Foto: Manfred Benkert
„Alle Gläubigen sollten im Monat Oktober täglich den Rosenkranz beten und dabei Gott um Frieden in der Welt bitten!“ Das sagte Papst Leo XIV. vergangenen Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Hintergrund: die katholische Kirche begeht den Oktober traditionell als "Rosenkranz-Monat". Eine Initiative aus Altötting macht derweil in ganz Deutschland Schule: „Deutschland bete(t) Rosenkranz“.
Vom Saulus zum Paulus oder: Ein freier Wirtschaftler mit Hang zu Esoterik und transzendentaler Meditation wird zum Gebetsgründer und Vollmissioniar. Manfred Benkert hat eine außergewöhnliche Lebenswende erfahren.
Perlen statt Pendel, Mamamobil statt Meditation und Blattgold-Madonna statt Buddha-Statue: Seit dem Dezember 2019 betet Benkert mit 20 bis 30 Menschen jeden Mittwoch um 18 Uhr im Freien in Altötting den Rosenkranz. Inzwischen wurde daraus eine deutschlandweite Bewegung, die Initiative „Deutschland bete(t) den Rosenkranz“. Das zweite „t“ im Verb ist im Logo ein Rosenkranz. „Es kann als Imperativ oder als Feststellung gemeint sein“, erklärt der 57-Jährige.
Denn das kann festgestellt werden: An rund 850 Orten deutschlandweit beten nach Benkerts Angaben zwischen 10 000 und 20 000 Menschen seither den Rosenkranz. Insbesondere jetzt im Oktober. Der zehnte Monat des Jahres ist nämlich der Rosenkranz-Monat.
Wenn der zweifache Vater Benkert von seinen zahlreichen Rosenkränzen spricht, redet er von „Allzweckwaffen“. In Zeiten des Kriegs und der gesellschaftlichen Spaltung kämpft Benkert mit seinen ganz eigenen geistigen Mitteln. „Unsere Initiative soll eine Friedensbotschaft aussenden und zugleich öffentliches Zeugnis für den christlichen Glauben sein“, so der Ur-Altöttinger mit dem Urvertrauen auf Gott. So soll die Marienverehrung publik gemacht werden. Dabei hat Benkert bei sich zuhause ebenfalls zwei von ihm verehrte Marias: Einerseits seine 15-jährige Tochter Anna Maria und schließlich seine Ehefrau Maria. Die Lehrerin hat er kennengelernt, als er 2005 zu Beginn der Fastenzeit in Altötting mit zwei Frauen ins Gespräch kam. Von ihnen erhielt er zehn CDs, die auch über Gefahren der Esoterik erzählten. Eine Begegnung mit Folgen: Benkert, der Esoterik bisher zugetan, nahm die Kritik an und hatte seine zukünftige Ehefrau gefunden.
Neben Tochter Anna Maria macht Sohn Simon (18) die Familie komplett. Beide Benkert-Sprösslinge sind engagierte Ministranten.
Nach seiner Lebenswende schmiss der 57-Jährige symbolisch eine seiner Buddha-Figuren in den Inn. Seither ist nicht nur die Statue, sondern auch Benkerts Leben im Fluss: Er ist viel auf Reisen für die Botschaft Marias — mit einer Madonna-Statue in einem humorvoll getauften, weißen „Mamamobil“. Die Skulptur aus geschnitztem Holz, mit Ölfarben bemalt und mit Blattgold und Kristallen verziert, erstand er in der portugiesischen Pilgerstadt Fatima. Weihbischof Florian Wörner segnete die Figur im dominikanischen Nonnenkloster von Wettenhausen. Seither ist die Statue in ganz Deutschland unterwegs.
Bild: Manfred Benkert
So möchte Benkert das Rosenkranzgebet mehr unter die Leute bringen. Sein eigener Lieblingsrosenkranz besteht aus Stahl, mit einem Benediktus-Kreuz und einem Medaillon des Heiligen Erzengel Michaels. „Den habe ich von einer Ordensschwester aus Schottland bekommen und schon ziemlich viele Komplimente dafür erhalten“, so Benkert. Er plant, nun Gebetsgruppen seiner Initiative vor Ort aufzubauen und Regionalteams zu gründen. „Der Rosenkranz soll einfach zum christlichen Lifestyle dazugehören.“
Text: Anna Kelbel
Bilder: Manfred Benkert



