Foto: Susanne Simperl / pbp
Zum Antrittsbesuch traf sich der Bundestagsabgeordnete Hans Koller (CSU) mit Bischof Dr. Stefan Oster in Passau.
Im Zentrum des Austauschs standen zentrale Themen unserer Zeit: die Spaltung der Gesellschaft, die Rolle des Glaubens in politischen Entscheidungsprozessen sowie die Bedeutung der Landwirtschaft als Teil der Schöpfungsverantwortung.
„Um gute Entscheidungen zu treffen, muss man wissen, woran man glaubt. Für mich ist der Glaube an Gott dabei eine gute Orientierung.”
Hans Koller betonte, wie wichtig es für ihn sei, sich in seiner politischen Arbeit auf klare moralische Grundsätze stützen zu können. „Um gute Entscheidungen zu treffen, muss man wissen, woran man glaubt. Für mich ist der Glaube an Gott dabei eine gute Orientierung“, so Koller. Der regelmäßige Besuch des Donnerstags-Gottesdienstes in Berlin sei für ihn deshalb nicht nur eine auch eine politische Kraftquelle.
Auch Bischof Oster betonte, dass die Kirche auf die großen Fragen nach Moral und Verantwortung klare Antworten bieten könne. „Wer auf der Suche nach Moralvorstellungen ist, der findet sie bei Gott und der Kirche“, sagte Oster. Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass Politik und Kirche eine gemeinsame Verantwortung tragen: Spaltungen in der Gesellschaft zu überwinden und in Vielfalt tragfähigen Konsens zu schaffen.
Im Gespräch verurteilten beide auch die wachsende politische Polarisierung und das Erstarken extremistischer Kräfte, insbesondere an den politischen Rändern. „Ein Extrem ist auch die AfD mit ihrem Konzept der Stimmungsmache, das die Gesellschaft weiter spaltet“, so Koller. Bischof Oster ergänzte: „Konflikte erzeugen eben Likes – aber Likes allein lösen keine Probleme.“ Beide betonten, dass Zustimmung nicht zum Selbstzweck werden dürfe. „Gerade jene, die von der reinen Darstellung der Probleme profitieren, haben oft kein Interesse daran, sie auch zu lösen“, so Koller.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war auch die Zukunft der Landwirtschaft. Als gelernter Landwirt und Vertreter der CSU liegt Hans Koller dieser Bereich besonders am Herzen: „Die Landwirtschaft braucht politischen Rückhalt – nicht nur, um sich weiterentwickeln zu können, sondern auch, um unsere Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen.“
Bischof Oster unterstützte diesen Ansatz und stellte deutlich klar, dass die Kirche nicht – wie in einem umstrittenen Zeitungsartikel suggeriert – eine Enteignung von Landwirten befürworte. Vielmehr müsse Landwirtschaft als Teil eines größeren ökologischen Ganzen verstanden werden. „Landwirtschaft darf nicht pauschal als Umweltproblem gesehen werden. Sie ist Teil der Lösung – wenn sie im Einklang mit der Schöpfung geschieht“, so Oster.
Beide Gesprächspartner zeigten sich überzeugt: Eine Gesellschaft, die gemeinsame Werte lebt, braucht den Mut zur Differenzierung, die Bereitschaft zum Dialog – und den Glauben an etwas, das größer ist als der eigene Standpunkt.
„Wer in Verantwortung steht, muss auch bereit sein, zu seiner Meinung zu stehen und sie zu vertreten“, sagte Koller zum Abschluss des Gesprächs.
Denn: Nur wer seine Überzeugungen kennt, kann Brücken bauen – zwischen Menschen, Meinungen und Generationen.
Text: Wahlkreisbüro Hans Koller

