Auf einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb prägt die Wechselwirkung von Familie und Betrieb den Alltag. Belastende Lebensumstände und Unklarheiten tragen dazu bei, dass Zufriedenheit und Erfolg auf der Strecke bleiben. Hier kommt die Ländliche Familienberatung ins Spiel. Im Bistum Passau gibt es sie seit 35 Jahren. Die Anfänge waren beschaulich und der Struktur nach eher eine Art Schuldnerberatung. Daraus hat sich ein breites Beratungsspektrum entwickelt — heute unterstützt die Ländliche Familienberatung dabei, neue Sichtweisen und Wege zu finden, Änderungen und Übergänge zu meistern und mehr Sicherheit und Lebensqualität zu gewinnen – kurz in allen Fragen, die im landwirtschaftlichen Alltag auftreten können. Die Beratungen werden überwiegend von ehrenamtlichen getragen, erklärt Anna Nagl, die Leiterin der Ländlichen Familienberatung im Bistum Passau im Interview. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen leisten hier wertvolle Arbeit und sind Ansprechpartner rund um Fragen, die einen Betrieb betreffen können, aber vielleicht auch Themen, die die Familie betreffen.
Ein neuer Ausbildungskurs qualifiziert für die ehrenamtliche Beratungstätigkeit im Rahmen der Landwirtschaftlichen Familienberatung. Er startet im Mai. Mehr über die Ländliche Familienberatung im Bistum Passau, den neuen Ausbildungskurs erfahren Sie im Interview:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Was macht eine Beraterin oder ein Berater der Landwirtschaftlichen Familienberatung? Landwirtschaftliche Familienberaterinnen und Familienberater begleiten und beraten Landwirte und Landwirtinnen sowie deren Angehörige bei Schwierigkeiten, Krisen oder notwendigen Veränderungen. In den Gesprächen liegt der Schwerpunkt auf persönlichen und zwischenmenschlichen Themen. Aufgabe der Berater ist es, im Gespräch mit den Ratsuchenden Lösungsmöglichkeiten für das jeweilige Problem zu suchen. Die Beratungskontakte finden in der Regel auf dem Hof statt. Dabei geht es zunächst ums zuhören und ordnen der angesprochenen Themen. Es kann auch die Rolle als Vermittler notwendig sein und/oder die Begleitung bei Verhandlungen mit Behörden, Banken u.ä.
Hier finden Sie den Flyer zum Ausbildungskurs als Download. Jederzeit können Sie sich auch bei Anna Nagl telefonisch melden und in einem persönlichen Gespräch mehr über den Kurs erfahren – den Kontakt zur Ländlichen Familienberatung im Bistum Passau, finden Sie weiter unten:
Das sagen einige der FamilienberaterInnen im Ländlichen Raum im Bistum Passau über diesen besonderen Job:
„In den vielen Jahren als Bäuerin und Betriebsleiterin sowie verschiedenen Ehrenamtstätigkeiten lernte ich die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Familien hautnah kennen — aber auch die besonderen Ressourcen und Stärken der Bauern und Bäuerinnen. Diese machen es möglich, auch aus den schwierigsten Umständen Auswege zu finden. Dazu biete ich gerne meine unterstützende Begleitung an.”
„Als ehemalige Dorfhelferin und aktive Bäuerin liegen mir die Menschen vom Land sehr am Herzen. Meine Kraft- und Freudenquellen sind gelingende menschliche Beziehungen, tiefe Glaubenswurzeln und kreative Arbeit! Ich nehme mir gerne Zeit für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, um mit Ruhe und Bedacht mit ihnen nach neuen Wegen zu suchen.”
„Bei mir ergibt sich eine interessante Verbindung aus Theorie und Praxis, so dass ich als Berater Menschen in der Landwirtschaft auch in schwierigen Lebenssituationen begleiten kann.”
Anna Nagl, die Leiterin der Ländlichen Familienberatung im Bistum Passau, lebt selbst mit ihrem Mann und den drei Kindern auf einem Vollerwerbs-Milchviehbetrieb, weshalb sie mit dem Alltag in der Landwirtschaft sehr gut vertraut ist und sich deshalb in dem Job auch sehr gut aufgehoben fühlt: „Landwirtschaft und das Leben in und mit der Natur hat sehr viel zu bieten. Oft ist es allerdings schwierig, im Alltag das Schöne auch zu sehen und den Spagat zwischen Landwirtschaft, Familie und Privatleben gut zu meistern. Auch familiäre Veränderungen oder Hofübergaben können eine Neuorientierung nötig machen und das führt oft zu Unsicherheiten und Konflikten. Da braucht es manchmal jemanden, der zuhört, der hilft innere Ordnung zu schaffen oder auch sich gegenseitig vielleicht ein Stück besser zu verstehen“.
„Für mich ist das so eine schöne Arbeit, weil man Menschen helfen kann. Dort wo Hilfe nötig ist, wo Menschen verzweifelt sind, vielleicht auch nicht mehr weiterwissen. Und dann bricht was auf, die Leute reden miteinander und finden zusammen. Das ist einfach so was Schönes, das begleiten zu dürfen.”
Anna
Nagl
Leiterin der Ländlichen Familienberatung


