Bistum

Caritas: Gewaltschutz im Blick

Redaktion am 06.02.2026

Info Icon Bild: Thomas König

Wie kann Gewalt in der Pflege wirksam verhindert werden? Und wie lassen sich Würde, Grenzen und Schutz der anvertrauten Menschen nachhaltig sichern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag „Grenzen spüren. Gewaltschutz stärken. Gemeinsam handeln.“, zu dem der Caritasverband für die Diözese Passau e. V. am Donnerstag nach Passau eingeladen hatte.

Die Cari­tas­di­rek­to­rin Andrea Ander­lik beton­te ​„das Recht auf Gewalt­freie Pfle­ge“. Gewalt­schutz sei mehr als ​„ein Kon­zept oder eine Pflicht­auf­ga­be“. Es gehe immer um den kon­kre­ten Men­schen; im Alter beson­ders verletzbar. 

In ihrem Impuls­vor­trag ​„Scham als Hüte­rin der Wür­de“ zeig­te die Frei­bur­ger Pro­fes­so­rin Dr. Ursu­la Immenschuh, wie das bewuss­te Wahr­neh­men von Scham dazu bei­tra­gen kön­ne, Grenz­ver­let­zun­gen früh­zei­tig zu erken­nen und Gewalt vor­zu­beu­gen. Immenschuh, frü­her selbst im Pfle­ge­be­reich tätig, beton­te: ​„Der Umgang mit den Anfor­de­run­gen an Gewalt­schutz und die nach­hal­ti­ge Ver­an­ke­rung geht uns alle an“. Eine wür­de­vol­le Beglei­tung ent­ste­he durch Ent­ta­bui­sie­rung und Bewäl­ti­gung von schwie­ri­gen Gefüh­len wie Scham. Es müs­se auch sei­tens der Beschäf­tig­ten ein ​„wür­de­vol­les Umfeld“ geschaf­fen werden.

„Pfle­ge fin­det immer an sen­si­blen Gren­zen statt – kör­per­lich, emo­tio­nal und per­sön­lich. Des­halb braucht es ​„kla­re Struk­tu­ren, Auf­merk­sam­keit und ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis von Wür­de und Schutz“, beton­te Andrea Kra­mer, Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­te des Cari­tas­ver­bands für die Diö­ze­se Pas­sau e. V.. ​„Der Fach­tag bot Pra­xis­bei­spie­le und Work­shops für Impul­se, Aus­tausch und kon­kre­te Werk­zeu­ge im Pflegealltag.

Im Interview: Professorin Dr. Ursula Immenschuh

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Info Icon Foto: can/mr
Gemeinsam für Gewaltschutz in der Pflege: Caritasdirektorin Andrea Anderlik Prof. Dr. Ursula Immenschuh, und Andrea Kramer, Präventionsbeauftragte der Caritas

Die Ver­an­stal­tung rich­te­te sich an Lei­tungs- und Fach­kräf­te der sta­tio­nä­ren, teil­sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Alten­hil­fe sowie an Trä­ger­ver­tre­tun­gen. Ziel des Fach­tags war es, pra­xis­na­he Hand­lungs­kom­pe­ten­zen im Bereich Gewalt­schutz zu ver­mit­teln und bestehen­de Schutz­kon­zep­te wei­ter zu ver­tie­fen und zu stärken.

Neben Fach­vor­trä­gen und Pra­xis­bei­spie­len aus der Cari­tas-Pfle­ge fan­den inter­ak­ti­ve Work­shops statt. Dabei ging es unter ande­rem um den Umgang mit Gewalt in digi­ta­len Medi­en, um das Erken­nen und Ver­hin­dern von Gewalt in der Pfle­ge, um sexua­li­sier­te Gewalt sowie um die Zusam­men­hän­ge von Scham, Wür­de und Macht in Pflegesituationen.

Text: Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau e. V.

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