Bistum

Sehnsucht, Schönheit, Ankommen

Susanne Simperl am 06.01.2026

Info Icon Foto: Susanne Simperl / pbp

Mit einem feierlichen Pontifikalamt hat Bischof Stefan Oster SDB das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) 2026 im Passauer Dom begangen. Die Messe eröffnete der traditionelle Gesang der drei Könige, die dem liturgischen Einzug vorangegangen waren. Bei der Krippe sangen die vier Männer wie auch in den Jahren zuvor den Gesang der Passauer Sternsinger.

In sei­ner Pre­digt stell­te Bischof Oster die Stern­deu­ter als Men­schen vor, die ​„von außen kom­men“, um sich auf den Weg zu machen. Die­se Rei­se sei mehr als eine his­to­ri­sche Bege­ben­heit, sie ste­he für eine inne­re Bewe­gung des Men­schen: eine Suche, die von Schön­heit und Sehn­sucht zugleich getra­gen wer­de. Erfah­run­gen über­wäl­ti­gen­der Schön­heit – in der Natur, im Guten oder im Leben selbst – sei­en oft ver­bun­den mit dem Emp­fin­den, dass etwas Ent­schei­den­des noch aus­ste­he. ​„Es kann was noch so schön sein, und doch bleibt ein Rest des Uner­füllt­s­eins“, so Oster.

„Es kann was noch so schön sein, und doch bleibt ein Rest des Unerfülltseins.”

Bischof Stefan Oster

Die­se Sehn­sucht deu­te­te der Bischof theo­lo­gisch als Hin­weis auf Gott. Alles Wah­re, Gute und Schö­ne ver­wei­se letzt­lich auf sei­nen Ursprung. In die­sem Sinn sei­en die Wei­sen dem Stern gefolgt, hät­ten Mühen und Gefah­ren auf sich genom­men und sei­en zunächst an einen Ort des äuße­ren Glan­zes gelangt, den Hof des Hero­des. Doch dort hät­ten sie erfah­ren, dass Macht und Reich­tum nicht das Ziel ihrer Suche sei­en. Erst in Beth­le­hem, fern von Pracht, sei­en sie dem Kind begeg­net, in dem ihre Sehn­sucht ankom­me. ​„Kein äuße­rer Glanz, son­dern wirk­li­che Schön­heit“, beton­te Oster.

Die Reak­ti­on der Wei­sen – Anbe­tung und das Dar­brin­gen von Gold, Weih­rauch und Myr­rhe – ver­stand der Bischof als Ant­wort des Men­schen auf Got­tes Zuwen­dung. Lit­ur­gie und Got­tes­dienst sei­en Aus­druck die­ses rech­ten Got­tes­ver­hält­nis­ses. Die Gaben ver­wie­sen zugleich auf König­tum, Gött­lich­keit und das zukünf­ti­ge Lei­den Christi.

Am Ende griff Oster die bibli­sche Bemer­kung auf, dass die Wei­sen ​„auf einem ande­ren Weg“ heim­ge­kehrt sei­en. Die Begeg­nung mit Chris­tus ver­än­de­re den Men­schen nach­hal­tig: Wer von die­ser Wahr­heit und Schön­heit berührt wer­de, kön­ne nicht unver­än­dert wei­ter­le­ben. Mit Blick auf das neue Jahr wünsch­te der Bischof den Gläu­bi­gen Erfah­run­gen, die Sehn­sucht weck­ten und zugleich auf Chris­tus hin­führ­ten – auf den, ​„der gekom­men ist, um uns ein neu­es Leben zu schenken“.

Die Predigt hier zum Nachschauen:

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Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de das Pon­ti­fi­kal­amt von Dom­chor, Solis­ten und Domor­ches­ter unter der Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger, gesun­gen wur­de die Pas­sau­er Pas­tor­al­mes­se von Ger­hard Merkl. Kan­to­rin war Marie Groß. An der Dom­or­gel beglei­te­te Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruckdeschel.

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