Weltkirche

Ein besonderes Präsent im Reisegepäck

Redaktion am 09.06.2026

Info Icon Foto: Rüdiger Busch
Übergabe in den Vatikanischen Museen: (v. l.) Dr. Chiara Foti, Dr. Rosalia Pagliarani, Francesca Boschetti, Prof. Giandomenico Spinola, Monsignore Dr. Bernhard Kirchgessner, Dr. Alessandra Terrei und Dr. Serena Dominijanni.

Der Passauer Künstlerseelsorger Dr. Bernhard Kirchgessner hat den Vatikanischen Museen in Rom ein Aquarell des Künstlers Giacomo Manzù geschenkt.

(Von Rüdi­ger Busch / PNP). Pas­sau / Rom. Mit einem ganz beson­de­ren Prä­sent ist der aus Het­tin­gen stam­men­de Mon­si­gno­re Dr. Bern­hard Kirch­gess­ner kurz nach Pfings­ten nach Rom gereist: einem Aqua­rell des ita­lie­ni­schen Künst­lers Gia­co­mo Man­zù, das als Vor­la­ge für ein Por­tal des Peters­dom dien­te. Aber nicht nur das Geschenk war beson­ders, auch der Emp­fän­ger: die Vati­ka­ni­schen Muse­en. Mit gro­ßem Inter­es­se an dem Werkund Wort­endes Dan­kes und der Aner­ken­nung nahm Prof. Gian­do­me­ni­co Spi­no­la, kunst­his­to­ri­scher Vize­di­rek­tor der Vati­ka­ni­schen Muse­en, das Geschenk entgegen. 

An sei­nem 30. Geburts­tag war Kirch­gess­ner in Vene­dig erst­mals den Wer­ken des ita­lie­ni­schen Bild­hau­ers begeg­net. Von die­sem Zeit­punkt an lie­ßen mich die Skulp­tu­ren und Gra­fi­ken Gia­co­mo Man­zùs nicht mehr los“, erklärt der im nie­der­baye­ri­schen Pas­sau wir­ken­de Geist­li­chen, und ich begann sei­ne Wer­ke zu sammeln.“

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Mit großem Interesse nahmen die Expertinnen das Aquarell von Giacomo Manzù in Augenschein. Es ist nun Teil der 1973 gegründeten Abteilung für Gegenwartskunst in den Vatikanischen Museen.

Im Rah­men einer Man­zù-Aus­stel­lung im Dom­mu­se­um Salz­burg lern­te der Mon­si­gno­re Man­zús Ehe­frau Inge und Sohn Mile­to ken­nen. Inge Man­zù lud ihn nach Ardea in das Ate­lier des 1991 ver­stor­be­nen Bild­hau­ers ein, und Kirch­gess­ner konn­te auf dem als Col­le di Fico bekann­ten Anwe­sen des Künst­lers eine Viel­zahl von Plas­ti­ken bestau­nen und das ori­gi­nal erhal­te­ne Ate­lier besu­chen. Die­ser Besuch bil­de­te das Fun­da­ment für ein Buch Kirch­gess­ners über die von Man­zù gestal­te­ten Por­ta­le am Peters­dom, am Salz­bur­ger Dom und in Rot­ter­dam, das mit einem Inter­view von Inge Man­zù berei­chert wurde. 

Vor gerau­mer Zeit konn­te Mon­si­gno­re Kirch­gess­ner schließ­lich ein 1963 gemal­tes Aqua­rell Man­zùs erwer­ben, das den Tod Jesu, wie von den ita­lie­ni­schen Faschis­ten prak­ti­ziert, durch Erhän­gung zeigt. Dem kunst­be­flis­se­nen Geist­li­chen fiel sofort die Ähn­lich­keit zwi­schen der Zeich­nung und der Por­ta del­la mor­te, dem Tor des Todes in der Vor­hal­le des Peters­doms, auf. Die Ver­mu­tung Kirch­gess­ners, es hand­le sich um die Vor­la­ge für das Por­tal am Peters­dom, wur­de von den Sach­ver­stän­di­gen der Vati­ka­ni­schen Muse­en bestä­tigt, die sich sehr an die­sem Werk inter­es­siert zeigten.

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Mit großem Interesse nahmen die Expertinnen das Aquarell von Giacomo Manzù in Augenschein.

Auch des­halb ent­schloss sich Kirch­gess­ner zur Schen­kung des Werks Mor­te di Cris­to – Tod Chris­ti“, die nun voll­zo­gen wur­de. Im Rah­men eines Rom-Besu­ches hat er jüngst nach genau­er Prü­fung der Pro­ve­ni­enz durch das Gover­na­torat des Vati­kan­staa­tes das Aqua­rell als Geschenk den Vati­ka­ni­schen Muse­en über­las­sen. Es ist nun Teil der 1973 gegrün­de­ten Abtei­lung für Gegen­warts­kunst. Bei der Über­ga­be sag­te Vize-Direk­tor Prof. Spi­no­la: Dank groß­zü­gi­ger Wohl­tä­ter wie Sie, ver­ehr­ter Mon­si­gno­re, ist die­se Samm­lung ent­stan­den und kann nun weiterwachsen.“ 

Neben Spi­no­la nah­men wei­te­re Mit­ar­bei­ter der Vati­ka­ni­schen Muse­en das Kunst­werk mit gro­ßem Inter­es­se in Augen­schein und spen­de­ten bei der Über­ga­be Bei­fall. Mit dabei waren Fran­ce­s­ca Boschet­ti, Kura­to­rin der Samm­lung moder­ner und zeit­ge­nös­si­scher Kunst, Dr. Rosa­lia Pagli­a­ra­ni, Lei­tung der Abtei­lung moder­ne und zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Dr. Chia­ra Foti, Lei­tung Inven­tar und ver­ant­wort­lich für die Her­aus­ga­be der Kata­lo­ge der Vati­ka­ni­schen Muse­en, sowie die bei­den Restau­ra­to­rin­nen Dr. Ales­san­dra Ter­rei und Dr. Sere­na Dominijanni. 

Die Vati­ka­ni­schen Muse­en sind eine der größ­ten und bedeu­tends­ten Kunst­samm­lun­gen der Welt. Sie umfas­sen über 70. 000 Expo­na­te in den his­to­ri­schen Paläs­ten des Vati­kans. Der spek­ta­ku­lä­re Rund­gang führt durch anti­ke Sta­tu­en, Meis­ter­wer­ke der Renais­sance und endet in der welt­be­rühm­ten Six­ti­ni­schen Kapel­le, wo Michel­an­ge­los atem­be­rau­ben­de Decken­ge­mäl­de die Bli­cke auf sich zie­hen. Pro Jahr zäh­len die Muse­en etwa 6 Mil­lio­nen Besu­cher. Und die kön­nen sich künf­tig auch ein Werk anschau­en, das zuvor in Dr. Bern­hard Kirch­gess­ners Wohn­zim­mer in Pas­sau hing…

Text: Rüdi­ger Busch / PNP

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