Bistum

FSJ im Bistum Passau absolviert

Redaktion am 27.08.2025

Info Icon Bild: Thomas König
FSJ-lerinnen im Einsatz. Saskia Eiler und Rebekka Seidl beim Schools' Day 2025 im Rahmen der Maria-Hilf-Woche im Haus der Jugend. Saskia beantwortete den Schülern Fragen rund um das FSJ. Rebekka war in die Vorbereitung und die Organisation des Tages involviert.

Zwei junge Frauen haben ein FSJ im Bistum Passau gemacht - Ende August ist jetzt Schluss. Das Freiwillige Soziale Jahr – ein Einstieg in gesellschaftliches Engagement. Und eine gute Möglichkeit sich zu finden, seine Interessen auszuloten. 

Das Frei­wil­li­ge Sozia­le Jahr (FSJ) ist eine belieb­te Mög­lich­keit für jun­ge Men­schen, sich gesell­schaft­lich zu enga­gie­ren, Erfah­run­gen zu sam­meln und sich per­sön­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Es wur­de in Deutsch­land im Jahr 1964 ein­ge­führt und hat sich seit­dem zu einem fes­ten Bestand­teil der Jugend­ar­beit ent­wi­ckelt. Das FSJ ist eine frei­wil­li­ge Tätig­keit, bei der Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne zwi­schen 16 und 27 Jah­ren in sozia­len, kul­tu­rel­len oder öko­lo­gi­schen Ein­rich­tun­gen mitarbeiten.

„Ich habe noch kei­ne Ahnung gehabt, wo es beruf­lich hin­ge­hen soll. Da hat mein Bru­der gemeint, pro­bie­re halt ein FSJ aus und tes­te ein­fach mal ein Jahr die Jugendarbeit.”

Saskia Eiler über die Entscheidung ein FSJ zu machen

Im Bis­tum Pas­sau sind noch bis Ende August zwei jun­ge Frau­en beschäf­tigt, die ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr absol­vie­ren. Rebek­ka Seidl aus Kreuz­berg bei Frey­ung und Saskia Eiler aus Hin­ter­schmi­ding. ​„Ich habe letz­tes Jahr eine Absa­ge für einen Aus­bil­dungs- bzw. Stu­di­en­platz erhal­ten und stand dann vor der Fra­ge, was mache ich jetzt? Nur die Zeit ver­trei­ben mit irgend­wel­chen Mini­jobs oder eben ein FSJ. Da bin ich dann durch mei­ne Freun­din drauf­ge­kom­men und das FSJ hat per­sön­lich ein­fach mehr Vor­tei­le“, erzählt Rebek­ka Seidl. Ihre Kol­le­gin Saskia Eiler war nach der Schu­le eher unschlüs­sig, wie es wei­ter­ge­hen soll: ​„Ich habe noch kei­ne Ahnung gehabt, wo es beruf­lich hin­ge­hen soll. Da hat mein Bru­der gemeint, pro­bie­re halt ein FSJ aus und tes­te ein­fach mal ein Jahr die Jugendarbeit.“

Die Haupt­idee des FSJ ist es, jun­gen Men­schen die Chan­ce zu geben, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, sozia­le Kom­pe­ten­zen zu ent­wi­ckeln und Ein­bli­cke in ver­schie­de­ne Berufs­fel­der zu gewin­nen. Es ist geeig­net für Schul­ab­gän­ger, die sich ori­en­tie­ren möch­ten, sowie für Men­schen, die eine Pau­se vom Schul- oder Berufs­all­tag suchen. Vor­tei­le des FSJ sind viel­fäl­tig: Es för­dert sozia­le Fähig­kei­ten, stärkt das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und kann bei spä­te­ren Bewer­bun­gen von Vor­teil sein. Zudem bie­tet es die Mög­lich­keit, neue Men­schen ken­nen­zu­ler­nen und die eige­ne Per­sön­lich­keit weiterzuentwickeln. 

Saskia Eiler über ihre Auf­ga­ben im kirch­li­chen Jugend­bü­ro in Frey­ung, wo sie ange­stellt ist: ​„Also ich habe bei grö­ße­ren Aktio­nen mit­ge­hol­fen, in der Orga­ni­sa­ti­on und Vor­be­rei­tung, ich war auch öfter bei Tagen der Ori­en­tie­rung dabei, als Betreue­rin usw. Ich war auch als Refe­ren­tin bei Schul­be­su­chen und habe ein­fach auch im Büro mit­ge­hol­fen. Gera­de bin ich dabei, eine Abschluss­fahrt zu pla­nen. Mit einer Firm­grup­pe geht es nach Wien.“

Rebek­ka Seidl arbei­tet im Haus St. Max am Dom­platz in Pas­sau beim BDKJ. ​„Also, ich war bei eini­gen Fahr­ten, wie z.B. einer Pfingst­frei­zeit mit Jugend­li­chen dabei. Eine ganz wich­ti­ge und gro­ße Ver­an­stal­tung beim BDKJ ist die Jugend­fuß­ball­fahrt, da war ich auch dabei, bei der Pla­nung und bei der Wall­fahrt selbst. Das war ein rich­tig tol­les Erleb­nis, das war rich­tig schön. Ich habe aber auch so ganz nor­ma­le Büro­auf­ga­ben, wie Maß­nah­men vor- und nach­be­rei­ten, Pro­to­kol­le schrei­ben. Und dadurch, dass ich im Haus beim BDKJ bin und dort auch das BJA ist, ist da auch immer mal was mit den Jugend­ver­bän­den, die man unter­stüt­zen kann.“ 

Hier erzählen die beiden im Radiobeitrag ihre Beweggründe für das FSJ:

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Die Ver­gü­tung ist in der Regel eine soge­nann­te ​„Taschen­geld­pau­scha­le“, die je nach Trä­ger vari­iert, aber meist zwi­schen 200 und 400 Euro im Monat liegt. Die Dau­er eines FSJ beträgt in der Regel 6 bis 12 Mona­te. Seit Ein­füh­rung des FSJ haben bereits meh­re­re Hun­dert­tau­send jun­ge Men­schen die­se Erfah­rung gemacht. Im Jahr 2022 waren es etwa 50.000 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer, die in ver­schie­de­nen sozia­len Ein­rich­tun­gen tätig waren. Das FSJ ist somit eine wert­vol­le Gele­gen­heit, gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment mit per­sön­li­cher Ent­wick­lung zu ver­bin­den und die Wei­chen für die Zukunft zu stellen.

„Es war eine rich­tig gute Ent­schei­dung. Ich bereue es über­haupt nicht. Es hat rich­tig viel Spaß gemacht.”

Rebekka Seidl über das FSJ

So sehen es auch die bei­den FSJ-lerin­nen im Bis­tum Pas­sau, wenn das Jahr jetzt in weni­gen Wochen, Ende August, zu Ende geht – bereu­en sie ihre Ent­schei­dung kei­nes­wegs. Rebek­ka Seidl: ​„Es war eine rich­tig gute Ent­schei­dung. Ich bereue es über­haupt nicht. Es hat rich­tig viel Spaß gemacht. Es war super auch mit dem Kol­le­gen­kreis. Ich bin rich­tig gut auf­ge­nom­men wor­den. Echt toll. Es war eine super Berei­che­rung. Man wächst per­sön­lich, man ent­wi­ckelt sich wei­ter und man macht ja auch was für sein Umfeld.“ 

Saskia Eiler: ​“Das war eine gute Sache, auf jeden Fall. Wir haben bei Semi­na­ren neue Leu­te ken­nen­ge­lernt, es waren super Kol­le­gen, wir haben ein­fach extrem viel Spaß gehabt die­ses Jahr. Aber jetzt auch beruf­lich zu wis­sen, wie es wei­ter­geht, ist schon ein Vor­teil, es ist ein­fach eine super Mög­lich­keit, sich sel­ber bes­ser ken­nen­zu­ler­nen, sich zu ent­wi­ckeln und beruf­lich ein­fach mal einen Durch­blick zu haben.“

Und so geht es dann bei den bei­den Noch-FSJ-lerin­nen wei­ter. Saskia Eiler wird im Herbst vor­aus­sicht­lich in Deg­gen­dorf ​„Sozia­le Arbeit“ stu­die­ren – also sie geht auf jeden den Weg auf der sozia­len Schie­ne wei­ter – und kann sich durch­aus auch ein Jugend­bü­ro oder z.B. das bischöf­li­ches Jugend­amt als Arbeits­platz vorstellen. 

Rebek­ka Seidl fängt im Okto­ber eine Aus­bil­dung zur Logo­pä­din an. Auch sie bleibt im sozia­len Bereich, das war für sie aber auch vor dem FSJ schon klar. ​„Das FSJ hat mich ein­fach auch sel­ber noch mal über­zeugt, es wirk­lich durch­zu­zie­hen, weil die Arbeit mit Kin­dern und mit Erwach­se­nen, ein­fach all­ge­mein am Men­schen, ein­fach rich­tig viel Spaß macht.“

„Ein knap­pes Jahr spä­ter steht dann die glei­che Per­son total sou­ve­rän vor einer Grup­pe, kann da fle­xi­bel han­deln, ist aus­ge­stat­tet noch mal mit mehr Metho­den im Ruck­sack, um ins Leben gehen, das ist schön zu sehen.”

Veronika Pongratz, BDKJ Referentin und Vorstandmitglied im BDKJ Diözesanverband

FSJ im Bis­tum Pas­sau: Der Bund der Deut­schen Katho­li­schen Jugend in Bay­ern ist zusam­men mit der Cari­tas und InVia Trä­ger des FSJ und unter ande­rem zustän­dig für das Bewer­bungs­ver­fah­ren, die Aus­wahl der Ein­satz­stel­len und die päd­ago­gi­sche Beglei­tung wäh­rend des Jah­res. ​„Und dann liegt es nahe, dass der BDKJ Pas­sau Diö­ze­san­ver­band Koope­ra­ti­ons­part­ner ist und die Lan­des­stel­le unter­stützt, eben bei Bewer­bungs­ge­sprä­chen, bei Koope­ra­tio­nen mit den Ein­satz­stel­len und ein­fach bei der Beglei­tung der FSJ-ler sel­ber. Und natür­lich — ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr — kirch­li­che Jugend­ar­beit das ist ja ein typi­scher sozia­ler Beruf – und da bie­ten wir auch im bischöf­li­chen Jugend­amt sel­ber FSJ-Stel­len an“, erklärt Vero­ni­ka Pon­gratz, BDKJ Refe­ren­tin und Vor­stand­mit­glied im BDKJ Diö­ze­san­ver­band. Der BDKJ Diö­ze­san­ver­band ver­mit­telt aber auch in alle ande­ren Berei­che, je nach­dem, wofür sich der Bewer­ber inter­es­siert und wo er her­kommt: ​„Also es geht beim FSJ ja um über­wie­gend päd­ago­gi­sche, pfle­ge­ri­sche, sozia­le Beru­fe – d.h. in Kran­ken­häu­sern, Senio­ren­hei­men, Ein­rich­tun­gen mit Men­schen mit Beein­träch­ti­gung, kirch­li­che Jugend­ar­beit bei uns, in Kin­der­ta­ges­stät­ten. Also typi­sche sozia­le Beru­fe. Bei den Bewer­bern schaut man dann halt schon, wo kommt denn die Per­son her? Ist jemand eher vom west­li­chen Diö­ze­san­be­reich oder kommt aus dem Baye­ri­schen Wald und wo will jemand eigent­lich hin? Also ist es eher ein pfle­ge­ri­scher Bereich, oder päd­ago­gi­scher Bereich. Da kommt man dann auch ein­fach ins Gespräch, man kann durch­aus auch sei­nen Wunsch äußern, wo man ger­ne hinmöchte.“

Auch BDKJ Refe­ren­tin Vero­ni­ka Pon­gratz ist der Mei­nung, dass ein FSJ jede Men­ge Vor­tei­le hat. Sie hat bis­lang mit den Kan­di­da­ten nur posi­ti­ve Erfah­run­gen gemacht: ​„Also es ist ein­fach total schön, die FSJ-ler im Lau­fe des Jah­res zu beglei­ten. Da ist je nach Ein­satz­stel­le schon auch noch ein biss­chen Unsi­cher­heit da im Herbst. Wie mache ich das jetzt? Direk­ter Kon­takt mit Men­schen, sei es im Kran­ken­haus oder in der Jugend­ar­beit, bei Tagen der Ori­en­tie­rung mit Schul­klas­sen. Und am Ende des Jah­res haben sie dann spür­bar eine per­sön­li­che Ent­wick­lung hin­ge­legt. Und ein knap­pes Jahr spä­ter steht dann die glei­che Per­son total sou­ve­rän vor einer Grup­pe, kann da ein­fach fle­xi­bel han­deln, aus­ge­stat­tet noch mal mit mehr Metho­den im Ruck­sack, um ins Leben gehen, das ist schön zu sehen.“ 

Interesse geweckt? Hier erfahren sie mehr über ein Freiwilliges Soziales Jahr und die Möglichkeiten im Bistum Passau:

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