Alte Werte – neue Welt

Redaktion am 02.07.2026

Info Icon Foto: Veronika Pongratz

Alte Werte – neue Welt: Warum junge Christinnen und Christen Hoffnung machen

In der Pro­Li Kino­Bar in Pas­sau dis­ku­tier­ten jun­ge Enga­gier­te und Gäs­te über Glau­ben, Gemein­schaft und die Zukunft der Kir­che. Der Abend zeig­te: Wer jun­gen Men­schen zuhört, ent­deckt eine Kir­che vol­ler Enga­ge­ment, Zuver­sicht und authen­ti­scher Glaubenszeugnisse.

Wie sieht Kir­che aus, wenn jun­ge Men­schen selbst das Wort ergrei­fen? Die­ser Fra­ge wid­me­te sich die Ver­an­stal­tung Alte Wer­te – neue Welt“ in der Pro­Li Kino­Bar in Pas­sau. Dass der Abend nicht in kirch­li­chen Räu­men statt­fand, son­dern dort, wo jun­ge Erwach­se­ne ihre Frei­zeit ver­brin­gen, war ein bewuss­tes Zei­chen – und eine Chan­ce, den Dia­log genau dort zu füh­ren, wo jun­ge Men­schen unter­wegs sind. Dar­auf mach­te auch Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer Huber­tus Ker­scher aufmerksam.

Vier jun­ge Men­schen, die sich auf ganz unter­schied­li­che Wei­se in der Kir­che enga­gie­ren, berich­te­ten auf dem Podi­um von ihren per­sön­li­chen Glau­bens­we­gen und ihrem Ein­satz. Ob als Kurat der Pfad­fin­der, als jun­ge Mes­ne­rin oder im Umfeld der Home Mis­si­on Base – ihre Geschich­ten mach­ten deut­lich, wie viel­fäl­tig kirch­li­ches Enga­ge­ment heu­te sein kann und wel­che Bedeu­tung der Glau­be im eige­nen Leben hat.

Im Mit­tel­punkt stand dabei nicht nur die per­sön­li­che Glau­bens­bio­gra­fie, son­dern auch die Fra­ge, wie Kir­che in Zukunft gestal­tet wer­den kann. In einem leben­di­gen Aus­tausch betei­lig­ten sich neben den Podi­ums­gäs­ten auch die rund 20 Besu­che­rin­nen und Besu­cher an einem offe­nen Gespräch über Chan­cen, Her­aus­for­de­run­gen und not­wen­di­ge Ent­wick­lun­gen der Kirche.

Jugend­pfar­rer Huber­tus Ker­scher zeig­te sich beein­druckt von den per­sön­li­chen Zeug­nis­sen der jun­gen Erwach­se­nen. Für ihn wur­de deut­lich, wel­che Men­schen die kirch­li­che Jugend­ar­beit her­vor­bringt: jun­ge Chris­tin­nen und Chris­ten, die ihren Glau­ben authen­tisch leben und wei­ter­ge­ben. Sie sei­en die glaub­wür­digs­te Wer­bung für Kir­che und für die Bot­schaft Jesu Christi.

Auch Lukas Mixa, Diö­ze­san­ku­rat der Deut­schen Pfad­fin­der­schaft St. Georg (DPSG), hob den offe­nen Cha­rak­ter des Abends her­vor. Das Gespräch habe gezeigt, wie wich­tig Räu­me sei­en, in denen jun­ge Men­schen gemein­sam dar­über nach­den­ken kön­nen, wie Kir­che heu­te und mor­gen aus­se­hen soll. 

Dis­ku­tiert wur­de dabei in der soge­nann­ten Fish­bowl-Metho­de“: Ein frei­er Stuhl auf dem Podi­um ermög­lich­te es den Besu­che­rin­nen und Besu­chern, sich jeder­zeit aktiv in die Dis­kus­si­on ein­zu­brin­gen und ihre Sicht­wei­sen ein­zu­brin­gen. So ent­stand ein leben­di­ger und unkom­pli­zier­ter Aus­tausch auf Augenhöhe.

Für Franz Schlüs­sel­hu­ber, Diö­ze­san­se­kre­tär der Christ­li­chen Arbei­ter­ju­gend (CAJ), lag die beson­de­re Stär­ke der Ver­an­stal­tung dar­in, dass jun­ge Men­schen ehr­lich von ihrer Lebens­wirk­lich­keit als gläu­bi­ge Chris­tin­nen und Chris­ten berich­te­ten. The­men wie per­sön­li­cher Glau­be, Glau­bens­kom­mu­ni­ka­ti­on im digi­ta­len Raum sowie die Fra­ge nach not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen in der Kir­che sei­en offen und respekt­voll dis­ku­tiert wor­den. Beson­ders ermu­ti­gend sei gewe­sen zu erle­ben, dass es trotz aller gesell­schaft­li­chen und kirch­li­chen Her­aus­for­de­run­gen wei­ter­hin jun­ge Men­schen gibt, die ihrer Kir­che ver­trau­en und bereit sind, Ver­ant­wor­tung zu übernehmen.

Der Abend mach­te deut­lich: Jun­ge Men­schen wün­schen sich eine Kir­che, die zuhört, Betei­li­gung ermög­licht und ihren Glau­ben authen­tisch lebt. For­ma­te wie Alte Wer­te – neue Welt“ schaf­fen dafür den not­wen­di­gen Raum – offen, wert­schät­zend und dort, wo sich die Lebens­welt jun­ger Men­schen tat­säch­lich abspielt.

Zugleich wur­de an die­sem Abend deut­lich, dass Kir­che dort beson­ders glaub­wür­dig ist, wo sie den Mut hat, ihre ver­trau­ten Räu­me zu ver­las­sen und den Men­schen in ihrem All­tag zu begeg­nen. Die kirch­li­che Jugend­ar­beit zeigt seit vie­len Jah­ren, wie das gelin­gen kann: mit­ten in der Lebens­welt jun­ger Men­schen, im offe­nen Dia­log und mit dem Ver­trau­en dar­auf, dass der Glau­be gera­de dort sei­ne stärks­te Strahl­kraft ent­fal­tet, wo die gro­ßen Fra­gen des Lebens gestellt wer­den.
 

Text: Niko­laus Pfeif­fer / Refe­rent für Digi­ta­le Glau­bens­kom­mu­ni­ka­ti­on im Bischöf­li­ches Jugend­amt Passau

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