Foto: Melanie Hackenfort
Die bayerischen (Erz-)Diözesen - darunter auch das Bistum Passau - sind seit kurzem offiziell Mitglied der Allianz des Blühpakts Bayern. Mit diesem Schritt bekennt sich die katholische Kirche in Bayern zu mehr Verantwortung für Schöpfung und Artenvielfalt.
Warum der Beitritt wichtig ist
Die Katholische Kirche in Bayern mit rund sechs Millionen Gläubigen übernimmt mit dem Beitritt zur Blühpakt-Allianz das kirchliche Bewusstsein für Bewahrung der Schöpfung konkret in die Gestaltung unserer Umwelt. Gerade angesichts des dramatischen Rückgangs von Insekten und der zunehmenden Bedrohung vieler Tier- und Pflanzenarten ist es notwendig, dass auch große institutionelle Flächeneigentümer Verantwortung übernehmen.
Was der Blühpakt Bayern ist
Der Blühpakt Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Umweltministeriums, die 2018 gegründet wurde mit dem Ziel, dem Artensterben — insbesondere bei Insekten — entgegenzuwirken. Durch Partnerschaften mit Verbänden, Kommunen, Unternehmen und Organisationen soll durch naturnahe Gestaltung von Grünflächen, Pflanzung heimischer Blumen und Sträucher sowie nachhaltige Pflege die Biodiversität gefördert werden.
Als Allianz-Partner verpflichtet sich die Katholische Kirche in Bayern, ihre Flächen — etwa um Kirchen, Pfarrheime und auf Friedhöfen — ökologisch sinnvoll zu gestalten, blütenreiche Lebensräume zu schaffen, und so einen aktiven Beitrag zum Insektenschutz zu leisten.
Außerdem soll durch Fortbildungen und Engagement von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Bewusstsein für Schöpfungsverantwortung geweckt und weitertragen werden.
Der feierliche Beitritt: Unterzeichnung der Allianz
Am 20. Oktober 2025 wurde der Beitritt der Katholischen Kirche in Bayern zum Blühpakt gemeinsam von Thorsten Glauber (Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz) und Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz unterzeichnet. Damit sind alle sieben bayerischen Diözesen offiziell Partner im Bündnis für Natur und Artenvielfalt. Damit übernimmt die Kirche nicht nur symbolisch, sondern mit klaren Vereinbarungen eine aktive Rolle im Kampf gegen Biodiversitätsverlust.
„Dass wir als Kirche unseren Beitrag dafür leisten, unsere kirchlichen Flächen auch im Sinne des Artenschutzes zu bewirtschaften, ist für uns nicht einfach nur eine ökologisch gute Tat. Es gehört vielmehr zu unserem Glauben dazu: Wir glauben, dass Gott die ganze Schöpfung geschaffen hat und sie uns anvertraut ist. Wir sind eben gerade nicht nur die Herren über die Natur, sondern dabei auch ihre Hüter.”
Was das für das Bistum Passau bedeuten kann
Mit dem Beitritt eröffnen sich für das Bistum Passau weitere Chancen, seine Flächen naturnah und insektenfreundlich umzugestalten. Zugleich wird die kirchliche Schöpfungstheologie mit praktischer Umweltverantwortung verbunden — im Zeichen der Bewahrung unserer Schöpfung. Vor allem seit dem Artenschutzvolksbegehren 2019 hat sich das Bewusstsein für das Thema stark geschärft und in vielen Pfarreien wurden bereits Projekte umgesetzt. Künftig können diese nun auch mit einer Blühpakt-Plakette ausgezeichnet werden und ggf. sogar finanziell noch besser gefördert werden.
Verena Holzbauer, Leiterin der Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung erklärt abschließend: “Wir sehen den Beitritt als Aufruf — nicht nur an die kirchlichen Verantwortlichen, sondern an alle Gläubigen und Interessierten: Machen Sie mit! Ob durch Sortenwahl im Garten, naturnahe Pflege von Grünflächen oder Beteiligung an lokalen Blüh-Projekten — jede und jeder kann einen Beitrag leisten.”
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Verena
Holzbauer
Leitung Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung
Dr.
Melanie
Hackenfort
Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung


