Fünfte ökumenische Begegnung in Passau – Auf dem Weg zur Einheit in Freundschaft und Mission
In einer Zeit, in der viele Kirchen mit Mitgliederschwund und gesellschaftlicher Distanz kämpfen, setzt die fünfte ökumenisch-missionarische Begegnung in Passau bewusst auf Hoffnung und Aufbruch. Rund 40 engagierte Verantwortliche aus ökumenischen Netzwerken und Kirchen aus dem deutschsprachigen Raum kamen auf Einladung von Bischof Stefan Oster SDB im Spectrum Kirche zusammen, um sich über Freundschaft mit Gott und untereinander über die Konfessionsgrenzen hinweg auszutauschen — und sich der Frage zu stellen, wie Kirche heute missionarisch wirken kann. Unter den Teilnehmern waren auch der evangelische Regionalbischof aus München, Thomas Pietro Peral und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer.
„Ökumene lebt davon, dass wir uns nicht nur auf der Ebene von Strukturen begegnen, sondern auf der Ebene des Herzens – im Hören aufeinander und auf den Heiligen Geist”, erklärte Bischof Oster mit Blick auf den Charakter des Treffens. „Wenn wir uns in dieser Haltung und im echten Hören begegnen, kann Einheit wachsen.”
Die Teilnehmenden erlebten dabei selbst, was sie theoretisch diskutierten. Reinhardt Schink, Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland, resümierte: „Diese fünfte Begegnung zeigt, dass Bruder und Schwester zu sein viel mehr als nur eine fromme Floskel ist. Das von Gott geschenkte Miteinander hat eine Qualität, die in unserer individualistischen Gesellschaft hoch attraktiv ist und die Schönheit des Glaubens sichtbar macht. Zu so einer Kirche kommt man gerne.”
Das Programm war neben intensiven Gesprächen und einem ökumenischen Gebetsabend in der Home Base Passau von zwei zentralen Impulsen geprägt: Bischof Oster berichtete von seinen Erfahrungen bei der Weltsynode der katholischen Kirche und erläuterte die Methode des „synodalen Gesprächs”, bei dem es vor allem um das Hören im Heiligen Geist geht – ein Ansatz, der auch in der Tagung praktisch eingeübt wurde.
Markus Weimer, evangelischer Dekan im Kirchenbezirk Konstanz und ausgewiesener Experte für die Entwicklungen der Church of England hin zu einer „Mission Shaped Church”, stellte die Veränderungen der Anglikanischen Kirche in England dar: „Die Aufbrüche, die wir in der Church of England sehen, haben einen langen geschichtlichen Vorlauf. Sehr viele Impulse kamen aus der internationalen Anglikanischen Kirchengemeinschaft und führten zu einer neuen Reihenfolge: Die Missiologie formt die Ekklesiologie und nicht umgekehrt.”
Was in Passau als intensive Begegnung unter 40 Verantwortlichen begann, soll 2026 eine noch breitere Wirkung entfalten. Vom 19. bis 21. Juni 2026 findet in Augsburg ein großer Kongress statt, bei dem erstmals in ökumenischem Miteinander gezeigt werden soll, dass und wie Mission möglich ist. „Mission ist heute nicht nur möglich, sondern notwendig. Das Evangelium zu verkünden, ist Grundauftrag der Kirche”, erklärt Johannes Hartl, Sprecher und Gründer des Gebetshauses in Augsburg und einer der Organisatoren. Gemeinsam mit Bischof Oster, Reinhardt Schink und Frank Heinrich, von der Evangelischen Allianz in Deutschland, und weiteren Teilnehmern wird dieser Kongress geplant. Weitere Informationen zum Kongress werden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.


