Soziales

KDFB Passau: Aufbruch - Neuwahl

Redaktion am 27.04.2026

Info Icon Foto: KDFB
Die neu gewählte Vorstandschaft des KDFB-Diözesanverbandes Passau (unten v. l.): Annemarie Spielbauer, Zsofia Debelyacsko, Claudia Seibold, Maria Öllinger, Adelinde Grad sowie Andrea Schweer aus Altötting; aus dem erweiterten Vorstand gratulierten Bildungsreferentin Tanja Kemper, VSB-Diözesanvorsitzende Waltraud Lerchl, Eva Wick, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Landfrauen, Geschäftsführerin Kathrin Plechinger, Eltern-Kind-Koordinatorin Yvonne Lorenz sowie Sieglinde Sagmeister, die die Kassenprüfung übernommen hatte; aus der Vorstandschaft verabschiedet wurden Gerda Stöfl (hinten links), Marianne Speckbacher (hinten rechts) sowie Erika Schäffner-Hofbauer, die nicht persönlich an der Versammlung teilnehmen konnte.

Aufbruchsstimmung beim Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau: Die Delegiertenversammlung am Samstag, 25. April 2026, stellte unter Beweis, dass sich der Verband weiterhin für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzt. Gleichzeitig symbolisiert die Neuwahl der Vorstandschaft Kontinuität und frische Impulse.

Im Fokus der Dele­gier­ten­ver­samm­lung in der Nie­der­bay­ern­hal­le in Ruhstorf an der Rott stand die Fra­ge, wie Bay­erns Poli­tik weib­li­cher wer­den kann. In einem ener­gie­ge­la­de­nen Vor­trag for­der­te Refe­ren­tin Katha­ri­na Schul­ze, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de von BÜND­NIS 90/DIE GRÜ­NEN im Baye­ri­schen Land­tag, dazu auf, die Hür­den für poli­ti­sches Enga­ge­ment von Frau­en in den Blick zu neh­men. Denn: Nicht Frau­en müs­sen sich ändern, son­dern die Struk­tu­ren!“ In die­sem Zusam­men­hang nann­te Schul­ze die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf als zen­tra­les The­ma. Sie führ­te mög­li­che Ände­run­gen aus, die auf kom­mu­na­ler Ebe­ne viel bewir­ken kön­nen: Die digi­ta­le Teil­nah­me an Sit­zun­gen, gestraff­te Tages­ord­nun­gen mit kla­rem End­zeit­punkt sowie Ter­mi­ne am Wochen­en­de könn­ten dazu bei­tra­gen, dass es Frau­en leich­ter gemacht wird, in die Poli­tik zu gehen. Aber: Auch die Män­ner müs­sen etwas bei­tra­gen und ihren Teil der Sor­ge­ar­beit über­neh­men. Und der drit­te Punkt: Es muss nor­ma­li­siert wer­den, dass Kin­der zum Leben gehö­ren. Dass Frau­en ihr Baby oder Klein­kind mit­neh­men und dass sie mit klei­nen Kin­dern genau­so gut arbei­ten kön­nen wie Män­ner. Das kön­nen wir nicht poli­tisch ver­or­ten, das müs­sen wir gesamt­ge­sell­schaft­lich leben“, beton­te Schulze. 

Doch war­um ist eine deut­lich stär­ke­re Teil­ha­be von Frau­en in der Poli­tik so ent­schei­dend? Die Demo­kra­tie in Deutsch­land sei der­zeit mas­siv bedroht – von außen und innen. Um sie zu schüt­zen und zu ver­tei­di­gen, sei­en star­ke Frau­en in der Poli­tik uner­läss­lich. War­um set­ze ich auf Frau­en? Weil wir das Kämp­fen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen gelernt haben. Es ist in unse­rer DNA“, beton­te Schul­ze und ver­wies unter ande­rem auf die Frau­en­be­we­gung, die vor mehr als 100 Jah­ren das Frau­en­wahl­recht erkämpft hat­te. Davon abge­se­hen sei­en die Kom­pe­ten­zen von Frau­en wich­tig, um Lösun­gen für die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen zu fin­den. Aus der Wirt­schaft sei längst bekannt, dass gemisch­te Teams bes­se­re Ergeb­nis­se erzielen. 

Abschlie­ßend ermu­tig­te Katha­ri­na Schul­ze die Frau­en­bund­frau­en, poli­tisch aktiv zu wer­den und auch im Ver­band aktiv zu blei­ben. Den KDFB nann­te sie eine wich­ti­ge Stim­me für die Frau­en“. Die Reak­ti­on der Dele­gier­ten: Stan­ding Ova­tions. Gro­ßen Anklang fand auch die rund ein­stün­di­ge Fra­ge­run­de. Sehr ange­regt wur­de unter der Mode­ra­ti­on von Bil­dungs­re­fe­ren­tin Tan­ja Kem­per über The­men wie die Strei­chung des Kin­der­start­gel­des, feh­len­de Schutz­ge­set­ze für Frau­en, die Finan­zie­rung von Frau­en­häu­sern, eine Reform des Ren­ten­sys­tems, das Schei­dungs­recht und die Betreu­ungs­si­tua­ti­on von Kin­dern diskutiert.

Neue Zusammensetzung der Vorstandschaft

Auf den Bil­dungs­teil am Vor­mit­tag folg­te nach­mit­tags der Kon­fe­renz­teil der Dele­gier­ten­ver­samm­lung. Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Clau­dia Sei­bold aus Pas­sau dank­te den Ver­tre­te­rin­nen der Zweig­ver­ei­ne für ihr her­aus­ra­gen­des Enga­ge­ment und berich­te­te von hoff­nungs­vol­len Ent­wick­lun­gen. Allein in die­sem Jahr konn­ten bereits rund 280 Neu­mit­glie­der gewon­nen wer­den. Mit gro­ßer Dank­bar­keit reagier­te Sei­bold auf die Ent­schei­dung der Dele­gier­ten, sie in ihrem Amt als Diö­ze­san­vor­sit­zen­de zu bestä­ti­gen. Mit 153 von 154 Stim­men (eine Ent­hal­tung) fiel die Wahl nahe­zu ein­stim­mig aus. Auch Sei­bolds Stell­ver­tre­te­rin­nen Ade­lin­de Grad aus Sim­bach bei Land­au und Anne­ma­rie Spiel­bau­er aus Sim­bach am Inn wur­den in ihrem Amt bestä­tigt. Neu in die Vor­stand­schaft gewählt wur­den Andrea Schweer aus Alt­öt­ting, Maria Öllin­ger aus Riedl­hüt­te und Zso­fia Debel­y­acs­ko aus Hau­zen­berg. Sie fol­gen auf Mari­an­ne Speck­ba­cher aus Unter­holz­hau­sen bei Alt­öt­ting, Ger­da Stöfl aus Köß­larn und Eri­ka Schäff­ner-Hof­bau­er aus Weg­scheid, die nach vier bezie­hungs­wei­se acht Jah­ren nicht mehr zur Wie­der­wahl ange­tre­ten waren. Der Frau­en­bund berei­te­te den drei Frau­en einen beson­de­ren Abschied und über­rasch­te sie mit einer Oscar“ Ver­lei­hung, bei der die jewei­li­gen Stär­ken und Beson­der­hei­ten der aus­schei­den­den Vor­stands­mit­glie­der mit gro­ßer Wert­schät­zung beleuch­tet wur­den. Ger­da Stöfl wur­de zudem eine wei­te­re Ehre zuteil: Sie erhielt die Gise­la-Nadel, mit der der KDFB-Diö­ze­san­ver­band Pas­sau seit 2014 beson­de­res Enga­ge­ment auf Deka­nats- oder Diö­ze­sa­ne­be­ne würdigt.

Raum für Frauensolidarität

Wei­te­re Ele­men­te zeich­ne­ten die dies­jäh­ri­ge Dele­gier­ten­ver­samm­lung des KDFB Diö­ze­san­ver­ban­des aus. Ein­ge­läu­tet wur­de der Tag mit einer stim­mungs­vol­len Andacht. Die Viel­falt des KDFB wur­de bei einem kurz­wei­li­gen Rück­blick auf das ver­gan­ge­ne Jahr mit Streif­zü­gen durch die Arbeit des Bil­dungs­werks, der Kom­mis­sio­nen, der Eltern-Kind-Arbeit, der Land­frau­en und des Ver­bauch­er­Ser­vice Bay­ern (VSB) sicht­bar. Die Krea­ti­vi­tät der KDFB Frau­en zeig­ten die Stän­de, an denen DIY-Künst­le­rin­nen aus dem Ver­band ihre selbst gemach­ten Pro­duk­te prä­sen­tier­ten. Des Wei­te­ren stand die Dele­gier­ten­ver­samm­lung im Zei­chen der Frau­en­so­li­da­ri­tät. Bei einer Spen­den­ak­ti­on für das Fami­li­en­pfle­ge­werk des KDFB kamen fast 1.300 Euro zusam­men. Gezeigt wur­de zudem die Rote-Schu­he Aus­stel­lung“ nach einer Idee von VSB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­der Wal­traud Ler­chl. 40 Paar rote Schu­he sym­bo­li­sie­ren 40 Mäd­chen und Frau­en, die 2024 in Bay­ern Opfer eines Femi­zids gewor­den waren. Ergän­zend machen ein Gedicht von Ler­ch­ls Toch­ter Anto­nia und ein Roll Up auf das The­ma auf­merk­sam. Die Aus­stel­lung kann von Zweig­ver­ei­nen aus­ge­lie­hen werden.

Text: Mareen Maier

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