Soziales

Zusammen geht was!

Redaktion am 24.09.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik (re.) und Eva Maria Welskop-Defaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands (li.), haben die Jahreskampagne im Januar unter dem Motto „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“ in Passau gestartet. Unter diesem Motto findet auch die Herbstsammlung statt.

Der Caritas-Sonntag am 27. September bildet den Auftakt zur diesjährigen Herbstsammlung der Caritas in Bayern. Von Montag, 28.9., bis Sonntag, 4.10., wird auch im Bistum Passau in den Pfarreien um Spenden gebeten. „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ lautet das Motto. Dahinter steckt die Erfahrung: Es gibt Situationen im Leben, in denen man andere braucht. 

Manch­mal geht es schnell. Eine Krank­heit. Ein Unfall. Eine Dia­gno­se, mit der kei­ner gerech­net hat. Und manch­mal kommt die Not schlei­chend. Eine Fami­lie merkt, dass sie an ihre Gren­zen kommt. Ein Kind braucht mehr Unter­stüt­zung als gedacht. Ein älte­rer Mensch ist viel allein. Erst einen Nach­mit­tag. Dann meh­re­re. Irgend­wann wird aus Ruhe Ein­sam­keit. ​„In sol­chen Momen­ten kann es sich anfüh­len, als wür­de einem der Boden unter den Füßen weg­ge­zo­gen“, sagt Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­to­rin Andrea Ander­lik. Dann braucht es jeman­den. Einen Men­schen, der zuhört. Der weiß, wo es Hil­fe gibt. Der viel­leicht ein­fach erst ein­mal da ist. ​„Du musst da nicht allein durch“ – dar­um gehe es bei Cari­tas, sagt Anderlik.

Am 27. Sep­tem­ber ist Cari­tas-Sonn­tag. Tags dar­auf beginnt die Herbst­samm­lung, die bis zum 4. Okto­ber dau­ert. In vie­len Pfar­rei­en gehen Samm­le­rin­nen und Samm­ler von Haus zu Haus, andern­orts wer­den Spen­den­brie­fe ver­teilt. Das Mot­to in die­sem Jahr heißt: ​„Zusam­men geht was. Cari­tas ver­bin­det Gene­ra­tio­nen.“ Das klingt zunächst nach Jah­res­kam­pa­gne. Im All­tag sieht es ziem­lich kon­kret aus. Da trifft ein jun­ger Frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­der auf eine hoch­be­tag­te Senio­rin. Erzie­he­rin­nen beglei­ten Kin­der. Ehren­amt­li­che unter­stüt­zen Fami­li­en. Bei young­ca­ri­tas erklä­ren jun­ge Leu­te älte­ren Men­schen das Smart­phone. Nicht immer lernt dabei nur der Älte­re vom Jüngeren.

Impuls von Caritasdirektorin Andrea Anderlik

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Auch Bischof Ste­fan Oster greift die­sen Gedan­ken in sei­nem Auf­ruf zum Cari­tas-Sonn­tag auf. Zukunft ent­ste­he dort, wo Gene­ra­tio­nen mit­ein­an­der unter­wegs sei­en und Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­näh­men. Erfah­run­gen der Älte­ren und die Sicht der Jün­ge­ren müss­ten zusam­men­kom­men. Für Andrea Ander­lik gehört dazu noch etwas ande­res: Men­schen über­haupt erst zusam­men­zu­brin­gen. Begeg­nung mög­lich zu machen. Türen offen­zu­hal­ten, auch für die­je­ni­gen, die sich zurück­ge­zo­gen haben oder den Anschluss ver­lie­ren. Gera­de Ein­sam­keit sei längst kei­ne Fra­ge des Alters mehr. Cari­tas heißt des­halb nicht nur: Da ist jemand, wenn es brennt. Es geht auch dar­um, dass es mög­lichst gar nicht erst so weit kommt. Um Bera­tung. Um Beglei­tung. Um Men­schen, die mer­ken, wenn jemand Hil­fe braucht. Vie­les davon kos­tet Geld, ohne dass es voll­stän­dig finan­ziert wird.

60 Pro­zent der Spen­den aus der Herbst­samm­lung gehen an den Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band. Damit wer­den unter ande­rem Bera­tungs­an­ge­bo­te und ande­re Hil­fen unter­stützt, die staat­lich nicht oder nur zum Teil finan­ziert sind. 40 Pro­zent blei­ben in den Pfar­rei­en. Und dort wird es oft sehr unmit­tel­bar. Dann geht es nicht um gro­ße Pro­gram­me, son­dern viel­leicht um eine Rech­nung, die jemand nicht bezah­len kann. Um eine Fami­lie, bei der es gera­de vor­ne und hin­ten nicht reicht. Um Hil­fe für einen Men­schen aus dem eige­nen Ort. Vor der eige­nen Kir­chen­tür. Ander­lik sagt, manch­mal brau­che es gar nicht viel: ​„ein offe­nes Ohr, ein biss­chen Zeit, eine hel­fen­de Hand.“ Viel­leicht ist das der Kern des dies­jäh­ri­gen Mot­tos. Zusam­men geht was. Aber eben nur, wenn einer anfängt.

Text: can

Info Icon Foto: Matthias Rex / can
Caritasvorstand Stefan Seiderer (l.), Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (M.), und Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik (r.) haben die Jahreskampagne 2026 im Januar in Passau unter dem Motto „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“ gestartet. Unter diesem Slogan steht auch die Herbstsammlung.

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