Soziales

Das freundliche Gesicht des heiligen Severin

Redaktion am 17.09.2026

Info Icon Foto: Fabian Edenharder

Streng, alt, ernst – so kennt man den heiligen Severin auf vielen Darstellungen. Fabian Edenharder hat dem spätantiken Missionar und Klostergründer nun ein völlig anderes Gesicht gegeben. „Ich wollte ihn kinderfreundlicher und moderner darstellen“, er zählt der Streetart-Künstler, der an der Sport-Mittelschule in Hauzenberg als Fachlehrer unterrichtet.

Eden­har­der hat qua­si die Lizenz zum Spray­en. Nach eini­gen Pro­jek­ten mit Jugend­ein­rich­tun­gen wur­de er für die­se Art von Kunst direk­ter Ansprech­part­ner für das Kul­tur­amt der Stadt Pas­sau. Die Wand in der Pas­sau­er Inn­stadt wur­de ihm vom Kir­chen­bau­amt zur Gestal­tung über­las­sen, nach dem sein letz­tes Werk im ver­gan­ge­nen Jahr ver­schmiert wor­den war. Das Abbild des hei­li­gen Seve­rin passt hier per­fekt: Ein angren­zen­des Tor, die Kir­che und der Kin­der­gar­ten tra­gen sei­nen Namen. Die Umset­zung hat rund fünf Stun­den gedau­ert. Und Eden­har­der freut sich über vie­le posi­ti­ve Reak­tio­nen, gera­de von Eltern und Kindern.

„Vie­le Fas­sa­den in der Stadt sind ver­schmiert. Aus Kos­ten­grün­den wer­den die meis­ten Flä­chen nicht mehr gerei­nigt, son­dern sich selbst über­las­sen“, weiß Eden­har­der. ​„Gera­de aber, weil die Wand zum Kin­der­gar­ten St. Seve­rin gehört, dach­te ich mir, hier wür­de eine anspre­chen­de und kin­der­freund­li­che Gestal­tung nicht scha­den“, er klärt er. Und nach­dem er die Kin­der­gar­ten­lei­tung und das Kir­chen­bau­amt über­zeu­gen konn­te, stand der Umset­zung nichts mehr im Weg.

Der gebür­ti­ge Pas­sau­er ist eigent­lich immer auf der Suche nach Objek­ten und Flä­chen, um die­se zu gestal­ten. Gera­de häss­li­che Stütz­mau­ern und bereits ver­schmier­te Brü­cken­pfei­ler sei­en idea­le Objek­te. Das pas­siert dann, wie zuletzt in der Ilz­stadt, auch mal gemein­sam mit einer Schulklasse.

Die Ver­bin­dung von Kunst und sozia­lem Enga­ge­ment gehört zu Eden­har­ders ​„DNA“. Bereits wäh­rend des Kunst­stu­di­ums in Augs­burg wur­de er Teil des Graf­fi­ti­ver­eins DIE BUN­TEN, wel­cher sich für sozia­le Pro­jek­te und der Unter­stüt­zung urba­ner Kunst und Kul­tur ein­setzt. Eine Kom­bi­na­ti­on, die wirkt.

Text: Wolf­gang Krinninger

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