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Von April bis Oktober 2025 hat das Bistum Passau zusammen mit der Diözese Regensburg elf neue kirchliche Umweltauditorinnen und -auditoren ausgebildet.
Aus der Diözese Passau nahmen Barbara Messerer für die LVHS Niederalteich, Otto Windpassinger für die Pfarrei Büchlberg, André Jarc für Kirchberg v.W. und Alfred Winklhofer für die Pfarrei Karpfham teil. Ebenfalls mit dabei waren Verena Holzbauer und Dr. Melanie Hackenfort für die Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung. „Für uns stand die Teilnahme an dem Kurs außer Frage. Damit wollen wir von der Stabsstelle ein klares Zeichen setzen, dass auch wir die strukturelle Verankerung unserer christlichen Schöpfungsverantwortung im Ordinariat sowie in den pastoralen Räumen weiter voranbringen wollen“, erklärt Dr. Melanie Hackenfort.
Im diözesanübergreifenden Ausbildungskurs lernten die Teilnehmenden die Zusammenhänge von Schöpfungstheologie und Nachhaltigkeit kennen. In fünf Kursmodulen mit 22 Lehreinheiten vertiefte die Kursgruppe ihre Kenntnisse zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks in den Kernbereichen Energie (Stromverbrauch und Heizen), Mobilität, ökofairer Einkauf und Reinigung. Sie wurden in das sogenannte „Grüne Buch“ eingeführt, in dem die Checklisten und Herangehensweisen für die Einführung eines Umweltmanagementsystems und eine systematische Erstellung der Ökobilanz zusammengefasst sind. Durch Planspielsequenzen übten die Teilnehmenden, ökologische Bedarfe zu ermitteln und Maßnahmen zur Verbesserung zu entwickeln. „Ziel der Ausbildung ist es, Ehren- und Hauptamtliche dafür zu sensibilisieren und zu befähigen, in ihren Wirkungsräumen dazu beizutragen, den ökologischen Fußabdruck einer Pfarrei oder einer Einrichtung kontinuierlich zu verbessern. Denn auch wir als Mitglieder der katholischen Kirche hier im Bistum Passau tragen Mitverantwortung dafür, die Klimaziele der Vereinten Nationen zu erreichen“, so Verena Holzbauer.
Jedes Kursmodul fand an einem anderen Lernort mit ökosozialem Anschauungspotenzial statt: in der LVHS Niederalteich, am Energiebildungszentrum Regensburg, im Bildungshaus Kloster Strahlfeld, im Haus Maximilian in Passau und zum krönenden Abschluss, im neu sanierten Haus Hermannsberg bei Wiesent. An jedem dieser Orte wurde den Teilnehmenden ein Blick hinter die Kulissen gewährt und das jeweilige ökosoziale Profil veranschaulicht. Ein besonderes Highlight war der Aufenthalt im Kloster Strahlfeld. Geschäftsführer Ludwig Spagl und die verstorbene Schwester Geraldine haben ein kirchliches Umweltmanagementsystem im Haus implementiert. Anhand verschiedenster Handlungsfelder von Stromgewinnung und ‑versorgung, Heizen und Beschaffung, über Instandhaltung und Gebäudenutzung bis hin zu Verpachtung und Vermietung wurde spürbar, wie Spiritualität, ökologisches Bewusstsein und globale soziale Gerechtigkeit ineinandergreifen. In allen vier Bildungshäusern wurde deutlich, wie gut sich christliches Selbstverständnis mit einer ethischen und ökologischen Form des Wirtschaftens vereinbaren lässt und Mehrwerte erzeugt: „Es gibt mir einfach ein gutes Gefühl, so wirtschaften zu dürfen!“, sagt Ludwig Spagl.
Für das vierte Modul kamen die Teilnehmenden nach Passau ins Haus St. Max. Der Aufenthalt in Passau bot die Gelegenheit, die Geschäftsräume des KDFB und des VerbraucherServices im KDFB in Bayern zu besichtigen und Einblicke in ihre jeweiligen Umweltprogramme zu gewinnen. „Dies war uns ein wichtiges Anliegen“, so Melanie Hackenfort, „denn der KDFB ist bisher der einzige Verband im Bistum Passau, der nicht nur Grüner-Gockel-zertifiziert ist, sondern bereits auf die zweite Rezertifizierung 2026/27 zusteuert.“ Für dieses Engagement gab es dann auch ein kleines Dankeschön für Kathrin Plechinger und ihre Kollegin Tanja Kemper. Zurück im Haus Max, rundete Margit Bauer, Hauswirtschaftsleiterin des Ordinariats und ebenfalls Umweltauditorin, die Tour durch die ökosoziale Landschaft des Bistums ab. Sie führte die Teilnehmenden in die Welt der Reinigungsmittel auf Basis von Mikroorganismen ein, die seit mehreren Jahren zur Reinigung in den Räumen des Ordinariats zum Einsatz kommen.
Am Ende des Abschluss-Moduls im Oktober 2025 unterzogen sich alle Teilnehmende einem Kolloquium und zeigten dabei ihr neu erworbenes Wissen, bevor sie im Rahmen einer anschließenden Dankandacht feierlich die Zertifikate überreicht bekamen. Die Absolventinnen und Absolventen sind mit dieser Ausbildung befähigt, Umweltmanagement in ihren eigenen Pfarrgemeinden einzuführen und den Aufbau eines Umweltmanagementsystems auch in anderen Einrichtungen zu begleiten.
In der Reflexion wurden die vertrauensvolle Lernatmosphäre und Gruppendynamik als das „besondere Etwas“ des Kurses hervorgehoben. Ein Teilnehmer bilanzierte im Nachhinein: „Dieser Austausch in der Gruppe tut einfach gut und es ist schön, zu erleben, was da miteinander entsteht“ (siehe Kasten auf Seite 21). Auch für die Referenten Beate Eichinger, Christian Sachs und Klaus Hirn war es eine Bestätigung, dass diese Weiterbildung sich dadurch auszeichnet, dass miteinander Lerngemeinschaften entstehen. „Es ist einfach schön, zu beobachten, wie plötzlich die Ideen nur so sprudeln“, freut sich Beate Eichinger. Motiviert und ermutigt, diesen Weg nun Schritt für Schritt weiterzugehen, verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Text: Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung


