Bistum

Von Pilgern und Touristen, Musik und Dolce Vita

Tamina Friedl am 10.09.2025

Info Icon Foto: Tamina Friedl / pbp

Rund 200 Wallfahrerinnen und Wallfahrer haben sich im Heiligen Jahr zusammen mit Bischof Stefan Oster aufgemacht nach Rom. Organisiert durch das Bayerische Pilgerbüro und die Passauer Diözesanpilgerstelle führte die Diözesanwallfahrt an beeindruckende historische Stätten und durch die Heiligen Pforten in die Gotteshäuser der Ewigen Stadt. Die Frage, ob man dabei als Pilger oder Tourist unterwegs sei, stellte Bischof Oster in seinen Predigten auf der Reise. 

Am Anrei­se­tag mach­ten sich vier Bus­se auf in Rich­tung Rom. Mit an Bord waren für jede Grup­pe eine Rei­se­lei­tung und eine Geist­li­che Beglei­tung. Neben Bischof Oster brach­ten hier auch Dom­de­kan Dr. Hans Bau­ern­feind, Prä­lat Dr. Klaus Metzl und Dom­propst Dr. Micha­el Bär Impul­se für die Fahrt mit und gestal­te­ten gemein­sam vor Ort das Pro­gramm und die Got­tes­diens­te mit. In Bus 4 reis­ten dar­über hin­aus auch die Diö­ze­san­blech­blä­ser um Micha­el Beck und die bei­den Kan­to­ren und Orga­nis­ten Claus Kuhn und Max Pöschl nach Rom. Bereits am Sams­tag star­te­te dann der ers­te rich­ti­ge Rei­se­tag mit einer Füh­rung durch die unter­ir­di­sche Nekro­po­le, ehe mit der gemein­sa­men Mes­se in der Basi­li­ka S. Sebas­tia­no die Wall­fahrt fei­er­lich begin­nen konnte.

Stel­le ich mich in die gro­ße Geschich­te hin­ein, die wir hier in Rom erle­ben und die wir mit dem Hei­li­gen Jahr ver­bin­den? Bin ich Teil die­ser Geschichte?”

Bischof Stefan Oster

Schon in sei­ner ers­ten Pre­digt lud Bischof Ste­fan Oster die Wall­fah­re­rin­nen und Wall­fah­rer dazu ein, sich in den kom­men­den Tagen auf die Fra­ge ein­zu­las­sen, wor­in der Unter­schied zwi­schen einem Tou­ris­ten und einem Pil­ger liegt: Stel­le ich mich in die gro­ße Geschich­te hin­ein, die wir hier in Rom erle­ben und die wir mit dem Hei­li­gen Jahr ver­bin­den? Bin ich Teil die­ser Geschich­te? Oder höre ich sie inter­es­siert, gewis­ser­ma­ßen von außen wie einen inter­es­san­ten Text oder eine inter­es­san­te Erzäh­lung? Las­se ich mich per­sön­lich hin­ein­neh­men in die­se Geschichte?“ 

All die­se Fra­gen beglei­te­ten die Wall­fah­rer über die gesam­te Rei­se hin­weg. Bischof Oster sprach in den dar­auf­fol­gen­den Pre­dig­ten über die Ver­bin­dung zwi­schen dem Los­las­sen und der tie­fen Frei­heit, in die uns der Herr füh­ren wird und die die Gläu­bi­gen als Pil­ger ent­de­cken kön­nen. Er sprach auch über die ent­schei­den­de Fra­ge, die Jesus gestellt hat: Für wen hal­ten mich die Men­schen?“ Der Pil­ger las­se sich von die­ser Fra­ge betref­fen und rin­ge nach einer Ant­wort. Er glau­be, dass die ver­ge­ben­de Lie­be Jesu wirk­lich in die grö­ße­re Frei­heit führt und die Quel­le unse­rer Hoff­nung ist.“ In dem Maß, in dem uns das tie­fer ins Herz sin­ke, sei­en wir letzt­lich Pil­ger der Hoff­nung. Der Kern des Glau­bens sei­en nicht Vor­schrif­ten und Geset­ze. Der Inbe­griff unse­res Glau­bens ist: Der Herr ist für dich gestor­ben und auf­er­stan­den und liebt dich ohne Ende, als wärst du der ein­zi­ge Mensch auf der Welt.“ Wer sich von die­ser Lie­be berüh­ren las­se, las­se sich wie von selbst in die Gemein­schaft ein­fü­gen – und ist als Pil­ger unterwegs.

Alle Predigten von Bischof Oster finden Sie jetzt auf Soundcloud:

Rom ist immer ein beson­de­res Ziel und vor allem jetzt im Hei­li­gen Jahr.”

Diözesanpilgerleiterin Irene Huber

Ihr Pil­ger­weg führ­te die Teil­neh­men­den an der Diö­ze­san­wall­fahrt in den dar­auf­fol­gen­den vier Tagen ein­mal quer durch die Stadt. Alle vier der fünf öffent­lich-zugäng­li­chen Hei­li­gen Pfor­ten konn­ten die Wall­fah­rer gemein­sam durch­schrei­ten, ange­fan­gen in der Basi­li­ka S. Maria Mag­gio­re über S. Gio­van­ni in Late­r­ano, bis hin zum Peters­dom und der Basi­li­ka St. Paul vor den Mau­ern. Fix­punkt der Wall­fahrt war immer wie­der der gemein­sa­me Got­tes­dienst, zu dem alle zusam­men­ka­men. So etwa auch am Sonn­tag in der Kir­che der deut­schen Gemein­de in Rom, S. Maria dell‘Anima. Kon­ze­le­brant und anschlie­ßend viel-gefrag­ter Exper­te für die His­to­rie der Ani­ma“ war hier auch Pfar­rer Chris­ti­an Böck, Lei­ter des Deut­schen Pil­ger­zen­trums in Rom und Pfar­rer aus dem Bis­tum Pas­sau. Beson­de­res High­light war für die Wall­fah­rer ins­be­son­de­re auch die Hei­li­ge Mes­se am Cathe­dra-Altar im Peters­dom, für die sich selbst das Schlan­ge­ste­hen um 6 Uhr früh lohn­te – dafür und für den Son­nen­auf­gang am Petersplatz. 

Rund um die Besich­ti­gung der Kir­chen und die gemein­sa­men Mes­sen kam auch das Dol­ce Vita nicht zur kurz. Bei Füh­run­gen durch das his­to­ri­sche Stadt­zen­trum, das jüdi­sche Vier­tel und den Stadt­teil Tras­te­ve­re erhiel­ten die Teil­neh­men­den nicht nur umfang­rei­che Ein­bli­cke in die Geschich­te der wich­tigs­ten Orte der Stadt, son­dern konn­ten auch ein Stück des ita­lie­ni­schen Lebens­ge­fühls auf­sau­gen. Beson­ders wich­tig für die römi­schen Gui­des waren dabei auch Fra­gen wie: Wie kocht man eigent­lich rich­tig Pas­ta? Da wur­de das eine oder ande­re Mal in Gedan­ken mit notiert…

Kul­tur erleb­ten die Wall­fah­rer in den Vati­ka­ni­schen Muse­en oder in den Park­an­la­gen der Vil­la d’Este. Haut­nah dran am Gesche­hen im Vati­kan waren die Besu­che­rin­nen und Besu­cher wie­der­um bei Radio Vati­kan. Für die berüh­ren­den Momen­te auf der Wall­fahrt sorg­te aber vor allem eine Grup­pe der Mit­rei­sen­den: Die Diö­ze­san­blech­blä­ser. Am Vor­platz des Pan­the­ons emp­fin­gen die Wall­fah­rer die Musi­ker mit tosen­dem Applaus nach ihrem ein­drucks­vol­len Kon­zert im Rah­men der Andacht, für die der Pan­the­on eigens für die Wall­fahrts­grup­pe reser­viert war. 

Die Stim­mung ist aus mei­ner Sicht bes­tens“, zog Bischof Ste­fan Oster zur Mit­te der Woche ein Zwi­schen­fa­zit. Die Leu­te las­sen sich dar­auf ein. Die Wall­fahrt ist nicht nur ver­gnü­gungs­steu­er­pflich­tig sozu­sa­gen, son­dern manch­mal auch sehr anstren­gend.“ Dem konn­te sich Diö­ze­san­pil­ger­lei­te­rin Ire­ne Huber nur anschlie­ßen: Rom ist immer ein beson­de­res Ziel und vor allem jetzt im Hei­li­gen Jahr. Wir kom­men nach Rom mit dem Bischof, mit den Diözesanbläsern…Und die­ses Gemein­schafts­er­leb­nis dann mit­zu­krie­gen, das begeis­tert dann doch die Leu­te.“ Sei­tens der Wall­fah­rer waren die High­lights viel­fäl­tig, die Stim­mung beseelt und jede Anstren­gung belohnt durch ein­zig­ar­ti­ge Erfah­run­gen. Und egal ob nun bei einem Gra­ni­ta al caf­fè am Pan­the­on, beim Durch­schrei­ten der Hei­li­gen Pfor­ten oder beim gemein­sa­men Gebet: Als Pil­ger der Hoff­nung waren am Ende alle zusam­men unterwegs. 

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