Foto: Bayer / pbp
Mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst im Passauer Dom eröffnete Bischof Oster am Aschermittwoch die 40 Tage der österlichen Buß- und Fastenzeit. Die Auflegung der Asche auf die Häupter der Gläubigen steht als Zeichen für die Vergänglichkeit des Menschen und den Kreislauf des irdischen Lebens. Dabei erklingt der mahnende Ruf: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“.
In seiner Predigt zum Aschermittwoch sprach Bischof Stefan vom „Herz“ als dem eigentlichen Ort der Gottesbegegnung. Er schilderte das Bild einer überraschenden Wiederbegegnung mit einem geliebten Menschen: „und auf einmal geht dir das Herz auf“. Solche Momente zeigten, wie tief Berührung wirklich gehe. Gott wolle genau dort wohnen, sagte der Bischof; zugleich sei das Herz der „am meisten umkämpfte Ort“ im geistlichen Leben.
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Die Fastenzeit sei eine Übung, damit uns an Ostern das Herz aufgehe, durch Verzicht, Gebet und Almosen. Nicht um des Verzichts willen, sondern um frei zu werden für das Wesentliche: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein.“ Man solle im Verborgenen beten, sich von Gott anschauen lassen und das Herz weiten. Es gehe darum, die eigene Vergänglichkeit nicht zu verdrängen, sondern sie anzunehmen. Alles Irdische sei endlich, erinnert er und gerade diese Einsicht helfe, sich neu auf Gott auszurichten.“ Indem wir uns unserer Vergänglichkeit bewusstwerden, so Bischof Stefan, könne der in uns Raum gewinnen, „der das größere, das unvergängliche Leben ist“. Fasten bedeute daher nicht bloß Verzicht, sondern ein inneres Erinnern: Gott selbst wolle in uns lebendig werden.
„Lassen wir uns in dieser Fastenzeit durch das, was wir üben, das Herz aufgehen. Und lassen wir uns gewissermaßen bekennen lernen, dass wir und all das, was sonst so in unserem Leben läuft, vergänglich ist.”
Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgte die Schola unter Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger sowie Domkantor Maximilian Jäger an der Domorgel.



