Foto: Bettina Sturm
Bei Verkehrsunfällen, Naturkatastrophen, häuslichen Todesfällen oder weiteren Katastrophen erleiden Menschen nicht nur körperliche Verletzungen. Solche Ereignisse lösen bei Betroffenen wie Helfenden häufig psychosomatische Reaktionen aus.
Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Notfallversorgung lädt zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen ein
Es fällt schwer mit dem Erlebten umzugehen. Umso wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die in solchen Ausnahmesituationen Menschen in Not zur Seite stehen. Der Sprecherkreis Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung (ARGE PSNV) Passau hat die angeschlossenen Mitglieder aus Stadt und Landkreis Passau nun zu einem Infoabend und Vernetzungstreffen ins Bischöfliche Ordinariat eingeladen.
Mitglieder dieser ARGE sind die evangelische und katholische Notfallseelsorge, die katholische Krisenseelsorge im Schulbereich, das so genannte KIBBS/ReKIT-Team der staatlichen Schulpsychologen, das Landratsamt Passau (Fachbereich Katastrophenschutz), die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Passau-Freyung des Staatlichen Gesundheitsamts, das Bayerische Rote Kreuz einschließlich seiner Untergliederung Bergwacht, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Feuerwehren im Landkreis Passau, der Malteser-Hilfsdienst, die Polizeiliche Betreuungsgruppe sowie das Technische Hilfswerk. Unter den zahlreichen Gästen waren neben Domkapitular Gerhard Auer, als Abteilungsleiter verantwortlich für den Bereich der katholischen Notfallseelsorge, auch Bürgermeisterin Erika Träger, als Vertreterin der Stadt Passau. In ihrem Grußwort zollte sie großen Respekt für die Arbeit, die meist von Ehrenamtlichen geleistet wird und dankte für die Hilfe, die Menschen in Not erhalten.
Pfarrer Andreas Rembeck, als ein Mitglied des Sprecherkreises der ARGE PSNV, referierte über die wichtige Arbeit der psychosozialen Notfallversorgung. Diese umfasst die Gesamtheit aller Aktionen und Vorkehrungen, die getroffen werden, um sowohl Einsatzkräften als auch notfallbetroffenen Personen wie Beteiligte, Angehörige, Hinterbliebene, Augenzeugen oder auch Ersthelfer bei der psychosozialen Be- und Verarbeitung von Unglücks- und Notfällen zu helfen. Die Dienste der PSNV leisten dabei fachgerechte und kompetente Betreuung und Unterstützung von Menschen, die in den ersten Momenten im Umgang mit dem Geschehenen überfordert sind und psychosomatische Reaktionen in Form einer akuten Belastungsreaktion zeigen. Grund dafür ist, dass sie mit einem belastenden Ereignis, das weit außerhalb ihrer bisherigen Lebenserfahrungen und Bewältigungsstrategien liegt, konfrontiert sind. Dies ist vor allem der Fall bei der plötzlichen und unerwarteten Begegnung mit dem Tod oder beim intensiven Erleben von Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen. Je früher Menschen nach einem belastenden Erlebnis adäquate psychosozialen Unterstützung erhalten, desto eher und deutlicher können psychosoziale Belastungsfolgen und psychische Erkrankungen gemindert oder vermieden werde, daher erfolgt der primäre Einsatz der PSNV unmittelbar in den ersten Minuten und Stunden nach dem Ereignis.
Die Zahlen für 2024 ließen aufhorchen. So waren durchschnittlich ca. jeden dritten Tag Frauen und Männer, zu jeder Tages- und Nachtzeit, zur psychosozialen Notfallversorgung aus Stadt und Landkreis Passau im Einsatz, nachdem ihr Dienst über die Integrierte Leitstelle Passau angefordert wurde.
Nach dem offiziellen Teil war ausreichend Zeit zum Austausch und Kennenlernen und sich an den einzelnen Infotischen der ARGE PSNV Mitglieder zu informieren.
Der nächste Ausbildungskurs startet im Januar 2026.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter der E‑Mail-Adresse notfallseelsorge@bistum-passau.de oder telefonisch unter 0851 393‑1180
Text: Bettina Sturm

