gottes in Betlehem.
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Adventsimpuls zum 20. Dezember
„Vor langer Zeit ist Christus geboren worden. Vor langer Zeit und noch vorher. Christus ist also nicht nur vor dieser unserer Zeit geboren worden, sondern vor allen Zeiten. Freilich, jene Geburt hüllte sich in Finsternis oder vielmehr: sie wohnt in unzugänglichem Licht; sie ist verborgen im Herzen des Vaters.“ Wie das zu verstehen ist, erklärt das Glaubensbekenntnis: „Aus dem Vater geboren vor aller Zeit.“ Aller Zeit voraus ging Jesus aus dem Vater hervor. Wir nennen das die erste Gottesgeburt.
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Adventsimpuls zum 19. Dezember
„Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem in Juda geboren.“ Wessen Herz wäre aus Stein, dass seine Seele nicht bei diesem Wort schmelzen würde? Was könnte Süßeres verkündet werden, welche Kunde könnte erfreulicher sein? Ist jemals etwas Derartiges gehört worden, hat die Welt je einmal Ähnliches vernommen? „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem in Juda geboren.“ Welch‘ unglaubliche Botschaft!
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Adventsimpuls zum 18. Dezember
„Die Stimme der Freude erschallt in unserem Land, die Stimme des Jubels und des Heiles in den Zelten der Sünder. Vernommen wird das gute Wort, das Wort des Trostes, wert, dass man es beherzigt. Lasst euer Lob erschallen, ihr Berge, all ihr Bäume der Wälder, klatscht in die Hände vor dem Angesicht des Herrn, denn er ist gekommen! „Vernimm, o Erde, doch vor allem du, o Mensch: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem in Juda geboren.“ Die ganze Schöpfung feiert seine Geburt.
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Adventsimpuls zum 17. Dezember
An welchem Ort wird Jesus geboren? „In Betlehem im Lande Juda. Es geziemt sich ja nicht, dass wir Betlehem so ohne weiteres übergehen. „Lasst uns nach Betlehem hinübergehen (Lk 2,15), sagen die Hirten, nicht; „Lasst uns Betlehem übergehen.“ Machen wir uns nach Betlehem auf, gehen wir nicht daran vorbei!
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Adventsimpuls zum 16. Dezember
„Wenn im Übrigen eine Seele in ihrem Fortschritt so weit gekommen ist – was freilich im Hinblick auf uns Mönche viel heißen will –, dass Maria ein Stern des Meeres und voll der Gnade ist, dass sie in sich den Heiligen Geist trägt, der über sie gekommen ist, dann, glaube ich, wird er sich nicht verschmähen, nicht nur in ihr, sondern auch aus ihr geboren zu werden,“ so Bernhard von Clairvaux. Unglaublich! Gott will in einem jeden von uns geboren werden!
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Adventsimpuls zum 15. Dezember
„Wie es nämlich nicht möglich ist, Gott ohne Glauben zu gefallen, so kann man den Menschen nicht ohne Sanftmut gefallen. Ganz zu Recht werden wir darin ermahnt, bereit zu sein, sowohl mit Gott, dessen Majestät wir sehen sollen, in Einklang zu stehen, als auch mit unserer Gemeinschaft, sodass wir ihn in gleicher Weise in uns selbst sehen. Wir müssen uns um das Gute nicht nur vor Gott, sondern auch vor den Menschen kümmern, damit wir nicht nur ihm, sondern auch unseren Mitbürgern lieb sein können.“
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Adventsimpuls zum 14. Dezember
Gott schauen. Ist das für den Menschen überhaupt möglich, so fragt Abt Bernhard kritisch? Und seine Antwort lautet: „Der Eintritt in die Fülle des Lichtes, das Eintauchen in die Abgründe der Klarheit und das Wohnen im unzugänglichen Licht ist nichts für diese Zeit, auch nicht für den Leib. Das ist für das Ende aufgespart.“ Am Ende wird uns Gott grandios überraschen!
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Adventsimpuls zum 13. Dezember
„An jenem Tag, dem kein weiterer folgen wird, wird ihm der gerechte Richter den Kranz der Gerechtigkeit geben. Dann wird er sehen und überfließen, sein Herz wird staunen und sich öffnen“ (Jes 60,5). Wie weit aber wird es sich öffnen, so fragt uns heute Bernhard von Clairvaux? „Bis es die Majestät Gottes sieht. Glaubt nicht meine Brüder, dass ich fähig bin, euch diese Verheißung mit Worten auszudrücken!“
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Adventsimpuls zum 12. Dezember
„Heute wird uns ein kleines Kind geboren, damit der Mensch sich nicht mehr vermessen erhebe, sondern damit wir uns eher bekehren und werden wie die kleinen Kinder; morgen aber wir der große und lobwürdige Herr erscheinen, damit auch wir mit Lobgesang verherrlicht werden. Gewiss wird er die, die er heute rechtfertigt, morgen erhöhen, und der Vollendung in der Heiligkeit wird die Schau der Majestät folgen. Die Schau aber wird nicht gering sein, denn sie kann nur in Ähnlichkeit bestehen. Wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1 Joh 3,2) Welche Freude wird dies für uns Menschen sein: wir dürfen Gott schauen!
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Adventsimpuls zum 11. Dezember
„Der Eingeborene Gottes, die Sonne der Gerechtigkeit, ist ja deswegen wie die Kerze des unermesslichen und strahlenden Lichts in den Kerker dieser Welt als Licht gekommen und entflammt worden, damit alle, die erleuchtet werden wollen, an ihn herantreten und sich mit ihm vereinen, so dass nichts Trennendes mehr zwischen ihnen und ihm ist.“ Unsere Sünden nämlich stehen zwischen uns und Gott. (Jes 59,2) Sind sie aber getilgt, dann müssen wir vom wahren Licht erleuchtet und zu einem Leib verbunden werden, und wir werden eins mit ihm; so wird ein erloschenes Licht mit einem leuchtenden und brennenden Licht unmittelbar verbunden, damit es von neuem leuchte,“ so der doctor mellifluus, der honigfließende Lehrer Abt Bernhard.
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Adventsimpuls zum 10. Dezember
„Alle ihr Menschenkinder, hört (Ps 48,2f.).: Erhebt euch, die ihr im Staub liegt, und stimmt ein Loblied an, denn der Arzt kommt zu den Kranken, der Erlöser zu den Versklavten, der Weg zu den Irrenden, das Leben zu den Toten. Es kommt der, der alle unsere Sünden in die Tiefe des Meeres versenkt, der alle unsere Gebrechen heilt, der uns auf seinen eigenen Schultern zum Ursprung der eigenen Würde trägt.“ Erhebe dich, Mensch, dein Arzt kommt, Heilung naht!
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Adventsimpuls zum 9. Dezember
„Drei Vereinigungen schuf jene allmächtige Majestät, indem es unser Fleisch annahm, so wunderbar einzig und einzig wunderbar, (mirabiliter singularia et singulariter mirabilia), dass solches weder je geschehen ist noch künftig auf Erden geschehen kann. Vereinigt haben sich nämlich Gott und Mensch, Mutter und Jungfrau, Glaube und Menschenherz.“
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Adventsimpuls zum 8. Dezember
Auf die Frage, wieviel Liebe des Menschen zu Gott Gottes würdig sei, antwortet der honigfließende Lehrer Abt Bernhard: „Wenn auch das Geschöpf weniger liebt, weil es geringer ist, so fehlt dennoch nichts, wenn es aus seinem ganzen Sein liebt und alles gibt, was es ist und hat.“
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Adventsimpuls zum 7. Dezember
„Betlehem bedeutet „Haus des Brotes“. Wenn du also deine Seele mit der Nahrung des göttlichen Wortes sättigst und gläubig jenes Brot, das vom Himmel kommt und der Welt das Leben gibt, den Leib des Herrn Jesus Christus, mit zwar nicht würdiger, aber doch deinen Kräften entsprechender Ehrfurcht aufnimmst, wenn du schließlich aus dem Glauben lebst und keineswegs seufzen musst, weil du vergessen hast, dein Brot zu essen, dann bist du Betlehem geworden und würdig, den Herrn aufzunehmen, nur darf das Bekenntnis nicht fehlen,“ so Bernhard, der Gründer des Klosters Clairvaux.
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Adventsimpuls zum 6. Dezember
„Bedenke schließlich, dass er in Betlehem in Juda geboren wird, und richte deine Sorge darauf, wie auch du als ein „Betlehem in Juda“ erkannt wirst, dann wird er es sich gefallen lassen, auch in dir aufgenommen zu werden. “ Sei auch du ein Betlehem, dann wird ER auch in Dir geboren!
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Adventsimpuls zum 5. Dezember
Wie Jesus von uns Menschen an Weihnachten aufgenommen werden will, erklärt Bernhard von Clairvaux so: „Vielleicht hätte jemand glauben können, es müsste ein erhabener Palast für ihn gesucht werden, damit der König der Herrlichkeit mit Glanz aufgenommen werde. Aber nicht deswegen kam er von jenem königlichen Thron herab. An all diesem hatte er in den Himmeln Fülle, die Armut aber wurde in ihnen nicht gefunden. Auf Erden freilich gab es keinen Mangel an ihr, nein, sie herrschte allerorts, und der Mensch kannte ihren Wert nicht. Nach ihr verlangte der Sohn Gottes, und darum stieg er herab um sie zu erwählen und um sie durch seine Wertschätzung auch uns kostbar zu machen. Schmücke dein Gemach, Sion, aber mit Demut, aber mit Armut! Er steigt herab, damit wir zu ihm aufsteigen können.“
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Adventsimpuls zum 4. Dezember
Warum Jesus in Betlehem, einem unbedeutenden Städtchen, geboren wurde, erklärt uns Bernhard von Clairvaux so: „Nicht einmal das ist unpassend für den, der unseretwegen arm geworden ist, obwohl er reich ist; und obwohl er der große und hochgepriesene Herr ist, ist er für uns als kleines Kind geboren.“ Der Große wird klein, damit wir Kleinen groß werden.
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Adventsimpuls zum 3. Dezember
„Warum ist Gottes Sohn Mensch geworden, wenn nicht deshalb, dass er die Menschen zu Kindern Gottes macht?“, so fragt uns heute Abt Bernhard. „Wer aber vermag seinem Willem zu widerstehen?“ (Röm 9.19). Jesus ist es, der uns rechtfertigt: wer könnte uns da verdammen? Christus ist es, der uns heilt, wer könnte uns da verwunden? Der Sohn Gottes ist es, der uns erhöht: wer könnte (uns) da erniedrigen“?
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Adventsimpuls zum 2. Dezember
„Fasst neue Hoffnung, ihr Verlorenen“, so fordert der Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux seine Mönche im 12. Jh. und uns heute auf. „Jesus kommt, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Ihr Kranken, fasst wieder Kraft: Christus kommt, der mit der Salbung seines Erbarmens die heilt, die zerknirschten Herzens sind. Jubelt alle, die ihr nach Hohem verlangt: Gottes Sohn steigt zu euch herab, um euch zu Miterben seines Reiches zu machen.“ Welch ein heruntergekommener Gott!
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Adventsimpuls zum 1. Dezember
„Was bedeutet es, dass Gott in Christus zu uns gekommen ist? Warum sind nicht vielmehr wir zu ihm gegangen?“ So fragt Bernhard von Clairvaux in einer Advents-predigt. Bernhards Antwort: Weil es ein doppeltes Hindernis gab: Unsere Augen waren nämlich in Finsternis gehüllt, jener aber wohnt in unzugänglichem Licht (1 Tim 6,15); auch lagen wir gelähmt im Krankenbett und konnten uns nicht zu jener göttlichen Erhabenheit aufrichten. Deshalb stieg der Erlöser und Seelenarzt voll Güte von seiner Höhe herab und milderte für unsere schwachen Augen seinen strahlenden Glanz. Es gebührt sich, „dass der Kranke, auch wenn er nicht imstande ist, einem solchen Arzt zur Begegnung weiter entgegenzugehen, doch wenigstens versucht, sein Haupt zu heben und sich zur Begrüßung des Kommenden aufzurichten, so gut er es vermag.“ So erhebt euer Haupt, euer Erlöser naht!
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Adventsimpuls zum 30. November
Warum wurde Gott in Jesus Christus Mensch, einer wie wir, die Sünde ausgenommen? Welches ist der Anlass seines Kommens? Darauf antwortet der Abt und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux im 12. Jh.: „Wie wunderbar ist doch die Herablassung Gottes, der den Menschen sucht, wie groß die Würde des Menschen, der so gesucht wird. Wollte er sich dieser Würde rühmen, wäre er gewiss nicht töricht: Nicht, weil er sich einbildete, gleichsam aus sich selbst etwas zu sein, sondern weil der, der ihn geschaffen hat, ihn zu solcher Würde erhoben hat.“ (Ps 8)

