Über Leuchttürme sagt man, dass sie einem selbst an dunkelsten Orten das Gefühl geben, hoffen zu dürfen – auf ein Entrinnen aus auswegloser Lage und das Weiterleben. So ähnlich mögen es die Schiffer empfunden haben, wenn sie bei Dunkelheit, besonders aber in den nebeligen Herbstmonaten von Hallein kommend auf der Salzach gen Laufen fuhren und beim Anlegen am Ufer das Flackern des „Armenseelenlichts“ entdeckten, das hoch oben im Tabernakelpfeiler über dem Gottesacker ganzjährig brannte. Wind und Wetter seit mehr als einem halben Jahrtausend trotzend und aus dem an Inn und Salzach so typischen Tuffstein geschlagen, steht die Totenleuchte neben der Pfarr- und Stiftskirche Mariae Himmelfahrt heute auf einem Wiesenfleck. Ihre Nachbarschaft ist profan, der Blick fällt mehr auf die provisorischen Verkehrsschilder, Holzböcke und parkenden Autos als auf die mittlerweile …


