Bild: Kommunikationsdesign Bistum Passau
Bei einem Pontifikalgottesdienst am 08. März 2026 wird eine Skulptur des Künstlers Andreas Kuhnlein, als Mahnmal, an die Öffentlichkeit übergeben. Die Skulptur wird dauerhaft im Dom aufgestellt sein und soll auf die Gewaltformen in der Kirche von Passau aufmerksam machen.
„Mahnmal sexueller gewalttätiger geistlicher Missbrauch“ – mit dieser Bestimmung wird am 8. März im Rahmen eines Gottesdienstes im Dom eine Skulptur aufgestellt. Die Idee dazu stammt vom Betroffenenbeirat im Bistum Passau. Der Sprecher des Beirats ist Siegfried Lang: „Die Idee ist vor circa drei Jahren entstanden, im Zusammenhang mit der Freundschaft zu dem Bildhauer Andreas Kuhnlein. Er hat ja in seinem Heimatort Unterwössen in einem Andachtsraum in seiner Heimatkirche ein Mahnmal aufgestellt, das erinnern soll an den sexuellen Missbrauch, der dort vonseiten der Kirche passiert ist. Und ich habe mir dieses Mahnmal angesehen und dann gedacht, das wäre auch eine gute Möglichkeit, etwas ähnliches bei uns im Passauer Dom zu installieren. Das Erstgespräch mit Bischof Oster hat sich dann durchwegs als positiv herausgestellt,“ so Siegfried Lang.
„Mir geht es um einen nachhaltigen Hinweis auf das Thema. Wobei der Schwerpunkt auf ‘nachhaltig’ liegt, also ein fortwährender Hinweis auf das, was geschehen ist und dass das aus der Erinnerung auch nicht verschwinden soll. Die große Gefahr ist bei diesen Aufarbeitungsthemen, die durch die Presse gehen: Man hört es, man sieht es und damit ist das Thema dann aber auch wieder erledigt. Und wenn ein solches Mahnmal dauerhaft im Passauer Dom installiert ist, dann ist gewährleistet, dass jeder, der den Dom betritt, an diesem Mahnmal vorbeigeht und sich eben seine Gedanken macht“, so Siegfried Lang.
Eigentlich sollte das Mahnmal schon lange aufgestellt sein – die Sanierung des Domes hatte den Zeitplan verschoben. So wird das Mahnmal erst einmal im Eingangsbereich, im linken Kirchenschiff auf Höhe des ersten Seitenaltars aufgestellt werden. Nach Abschluss der Arbeiten im Dom wird das Mahnmal dann im rechten Bereich des Domes, beim Marienaltar installiert, wo es dann für immer bleiben soll.
„Lichtblick“ heißt das Kunstwerk, das künftig als Mahnmal im Dom stehen wird. Es zeigt eine schwangere Frau, die den Blick nach vorne richtet. „Zunächst ist es einmal auf alle Fälle ein Kunstwerk. Eine Skulptur, die mahnen will — und zwar mahnen will an das Geschehene und dann gleichzeitig auf das hinweisen will, was bevorsteht. Das Kunstwerk zeigt ja eine schwangere Frau, die den Blick nach vorne richtet. Der Sinn, der hinter der Skulptur steht, ist der, den Blick nach vorne zu richten. Und zwar in der Form, sich nicht immer wieder an die Problematik und das Leid zu erinnern, das im Zusammenhang mit Missbrauch passiert ist. Sondern: Man soll sich auf den Weg machen, nach vorne schauen“, deutet Siegfried Lang die Skulptur.
Ein wichtiges Signal sei auch, dass die Figur im Dom verbleiben wird, so Siegfried Lang. Das Bistum Passau hat die Figur erstanden, das Mahnmal wird dauerhaft „mahnen“. Gleichzeit zieht der Sprecher des Betroffenenbeirats auch mit der Übergabe der Skulptur an die Öffentlichkeit einen einstweiligen Schlussstrich. „Die Skulptur in ihrer Nachhaltigkeit soll zunächst einmal einen Abschluss der bisherigen Arbeit zum Ausdruck bringen.“
Zum Pontifikalgottesdienst am 8. März im Dom St. Stephan in Passau ist die Bevölkerung herzlich eingeladen. Beginn ist um 9:30 Uhr.



