Soziales

Kinder- und Jugendhilfe im Wandel

Stefanie Hintermayr am 18.11.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Prof. Dr. Mechthild Wolff sprach bei der AGkE-Mitgliederversammlung in Fürstenzell über aktuelle Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen im Bistum Passau waren sich einig: Kinderschutz muss auch in Zukunft gewährleistet werden.

Kinderschutz in ein Recht!

„Wir brau­chen mehr nie­der­schwel­li­ge Ansät­ze und mehr Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te. Hier müs­sen wir uns fach­lich ent­spre­chend auf­stel­len, damit es gar nicht erst zur Eska­la­ti­on kommt.“ – So das Fazit von Frau Prof. Dr. Mecht­hild Wolff (FH Lands­hut) bei der AGkE-Mit­glie­der­ver­samm­lung in Fürs­ten­zell zum The­ma ​„Kin­der und Jugend­hil­fe im Wan­del“. Ihren Vor­trag vor den Mit­glie­dern der Arbeits­ge­mein­schaft katho­li­scher Ein­rich­tun­gen und Diens­te der Erzie­hungs­hil­fen im Bis­tum Pas­sau (AGkE) über­schrieb sie mit dem Titel ​„Fami­li­en­hil­fe im Wan­del“. Trotz aller aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen beton­te sie, dass vie­le Infra­struk­tu­ren zum Kin­der- und Jugend­schutz bereits vor­han­den sei­en, bei­spiels­wei­se die enor­me fach­li­che Wei­ter­ent­wick­lung in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Mit Ver­weis auf die Ver­öf­fent­li­chung der Skan­da­le zu sexua­li­sier­ter Gewalt in katho­li­schen Ein­rich­tun­gen erklär­te Wolff: ​„Hier haben wir auf Basis der zivil­ge­sell­schaft­li­chen The­ma­ti­sie­rung eine neue Infra­struk­tur auf­ge­baut“, die auch funk­tio­nie­re, wie sie an den Bei­spie­len Run­de Tische, Betrof­fe­nen­rä­te und Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­te zeigte.

Die aktu­ell größ­te Her­aus­for­de­rung für die Kin­der- und Jugend­hil­fe sieht Wolff im digi­ta­len Schutz, bei­spiels­wei­se vor Online-Groo­ming und Cyber­mob­bing. ​„Kin­der­schutz darf nicht nur ana­log, son­dern muss auch digi­tal gedacht wer­den“, beton­te sie. ​„Wir brau­chen viel mehr Metho­den, um Kom­pe­ten­zen im digi­ta­len Bereich bei den Kin­dern zu stär­ken. Hier sei­en die Kin­der­schutz­ein­rich­tun­gen gefragt, die dar­an mit­wir­ken müss­ten, neue Infra­struk­tur zu schaf­fen. Es brau­che unbe­dingt ent­spre­chen­de tech­ni­sche Aus­stat­tung von Fami­li­en, Unter­stüt­zung und Schu­lung von Fach­kräf­ten und den ver­stärk­ten Ein­satz von künst­li­cher Intel­li­genz im Kin­der­schutz. ​„Wir soll­ten KI als Tool nut­zen, um Lösun­gen für eine neue Infra­struk­tur im digi­ta­len Kin­der­schutz zu fin­den.“ Das sei gera­de in unse­rer aktu­ell kri­sen­be­haf­te­ten Zeit wich­tig, so Wolff, weil Fami­li­en oft an ihre Belas­tungs­gren­zen kämen – noch dazu, wo die Kür­zung finan­zi­el­ler Mit­tel anste­he. Klar sein müs­se aber: ​„Kin­der­schutz in ein Recht!“ Wolff appel­lier­te schließ­lich, künf­tig ver­stärkt auf Prä­ven­ti­on mit ent­spre­chen­den Prä­ven­ti­v­an­ge­bo­ten zu set­zen, ganz nach dem Mot­to: Prä­ven­ti­on statt Intervention.

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Kinder sind unsere Zukunft!

Eri­ka Paul, Geschäfts­füh­re­rin der AGkE Pas­sau, teilt die Mei­nung der Refe­ren­tin und stellt den stei­gen­den Bedarf an Kin­der- und Jugend­schutz in unse­rer kom­ple­xen und kri­sen­be­haf­te­ten Zeit fest. ​„Schüt­zen­de fami­liä­re und insti­tu­tio­nel­le Bildungs‑, Betreu­ungs- und Unter­stüt­zungs­sys­te­me kom­men mitt­ler­wei­le an ihre Leis­tungs­gren­zen. Kin­der und Eltern erhal­ten nicht recht­zei­tig die not­wen­di­ge Auf­merk­sam­keit und Unter­stüt­zung. Der Kin­der­schutz gerät aus dem Blick; Auf­fäl­lig­kei­ten und Pro­ble­me ver­stär­ken sich. Das ist ein Teu­fels­kreis, der unter­bro­chen wer­den muss!“ Der Bedarf stei­ge, so Paul, aber gleich­zei­tig kämen Kom­mu­nen und Kir­che man­gels finan­zi­el­ler Mit­tel an ihre Belas­tungs­gren­zen. ​„Das ist die gro­ße Her­aus­for­de­rung, der wir uns von der Kin­der- und Jugend­hil­fe der­zeit stel­len müs­sen.“ Mit Blick auf die Zukunft meint sie: ​„Die Ange­bo­te der Kin­der,- Jugend- und Fami­li­en­hil­fe sind zuneh­mend wich­tig für den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und den Erhalt unse­rer demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung. Auf­grund die­ser Dring­lich­keit gehe ich fest davon aus, dass auch zukünf­tig alles dafür getan wird, um den Kin­der­schutz zu sichern.“

Weitere Informationen zur AGkE

Die AGkE Pas­sau unter dem Vor­sitz von Johan­nes Erb­erts­eder ist ein frei­wil­li­ger Zusam­men­schluss von katho­li­schen Ein­rich­tun­gen der Erzie­hungs­hil­fen und der katho­li­schen Jugend­so­zi­al­ar­beit (KJS). Sie ermög­licht den Trä­gern, Lei­tern und Mit­ar­bei­tern der ange­schlos­se­nen Ein­rich­tun­gen auf Grund­la­ge des christ­li­chen Men­schen- und Welt­bil­des durch fach­li­che Bera­tung, Fort­bil­dung und Fach­ta­gun­gen, fach­li­chen Aus­tausch in Gre­mi­en, Ver­net­zung der Arbeit und Inter­es­sens­ver­tre­tung, ihre Fach­kom­pe­tenz und die Qua­li­tät ihrer Ange­bo­te stän­dig zu ver­bes­sern (Quel­le: Cari­tas Pas­sau). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es auf der Web­site des Cari­tas Passau:

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