Foto: Susanne Simperl
PASSAU. Vierzig Tage nach Ostern hat Bischof Dr. Stefan Oster SDB gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen im Passauer Stephansdom das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert. Die liturgische Feier erinnerte an die Überlieferung, dass Jesus Christus am 40. Tag nach seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist und zur Rechten des Vaters sitzt.
Bischof Oster beschrieb zunächst den Menschen als „Sinneswesen“ und führte aus, dass jede Erkenntnis ihren Ursprung in der Wahrnehmung habe. Gleichzeitig betonte er die Begrenztheit rein äußerlicher Eindrücke: „Aber jeder weiß, liebe Schwestern und Brüder, wenn wir beim Menschen bleiben, dass sich ein Mensch niemals erschöpft in den äußeren Erscheinungen, sondern jeder von uns hat ein reiches inneres Leben.“
Anhand verschiedener Beispiele – etwa der Begegnung mit Menschen, der Beurteilung von Beziehungen oder der Betrachtung eines Kunstwerks – verdeutlichte der Bischof, dass sich tiefere Erkenntnis erst im Zusammenspiel von Erfahrung, Beziehung und innerem Verstehen entfaltet. Diese von ihm als „Herzenserkenntnis“ bezeichnete Form des Verstehens gehe über rein intellektuelle oder sinnliche Wahrnehmung hinaus.
Deutung der Schrift und Wirken des Geistes
Oster griff dabei auf den Epheserbrief des Apostels Paulus zurück, der für seine Gemeinde darum bittet, dass Gott „die Augen eures Herzens erleuchte“. Der Verfasser bitte darum, dass Gott „die Augen eures Herzens erleuchte“. Zur Veranschaulichung sprach Oster von einem Sonnenlicht, das sich durch eine Wolkenöffnung auf die Welt richte und die Wirklichkeit neu sichtbar mache. In ähnlicher Weise wirke der Heilige Geist, indem er den Menschen befähige, sich selbst, die Welt und Gott in einem neuen Licht zu sehen.
In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an persönliche Begegnungen und Erfahrungen, die äußere Eindrücke relativierten und eine tiefere Wahrnehmung von innerer Schönheit ermöglichten. Besonders verwies er auf das Kreuz Christi als Ort göttlicher Herrlichkeit: Der Gekreuzigte erscheine äußerlich als leidend und entstellt, werde im Glauben jedoch als Ausdruck der Liebe Gottes erkannt.
Auftrag der Kirche und Hoffnung des Glaubens
Zum Abschluss seiner Predigt verwies Bischof Oster auf den Sendungsauftrag des Evangeliums. Die Kirche sei berufen, Menschen mit der Botschaft Christi in Berührung zu bringen und sie in den Glauben hineinzuführen. Dabei betonte er die bleibende Gegenwart Christi: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
Liturgie und musikalische Gestaltung
Den musikalischen Rahmen bildete die Messe C‑Dur KV 46 des österreichischen Barockkomponisten Johann Joseph Fux. Unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger gestalteten Domchor und Domorchester zusammen mit Solisten das feierliche Amt. Domkantor Maximilian Jäger begleitete dabei an der Truhenorgel, Domorganist Ludwig Ruckdeschel an der großen Orgel.



