Bild: Bonifatiuswerk
Am 16. November ist der traditionelle Diaspora-Sonntag der katholischen Kirche: In Gottesdiensten in ganz Deutschland wird an diesem Sonntag die Kollekte für Katholiken in der Diaspora gesammelt. Das Bonifatiuswerk unterstützt mit diesen Spenden Projekte in Regionen, in denen Katholiken in der extremen Minderheit leben.
Eröffnet hat das Bonifatiuswerk die bundesweite Diaspora-Aktion der katholischen Kirche bereits am Sonntag, 9. November, mit einem feierlichen Gottesdienst im voll besetzten Kölner Dom. “Stärke, was dich trägt – unser Leitwort ist eine ermutigende Aufforderung, die in all den Krisen und Ungleichzeitigkeiten, in all den Fragen und Unsicherheiten, die sich uns aktuell stellen, Halt geben kann”, sagte Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes.
Hauptzelebrant des Pontifikalamts war der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. In seiner Predigt betonte er, dass die Entchristlichung der Gesellschaft kein Grund für Mutlosigkeit sei: “Das darf uns nicht ängstigen. Dies gilt es auch nicht zu beklagen, wohl aber nüchtern festzustellen und sich daran zu erinnern, dass dies eigentlich der Normalzustand für Christen in dieser Welt ist.” Der Kardinal sagte, dass Christen “wirklich keinen Grund haben, mutlos zu sein, wenn wir vom verborgenen Wachstum des Gottesreiches heute augenscheinlich nicht so viel sehen”. Dieses verborgene Wachstum sei erfahrbar und erlebbar in den Diözesen. “In so manchem Zeitgenossen ist das Gespür für Gott verkümmert, so dass er bei allem Wortschwall den Mund nicht mehr zu öffnen vermag, um Gott zu loben und ihm zu danken. Zu diesen Menschen sind wir gesandt, um den Samen des Wortes Gottes in ihr Herz zu säen.” In dieser Sendung stehe auch das Bonifatiuswerk mit seinen Projekten und Unterstützungsangeboten. Deren Ziel sollte es sein, “dass Menschen in ihrem Leben Jesus finden und damit das Ewige Leben”, so der Kardinal.
Unter den Konzelebranten des Gottesdienstes waren Bischöfe aus Regionen, in denen Katholiken in der zahlenmäßig extremen Diaspora leben, so Erzbischof Zbignevs Stankevics aus Riga in Lettland, Bischof Fredrik Hansen aus Oslo in Norwegen sowie der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt. Im Erzbistum Riga liegt der Anteil der Katholiken bei 17 Prozent, im Bistum Oslo sind es etwa 3,4 Prozent. Gerade aus solchen Diaspora-Regionen gebe es laut Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Austen viele ermutigende Beispiele, wie die Kirche trotz der Schwierigkeiten in der Minderheitensituation den Menschen eine Heimat gibt und die Gemeinschaft stärkt – auch dank der finanziellen Unterstützung durch das Bonifatiuswerk.
Über das Bonifatiuswerk
Das 1849 gegründete Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e. V. ist das Spendenhilfswerk für den Glauben und die Solidarität. Unter dem Leitwort „Keiner soll alleine glauben“ unterstützt es katholische Christinnen und Christen dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben. Mit seiner Bau‑, Verkehrs‑, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es jährlich mehr als 1000 Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.
Quelle: Bonifatiuswerk


