Soziales

Ehrenamtliche Trauerbegleiter

Redaktion am 04.12.2025

Info Icon Foto: Franz Stangl
Domkapitular Gerhard Auer (vorne links) und Pfarrer Pater Darek Bryck (dahinter) vom Pfarrverband Hauzenberg sowie Pfarrer Andreas Erndl (hinten rechts) vom Pfarrverband Straßkirchen und Dr. Istvàn Bruncsàk dankten Marianne Holzbauer (vorne ab 2. von links), Luise Köppl, Waltraud Leitner und Anita Rosenauer sowie Annelene Wagner (2. Reihe ab 2. von links), Marianne Hirsch, Johann Gottinger, Heidi Möckl und Michaela Wallner für die Bereitschaft, diesen ehrenamtlichen Dienst als Trauerbegleiter zu übernehmen.

Trauer ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust einer geliebten nahestehenden Person, die einhergeht mit intensiven Gefühlen. In dieser schmerzlichen Situation braucht der Trauernde neben Trost und Beistand oft auch noch Unterstützung bei der Organisation von Trauerfeiern. Geschulter Trauerbegleiter können in dieser emotional herausfordernden Situation mehr als trösten, sie sind oft wertvoll Helfer auf dem Weg heraus aus diesem tiefen Tal der Trauer. In Thyrnau sind jetzt neun dieser ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerhelfer im Rahmen eines Gottesdienstes gesegnet und dann ausgesandt worden.

Zur emo­tio­na­le Unter­stüt­zung der Trau­ern­den gehört nicht nur Trost spen­den und ein­fühl­sam zuhö­ren, um den Trau­ern­den in ihrem Schmerz Bei­stand zu leis­ten. Zu den Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien gehö­ren auch die Unter­stüt­zung bei der Ver­ar­bei­tung von Gefüh­len wie Wut, Schmerz und Angst, um damit den Trau­er­pro­zess zu erleich­tern. Der Trau­ern­de braucht oft auch prak­ti­sche Hil­fe wie zum Bei­spiel die Unter­stüt­zung bei der Orga­ni­sa­ti­on von Trau­er­fei­ern oder ande­ren prak­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten. Als wich­ti­ge Netz­werk­ar­beit ist oft auch die Wei­ter­ver­mitt­lung an Psy­cho­lo­gen, Trau­er­grup­pen oder ande­re Ein­rich­tun­gen not­wen­dig, wenn eine noch tie­fe­re Unter­stüt­zung benö­tigt wird. Dabei ist die Trau­er­be­glei­tung nicht mit ärzt­li­cher oder psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Behand­lung zu ver­wech­seln, sie kon­zen­triert sich viel­mehr auf die Beglei­tung im Trau­er­pro­zess, nicht auf die Hei­lung” einer Krank­heit. Und vor allem, die Trau­er­be­glei­tung bie­tet einen geschütz­ten per­sön­li­chen Rah­men, in dem Trau­ern­de ihre Gefüh­le offen äußern kön­nen und sie sich nicht aus dem sozia­len Mit­ein­an­der zurückzuziehen.

Um dem Trau­ern­de so eine wert­vol­le Hil­fe­stel­lung anbie­ten zu kön­nen, bedarf es des­halb auch einer spe­zi­el­len Aus­bil­dung. Die­se Grund­aus­bil­dung zur Trau­er­be­glei­tung bie­tet das Refe­rat Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral der Diö­ze­se Pas­sau für Frau­en und Män­ner an, die sich bereit erklä­ren, in Zusam­men­ar­beit mit den Pfarr­seel­sor­gern der Pfar­rei­en Trau­ern­de des eige­nen Pfarr­ver­ban­des in der ers­ten Zeit nach dem Ver­lust eines Ange­hö­ri­gen hilf­reich zu beglei­ten. Die­se Grund­aus­bil­dung, so erklärt hier­zu Dr. Ist­vàn Bruncsàk als Refe­rent für Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral im Pas­sau­er Ordi­na­ri­at, umfasst ins­ge­samt neun Modu­le zu je einer Dop­pel­stun­de. Dabei, so der Refe­rent, gehe es um die Trau­er­kul­tur in unse­rer Gesell­schaft, um ein psy­cho­lo­gi­sches Grund­wis­sen über die Trau­er, über Sym­bo­le und Gebe­te in der Trau­er­be­glei­tung, über die Trau­er­be­glei­tung im Kin­des­al­ter oder auch über die Trau­er nach einem Sui­zid gegangen.

Die­se Aus­bil­dung zum ehren­amt­li­chen Trau­er­be­glei­ter haben jetzt aus den bei­den Pfarr­ver­bän­den Straß­kir­chen und Hau­zen­berg ins­ge­samt acht Frau­en und ein Mann absol­viert. Vom Pfarr­ver­band Straß­kir­chen waren dies Johann Got­tin­ger und Anne­le­ne Wag­ner aus der Pfar­rei Thyr­n­au sowie Michae­la Wall­ner, Lui­se Köppl uns Ani­ta Rosen­au­er aus der Pfar­rei Salz­weg sowie vom Pfarr­ver­band Hau­zen­berg Hei­di Möckl, Mari­an­ne Hirsch und Wal­traud Leit­ner aus der Pfar­rei Hau­zen­berg. Außer­dem hat­te sich auch noch Mari­an­ne Holz­bau­er aus Wald­kir­chen aus pri­va­ten Grün­den zur Trau­er­be­glei­te­rin aus­bil­den lassen.

Die­se neun Trau­er­be­glei­ter wur­den jetzt im Rah­men eines fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes in der Thyr­nau­er Pfarr­kir­che St. Franz Xaver offi­zi­ell aus­ge­sen­det. Ein herz­li­ches Vergelt’s Gott dafür, dass ihr euer gutes Herz für die­se groß­ar­ti­ge Bereit­schaft der Trau­er­be­glei­tung zur Ver­fü­gung stellt“, so begrüß­te Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer als Abtei­lungs­lei­ter Seel­sor­ger und Beglei­tung“ des Ordi­na­ri­ats die Trau­er­be­glei­ter, der in Kon­ze­le­bra­ti­on mit dem Thyr­nau­er Pfar­rer Andre­as Erndl und Hau­zen­bergs Pfar­rer Pater Darek Bryck, den Hei­mat­pfar­rern die­ser Trau­er­be­glei­ter die­sen Got­tes­dienst zelebrierte.

Trost ist eine Erfah­rung von Ver­bun­den­heit, eine Erfah­rung, nicht allei­ne zu sein und eine Bezie­hung, in der Schmerz aus­ge­hal­ten wird, ohne weg­er­klärt zu wer­den“, das gab Dr. Ist­vàn Bruncsàk den Trau­er­be­glei­tern in sei­ner Pre­digt mit auf dem wei­te­ren Weg. Außer­dem auch noch, dass Trau­er um einen nahen und gelieb­ten Men­schen ein Aus­druck von Lie­be sei, dass sie auch ein Beleg dafür sei, dass uns ein Mensch wich­tig gewe­sen war. Jeder Mensch trau­ert anders – in sei­ner eige­nen Geschwin­dig­keit und mit sei­ner eige­nen Spra­che“ stell­te der Pre­di­ger wei­ter fest, des­halb ist Trost nicht mach­bar oder erzwing­bar, ihr könnt aber einen Raum schaf­fen, in dem Trost mög­lich ist. Und ihr seid die­je­ni­gen, die mit den Trau­ern­den mit­ge­hen und vor allem, ihr seid ein Kanal, durch den Trost flie­ßen kann.“ 

Abschlie­ßend wünsch­te Dr. Ist­vàn Bruncsàk den Trau­er­be­glei­tern noch ein waches Herz, das hören kann, auch wenn kei­ne Wor­te gesagt wer­den. Er wünsch­te ihnen Geduld mit sich selbst und mit denen, die oft sehr lang­sam aus der Trau­er weg­kom­men und er wünsch­te ihnen vor allem auch noch die Freu­de, die wach­se, wenn man ande­ren bei­ste­he. Gott ist der Vater des Erbar­mens und der Gott allen Tros­tes“, damit zitier­te er auch noch den Apos­tel Pau­lus aus dem zwei­ten Korin­ther­brief, damit ist der wah­re Trost nie unse­re Leis­tung, son­dern ein Geschenk Gottes.“

Anschlie­ßend for­der­te Dr. Ist­vàn Bruncsàk alle Trau­er­be­glei­ter zum Vor­tre­ten vor dem Altar auf, wo dann mit einem gemein­sa­men Lied um den Bei­stand des Hei­li­gen Geis­tes gebe­tet wur­de. Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer sprach dann vor ihnen das Segens­be­bet: Guter Gott, du sen­dest uns zu den Men­schen, um ihnen in schwe­ren Stun­den nahe zu sein. Seg­ne die­se Frau­en und den Mann, die sich bereit erklärt haben, Trau­ern­de zu beglei­ten und zu trös­ten. Erfül­le ihre Her­zen mit dei­nem Mit­ge­fühl, ihre Wor­te mit Weis­heit und ihre Gegen­wart mit Frie­den. Schen­ke ihnen Geduld, Kraft und Behut­sam­keit für ihren ehren­amt­li­chen Dienst. Sei das Licht, das du durch sie ande­ren schen­ken willst.“

Mit gro­ßer Freu­de und auch Dank­bar­keit für die ehren­amt­li­che Bereit­schaft über­reich­te der Dom­ka­pi­tu­lar den Trau­er­be­glei­tern dann die Urkun­den. Abschlie­ßend seg­ne­ten auch noch die Geist­li­chen die Trau­er­be­glei­ter ein­zeln per Hand­auf­le­gung. Pfar­rer Andre­as Erndl wies schließ­lich noch dar­auf hin, dass ab sofort in den Fäl­len, in denen bei einem Trau­er­fall gewünscht wer­de oder auch not­wen­dig wäre, in den bei­den Pfarr­ver­bän­den Straß­kir­chen oder Hau­zen­berg bei den Orts­pfar­rern oder in den Pfarr­bü­ros bes­tens aus­ge­bil­de­te Trau­er­be­glei­ter ange­for­dert wer­den können.

Text Franz Stangl

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