Soziales

Bischof Oster im ANKER-Zentrum Deggendorf

Redaktion am 30.03.2026

Info Icon Foto: can/mr
Einblick vor Ort: Bischof Stefan Oster besucht das ANKER-Zentrum in Deggendorf und kommt mit Geflüchteten sowie Mitarbeitenden ins Gespräch.

Es geht um Menschen – nicht um Verfahren. Mit diesem Blick hat Bischof Stefan Oster am 27. März 2026 das ANKER-Zentrum in Deggendorf besucht. Er wollte die Situation der Geflüchteten aus nächster Nähe sehen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen: mit Geflüchteten ebenso wie mit Mitarbeitenden.

Beglei­tet wur­de der Bischof unter ande­rem von Cari­tas-Vor­stand Ste­fan Sei­de­rer sowie dem nie­der­baye­ri­schen Regie­rungs­prä­si­den­ten Rai­ner Hasel­beck. Gemein­sam mit wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen der Regie­rung von Nie­der­bay­ern erläu­ter­te die­ser die orga­ni­sa­to­ri­schen Abläu­fe und Zustän­dig­kei­ten im ANKER-Zentrum.

Regie­rungs­prä­si­dent Rai­ner Hasel­beck betont: Es ist für uns eine gro­ße Freu­de und auch eine Ehre, dass sich Bischof Oster die Zeit nimmt, die ANKER-Ein­rich­tung hier in Deg­gen­dorf zu besu­chen und sich per­sön­lich ein Bild von der Arbeit zu machen. Migra­ti­on ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für unse­re Gesell­schaft – umso wich­ti­ger ist es, trans­pa­rent zu machen, wel­che Arbeit hier geleis­tet wird. Dabei geht es immer dar­um, Ord­nung und Huma­ni­tät zusam­men­zu­brin­gen. Genau das ist unser Anspruch – und dank des gro­ßen Enga­ge­ments der Mit­ar­bei­ten­den gelingt das auch.“

Der Rund­gang führ­te durch zen­tra­le Sta­tio­nen der Erst­auf­nah­me: vom ers­ten Kon­takt mit Sicher­heits­dienst und Regis­trie­rung über die Zim­mer­ver­ga­be bis hin zu Gemein­schafts­be­rei­chen, Schul­an­ge­bo­ten und der Kin­der­be­treu­ung. Auch die Klei­der­kam­mer der Cari­tas war Teil des Besuchs. Sie wird gemein­schaft­lich von der Cari­tas Deg­gen­dorf und dem Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau betrie­ben – ein Bei­spiel für die enge Zusam­men­ar­beit über diö­ze­sa­ne Gren­zen hin­weg. Eben­falls vor­ge­stellt wur­de die Asyl­so­zi­al­be­ra­tung vor Ort, in der Geflüch­te­te Unter­stüt­zung bei Fra­gen rund um das Asyl­ver­fah­ren, Behör­den­kon­tak­te, schu­li­sche und beruf­li­che Per­spek­ti­ven sowie in per­sön­li­chen und gesund­heit­li­chen Anlie­gen erhalten.

Für uns als Kir­che ist ent­schei­dend: Jeder Mensch hat eine unver­lier­ba­re Wür­de – unab­hän­gig von Her­kunft, Sta­tus oder Perspektive.”

Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Deut­lich wur­de dabei, wie stark der All­tag im ANKER-Zen­trum von kla­ren Struk­tu­ren geprägt ist. Die Men­schen leben über­wie­gend in Mehr­bett­zim­mern, sani­tä­re Anla­gen wer­den gemein­sam genutzt. Fami­li­en kön­nen in der Regel zusam­men unter­ge­bracht wer­den; teil­wei­se ste­hen Koch­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung, ansons­ten erfolgt die Ver­pfle­gung über eine zen­tra­le Kan­ti­ne. Vor Ort arbei­ten ver­schie­de­ne Behör­den und Diens­te eng zusam­men – von der Aus­län­der­be­hör­de über das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge bis hin zu medi­zi­ni­schen Ange­bo­ten und dem Sozialamt.

Bischof Ste­fan Oster sagt: Ich woll­te mir vor Ort ein eige­nes Bild machen – nicht abs­trakt über Migra­ti­on spre­chen, son­dern sehen, wie die Situa­ti­on für die Men­schen kon­kret ist. Vie­le kom­men nach oft belas­ten­den Erfah­run­gen hier an. Umso wich­ti­ger ist es, dass sie nicht nur ver­wal­tet wer­den, son­dern Ori­en­tie­rung, Beglei­tung und mensch­li­che Zuwen­dung erfah­ren. Für uns als Kir­che ist ent­schei­dend: Jeder Mensch hat eine unver­lier­ba­re Wür­de – unab­hän­gig von Her­kunft, Sta­tus oder Per­spek­ti­ve. Gera­de mit Blick auf Ostern wird deut­lich: Gott ist dort gegen­wär­tig, wo Men­schen Leid, Unsi­cher­heit und Enge erfah­ren – und er lässt sie nicht allein.“

Vie­le Geflüch­te­te kom­men nach lan­gen und belas­ten­den Flucht­we­gen an – oft ohne Sprach­kennt­nis­se und mit vie­len offe­nen Fra­gen. Hier setzt die Arbeit der Cari­tas an. Die Flücht­lings- und Inte­gra­ti­ons­be­ra­tung unter­stützt die Men­schen dabei, sich im neu­en Umfeld zurecht­zu­fin­den und Per­spek­ti­ven zu entwickeln.

Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei kon­kre­te The­men: Fra­gen zum Asyl­ver­fah­ren, Unter­stüt­zung im Kon­takt mit Behör­den, Hil­fe bei Schul- und Aus­bil­dungs­fra­gen, medi­zi­ni­sche Anlie­gen oder die Suche nach Ange­hö­ri­gen. Auch Men­schen mit beson­de­rem Unter­stüt­zungs­be­darf wer­den beglei­tet. Ehren­amt­li­che leis­ten dabei einen wich­ti­gen Bei­trag und wer­den durch die Cari­tas koor­di­niert und begleitet.

Neben Regis­trie­rung und Unter­brin­gung geht es im All­tag auch um Ori­en­tie­rung, Sta­bi­li­sie­rung und kon­kre­te Unter­stüt­zung – genau hier liegt der Auf­trag der Caritas.

Einblick vor Ort: Bischof Stefan Oster besucht das ANKER-Zentrum in Deggendorf und kommt mit Geflüchteten sowie Mitarbeitenden ins Gespräch.
Einblick vor Ort: Bischof Stefan Oster besucht das ANKER-Zentrum in Deggendorf und kommt mit Geflüchteten sowie Mitarbeitenden ins Gespräch.

Cari­tas-Vor­stand Ste­fan Sei­de­rer beschreibt die Auf­ga­be so: Im ANKER-Zen­trum tref­fen kom­ple­xe Ver­fah­ren und per­sön­li­che Lebens­si­tua­tio­nen unmit­tel­bar auf­ein­an­der. Unse­re Auf­ga­be als Cari­tas ist es, die Men­schen in die­ser Pha­se zu beglei­ten, ihnen Ori­en­tie­rung zu geben und sie bei ganz kon­kre­ten Fra­gen zu unter­stüt­zen – vom Asyl­ver­fah­ren bis in den All­tag hinein.“

Für den Bischof ist der Besuch Aus­druck eines grund­sätz­li­chen Anspruchs: Migra­ti­on betrifft nicht nur poli­ti­sche Debat­ten, son­dern kon­kre­te Men­schen und ihre Lebens­ge­schich­ten. Orte wie das ANKER-Zen­trum machen die­se Rea­li­tät sicht­bar – und for­dern dazu her­aus, Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. 

Hintergrund: ANKER-Zentren in Bayern

ANKER-Zen­tren („Ankunft, Ent­schei­dung, Rück­füh­rung“) bün­deln staat­li­che Ver­fah­ren und Unter­brin­gung an zen­tra­len Stand­or­ten. In Bay­ern bestehen der­zeit sie­ben gro­ße Ein­rich­tun­gen, unter ande­rem in Deg­gen­dorf, Regens­burg, Augs­burg, Zirn­dorf, Bam­berg und Geldersheim/​Niederwerrn.

Das ANKER-Zen­trum in Deg­gen­dorf ist aus einer frü­he­ren Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung her­vor­ge­gan­gen und Teil eines Sys­tems, in dem Auf­nah­me, Unter­brin­gung und Ver­fah­rens­schrit­te eng ver­zahnt sind. Geflüch­te­te wer­den von dort aus im wei­te­ren Ver­lauf auch auf Kom­mu­nen ver­teilt – dar­un­ter auch Orte inner­halb der Diö­ze­se Pas­sau. Die Cari­tas beglei­tet die­sen Pro­zess durch Bera­tung und kon­kre­te Hilfsangebote.

Bil­der und Text: Foto: can/​mr

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