Für das Team und die Bewohnerinnen war der Termin ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Zugleich nutze die neue Vorstandschaft des Trägervereins SkF die Gelegenheit, sich persönlich bei Bischof Oster vorzustellen und betonte, dass diese wichtige Arbeit mit genauso viel Herzblut wie bisher fortgeführt werden wird. Erschwert wird diese Aufgabe durch das neue Gewaltschutzgesetz, das für das Frauenhaus Passau zusätzliche finanzielle Belastungen bedeutet, welche die wertvolle Arbeit, die dort geleistet wird, erschweren.
Frauenhaus vor neuen Herausforderungen
Seit 35 Jahren bietet das Frauenhaus Schutz, Beratung und einen sicheren Ort für Betroffene häuslicher Gewalt. Durch das neue Gewaltschutzgesetz steigen die Anforderungen – und damit die Kosten. Deswegen bat die Vorstandschaft Bischof Oster um Unterstützung.
Ein Ort des Schutzes
Bei seinem Rundgang sprach Bischof Oster mit Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen und erhielt Einblicke in den oft herausfordernden Alltag der Einrichtung. Die Schicksale der Frauen, geprägt von Angst, Mut und dem Wunsch nach einem Neuanfang, berührten ihn sichtbar.
„Es ist ein Dienst am Menschen, der Hoffnung schenkt, wo Hoffnung verloren schien“, sagte Oster. Die Kirche, so betonte er, sei hier nicht nur Beobachterin, sondern seit vielen Jahren Mitträgerin des Schutzauftrags.
Erfahrungen aus Malawi
Besonders eindrücklich schilderte der Bischof, wie sehr ihn sein Besuch in Malawi geprägt habe. Dort hatte er Frauen getroffen, die unter extremen Bedingungen leben und häufig keinerlei Schutz vor Gewalt haben. Viele seien wirtschaftlich abhängig, gesellschaftlich benachteiligt und ohne Zugang zu Hilfe.
„Wenn Frauen keine Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen, verlieren sie oft jede Perspektive“, so Oster. Die Begegnungen in Malawi hätten ihm noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig Einrichtungen wie das Frauenhaus Passau seien – und wie wertvoll es sei, dass Frauen hier nicht allein gelassen werden.
Anerkennung für das Team
Im Gespräch würdigte der Bischof die Professionalität und die menschliche Begleitung, die das Team täglich leistet. Die Arbeit sei anspruchsvoll und oft unsichtbar, aber für die Betroffenen lebensverändernd. Die Diözese werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass Frauen in Passau Schutz und Unterstützung finden.
Ein Besuch mit Signalwirkung
Für das Frauenhaus war der Besuch ein starkes Zeichen der Verbundenheit. Die Anerkennung des Bischofs zeigt: Die Arbeit der Einrichtung wird gesehen – und sie bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Netzes in der Region. In diesem Geist wurde der Oberhirte gebeten, die Schirmherrschaft für die Jubiläumsfeier „35 Jahre SkF und Frauenhaus Passau“ zu übernehmen. Die Anfrage steht symbolisch für das Vertrauen und die enge Zusammenarbeit zwischen Kirche und Träger.
Das Jubiläum soll nicht nur feiern, was erreicht wurde, sondern auch sichtbar machen, wie wichtig die Arbeit des Frauenhauses heute ist – und wie sehr Passau davon profitiert, dass Frauen hier einen sicheren Ort finden.
Ein Besuch, der nachwirkt
Als der Bischof das Frauenhaus wieder verließen, blieb etwas zurück: das Gefühl, dass diese Einrichtung nicht alleinsteht. Dass ihre Arbeit gesehen wird.
Text: Doris Zauner


