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Bischof Oster zur Rolle der Frau

Pressemeldung am 26.02.2026

Info Icon Bild: Pixabay/ ArtsyBee

Angesichts der aktuellen Diskussion um sogenannte „Tradwives“ hat sich der Passauer Bischof Stefan Oster zum Frauenbild und zur Lehre der katholischen Kirche zur Rolle der Frau in der Ehe geäußert.

In sozia­len Netz­wer­ken prä­sen­tie­ren sich Trad­wi­ves“ als Frau­en mit bewusst tra­di­tio­nel­lem Rol­len­ver­ständ­nis. Sie beru­fen sich auf bibli­sche Tex­te und sehen ihre Beru­fung vor allem in Mut­ter­schaft, Haus­halt und kirch­li­chem Enga­ge­ment – ver­bun­den mit einer aus­drück­li­chen Unter­ord­nung unter den Ehe­mann. Oster betont, dass jede Frau und jede Fami­lie ihre Lebens­form frei wäh­len kön­ne. Zugleich warnt er vor einer poli­ti­schen Instru­men­ta­li­sie­rung sol­cher Model­le, etwa durch rechts­na­tio­na­le Strö­mun­gen im Umfeld von Donald Trump. Des­sen Poli­tik beur­teilt der Bischof in wesent­li­chen Punk­ten als mit dem christ­li­chen Men­schen­bild unvereinbar.

Theo­lo­gisch ver­weist Oster auf den Ephe­ser­brief (Eph 5,21 – 33). Pau­lus beschrei­be dort bestehen­de sozia­le Ver­hält­nis­se, stel­le sie jedoch in einen neu­en Hori­zont: Maß­stab sei die gegen­sei­ti­ge Unter­ord­nung in der Ehr­furcht vor Chris­tus“ und die selbst­hin­ge­ben­de Lie­be. Wenn Män­ner auf­ge­for­dert wer­den, ihre Frau­en zu lie­ben wie Chris­tus die Kir­che, dann bedeu­te das eine radi­ka­le Absa­ge an jede Form blo­ßer Macht­aus­übung. Christ­li­cher Glau­be wir­ke daher von innen her machtkritisch. 

Zugleich habe sich das Ver­ständ­nis der Ehe in der kirch­li­chen Leh­re wei­ter­ent­wi­ckelt. Es gehe nicht wie von evan­ge­li­ka­len Chris­ten teil­wei­se anhand der bibli­schen Tex­te wört­lich gedeu­tet um eine Unter­ord­nung der Frau. Spä­tes­tens seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil wird die Ehe als per­so­na­le Gemein­schaft von Leben und Lie­be beschrie­ben. Neben der Offen­heit für Kin­der ist das gegen­sei­ti­ge Wohl der Gat­ten aus­drück­lich als zen­tra­les Ziel benannt. Eine aus­drück­li­che Leh­re von einer Unter­ord­nung der Frau fin­de sich in neue­ren kirch­li­chen Doku­men­ten nicht mehr.

Auch Papst Fran­zis­kus unter­streicht in Amo­ris lae­ti­tia“ die glei­che Wür­de von Mann und Frau und begrüßt die Über­win­dung dis­kri­mi­nie­ren­der Struk­tu­ren. Zugleich betont er die Bedeu­tung der Ver­ant­wor­tung des Vaters im Familienleben.

Nach Ein­schät­zung Osters hängt die Anzie­hungs­kraft tra­di­tio­nel­ler Rol­len­mo­del­le auch mit einer Ver­un­si­che­rung über Geschlech­ter­rol­len zusam­men. Die Kir­che hal­te hier die Mit­te: Sie beja­he die glei­che Wür­de von Mann und Frau bei gleich­zei­ti­ger Aner­ken­nung ihrer Unter­schied­lich­keit. Ehe­paa­re könn­ten in Frei­heit jene Rol­len­ver­tei­lung wäh­len, die ihrem gemein­sa­men Leben die­ne – ent­schei­dend sei eine Kul­tur der Lie­be und der gegen­sei­ti­gen Verantwortung.

Die katho­li­sche Kir­che begrü­ße es, wenn Ehe­paa­re in Frei­heit eine Rol­len­ver­tei­lung wäh­len, die ihrem gemein­sa­men Lebens­weg dient – sei es ein klas­si­sches Modell, bei dem in der Erzie­hungs­pha­se vor allem die Mut­ter Auf­ga­ben in Kin­der­er­zie­hung und Haus­halt wahr­nimmt oder eine ande­re, part­ner­schaft­lich ver­ein­bar­te Auf­tei­lung. Ent­schei­dend sei stets die Kul­tur der Lie­be, der gegen­sei­ti­gen Ver­ant­wor­tung und der gemein­sa­men Aus­rich­tung auf Christus.

Die katho­li­sche Leh­re zur Ehe ver­ste­he sich, so Oster, als Bei­trag zum Gedei­hen einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft. Sie wol­le weder einem poli­tisch auf­ge­la­de­nen Tra­di­tio­na­lis­mus Vor­schub leis­ten noch Unter­schie­de zwi­schen Mann und Frau ideo­lo­gisch ein­eb­nen, son­dern Män­ner und Frau­en in glei­cher Wür­de und gemein­sa­mer Ver­ant­wor­tung stärken.

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