Bistum

Enthüllung: Mahnmal im Dom

Redaktion am 05.02.2026

Info Icon Bild: Kommunikationsdesign Bistum Passau

Bei einem Pontifikalgottesdienst am 08. März 2026 wird eine Skulptur des Künstlers Andreas Kuhnlein, als Mahnmal, an die Öffentlichkeit übergeben. Die Skulptur wird dauerhaft im Dom aufgestellt sein und soll auf die Gewaltformen in der Kirche von Passau aufmerksam machen. 

Mahn­mal sexu­el­ler gewalt­tä­ti­ger geist­li­cher Miss­brauch“ – mit die­ser Bestim­mung wird am 8. März im Rah­men eines Got­tes­diens­tes im Dom eine Skulp­tur auf­ge­stellt. Die Idee dazu stammt vom Betrof­fe­nen­bei­rat im Bis­tum Pas­sau. Der Spre­cher des Bei­rats ist Sieg­fried Lang: Die Idee ist vor cir­ca drei Jah­ren ent­stan­den, im Zusam­men­hang mit der Freund­schaft zu dem Bild­hau­er Andre­as Kuhn­lein. Er hat ja in sei­nem Hei­mat­ort Unter­wös­sen in einem Andachts­raum in sei­ner Hei­mat­kir­che ein Mahn­mal auf­ge­stellt, das erin­nern soll an den sexu­el­len Miss­brauch, der dort von­sei­ten der Kir­che pas­siert ist. Und ich habe mir die­ses Mahn­mal ange­se­hen und dann gedacht, das wäre auch eine gute Mög­lich­keit, etwas ähn­li­ches bei uns im Pas­sau­er Dom zu instal­lie­ren. Das Erst­ge­spräch mit Bischof Oster hat sich dann durch­wegs als posi­tiv her­aus­ge­stellt,“ so Sieg­fried Lang.

Mir geht es um einen nach­hal­ti­gen Hin­weis auf das The­ma. Wobei der Schwer­punkt auf nach­hal­tig’ liegt, also ein fort­wäh­ren­der Hin­weis auf das, was gesche­hen ist und dass das aus der Erin­ne­rung auch nicht ver­schwin­den soll. Die gro­ße Gefahr ist bei die­sen Auf­ar­bei­tungs­the­men, die durch die Pres­se gehen: Man hört es, man sieht es und damit ist das The­ma dann aber auch wie­der erle­digt. Und wenn ein sol­ches Mahn­mal dau­er­haft im Pas­sau­er Dom instal­liert ist, dann ist gewähr­leis­tet, dass jeder, der den Dom betritt, an die­sem Mahn­mal vor­bei­geht und sich eben sei­ne Gedan­ken macht“, so Sieg­fried Lang.

Eigent­lich soll­te das Mahn­mal schon lan­ge auf­ge­stellt sein – die Sanie­rung des Domes hat­te den Zeit­plan ver­scho­ben. So wird das Mahn­mal erst ein­mal im Ein­gangs­be­reich, im lin­ken Kir­chen­schiff auf Höhe des ers­ten Sei­ten­al­tars auf­ge­stellt wer­den. Nach Abschluss der Arbei­ten im Dom wird das Mahn­mal dann im rech­ten Bereich des Domes, beim Mari­en­al­tar instal­liert, wo es dann für immer blei­ben soll. 

Licht­blick“ heißt das Kunst­werk, das künf­tig als Mahn­mal im Dom ste­hen wird. Es zeigt eine schwan­ge­re Frau, die den Blick nach vor­ne rich­tet. Zunächst ist es ein­mal auf alle Fäl­le ein Kunst­werk. Eine Skulp­tur, die mah­nen will — und zwar mah­nen will an das Gesche­he­ne und dann gleich­zei­tig auf das hin­wei­sen will, was bevor­steht. Das Kunst­werk zeigt ja eine schwan­ge­re Frau, die den Blick nach vor­ne rich­tet. Der Sinn, der hin­ter der Skulp­tur steht, ist der, den Blick nach vor­ne zu rich­ten. Und zwar in der Form, sich nicht immer wie­der an die Pro­ble­ma­tik und das Leid zu erin­nern, das im Zusam­men­hang mit Miss­brauch pas­siert ist. Son­dern: Man soll sich auf den Weg machen, nach vor­ne schau­en“, deu­tet Sieg­fried Lang die Skulptur.

Ein wich­ti­ges Signal sei auch, dass die Figur im Dom ver­blei­ben wird, so Sieg­fried Lang. Das Bis­tum Pas­sau hat die Figur erstan­den, das Mahn­mal wird dau­er­haft mah­nen“. Gleich­zeit zieht der Spre­cher des Betrof­fe­nen­bei­rats auch mit der Über­ga­be der Skulp­tur an die Öffent­lich­keit einen einst­wei­li­gen Schluss­strich. Die Skulp­tur in ihrer Nach­hal­tig­keit soll zunächst ein­mal einen Abschluss der bis­he­ri­gen Arbeit zum Aus­druck bringen.“

Zum Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst am 8. März im Dom St. Ste­phan in Pas­sau ist die Bevöl­ke­rung herz­lich ein­ge­la­den. Beginn ist um 9:30 Uhr.

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