Soziales

Frauen lassen die Arbeit ruhen

Redaktion am 26.02.2026

Am 9. März 2026 soll die Arbeit ruhen – zumindest die der Frauen. In Deutschland und weltweit ist ein großer Frauenstreik geplant. Was das bewirken kann, haben Isländerinnen 1975 gezeigt, als ihr Land faktisch zum Stillstand kam. Auch in der Region Passau hat sich eine Gruppe gegründet, die Frauenstreiks in Passau und Vilshofen plant. Tanja Kemper, Bildungsreferentin des KDFB-Diözesanverbands Passau, gehört zu den Initiatorinnen und stellt das Ziel des globalen Streiktags heraus: „Der Frauenstreik soll sichtbar machen, was gemeinhin als selbstverständlich betrachtet wird: die Arbeit von Frauen, ob bezahlt oder unbezahlt.“

Unter Feder­füh­rung der Platt­form ENOUGH!“ soll mit dem Gene­ral­streik ein viel­stim­mi­ger, kol­lek­ti­ver Auf­schrei erfol­gen, der deut­lich macht, dass Frau­en genug haben: Genug von einem patri­ar­cha­len Sys­tem, das auf Gewalt, Aus­beu­tung, Dis­kri­mi­nie­rung und Ungleich­heit beruht. Welt­weit wer­den Frau­en­rech­te ange­grif­fen. Wir akzep­tie­ren nicht, dass Geld und Macht über dem Wohl von Men­schen und dem Pla­ne­ten ste­hen. Wir wol­len Ver­än­de­rung – viel­fäl­tig, soli­da­risch, gemein­sam“, so der offi­zi­el­le Text der Platt­form, den auch die Regio­nal­grup­pe über­nom­men hat. Frau­en­rech­te muss­ten in der Ver­gan­gen­heit immer hart erstrit­ten wer­den, etwa von den Suf­fra­get­ten“, die Anfang des 20. Jahr­hun­derts für das Frau­en­stimm­recht kämpf­ten. Die aktu­el­le welt­po­li­ti­sche Lage und die anhal­ten­den Unge­rech­tig­kei­ten machen es erfor­der­lich, wei­ter­hin laut­stark für Frau­en­rech­te ein­zu­ste­hen. Die Idee, dafür einen kol­lek­ti­ven Frau­en­streik­tag zu eta­blie­ren, wur­de von vier Frau­en im Mai 2025 gebo­ren. Allein in Deutsch­land haben sich nach Anga­ben der Initia­ti­ve inzwi­schen in 36 Regio­nen Grup­pen gegrün­det, glo­bal sind es über 50. Gestreikt wird bei­spiels­wei­se auch in New York, Bue­nos Aires und Lima. Das Datum ist kein Zufall. Mit dem Frau­en­ge­neral­streik wird bewusst der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag am 8. März, der in die­sem Jahr auf einen Sonn­tag fällt, ver­län­gert. Die For­men des Pro­tes­tes wer­den viel­fäl­tig sein und sol­len an die jewei­li­ge Lebens­rea­li­tät ange­passt wer­den. Wir wün­schen uns, dass die Frau­en am 9. März bewusst sagen: Es ist genug – ich mache heu­te nichts!‘ Jede streikt nach ihren Mög­lich­kei­ten. Das geht auch zu Hau­se, wenn bei­spiels­wei­se mor­gens kei­ne Brot­zeit geschmiert oder am Abend kein Essen gekocht wird“, führt Kem­per aus. Gleich­zei­tig wün­schen sich die Mit­glie­der der Regio­nal­grup­pe eine rege Betei­li­gung an den bei­den regio­na­len Protestaktionen. 

Wich­tig: Es han­delt sich aus­drück­lich nicht um Streiks im tarif­recht­li­chen Sinn. Wer teil­nimmt, ist dem­nach nicht vom Streik­recht geschützt. Viel­mehr neh­men sich die Frau­en selbst frei. In Pas­sau nimmt der Frau­en­streik des­halb die Form einer ver­län­ger­ten Mit­tags­pau­se an. Er läuft von 12 bis 14 Uhr im Klos­ter­gar­ten. Zum Aus­klang wird um 15:20 Uhr im Pas­sau­er Cine­plex der Film über den bahn­bre­chen­den islän­di­schen Frau­en­streik vor 50 Jah­ren Ein Tag ohne Frau­en“ gezeigt. In Vils­ho­fen fin­det der Frau­en­streik von 15 bis 17 Uhr am Stadt­platz statt. Die Teil­neh­me­rin­nen erwar­tet Musik, Tanz, Infos, freie Zeit zum Pau­se machen auf den Lie­ge­stüh­len des KDFB mit der Auf­schrift Frau. Macht. Pau­se. Und die Welt steht still“, Pick­nick (bit­te selbst mit­brin­gen) und viel Frau­en­so­li­da­ri­tät. Die­se Soli­da­ri­tät soll auch in einer Mit­macht­ak­ti­on sicht­bar wer­den. Der­zeit fragt die Regio­nal­grup­pe Poli­ti­ke­rin­nen aller demo­kra­ti­schen Par­tei­en um ein kur­zes State­ment an. Jede Poli­ti­ke­rin nennt ihr per­sön­li­ches Genug“. Auch alle Mit­strei­ke­rin­nen kön­nen schließ­lich auf­schrei­ben, wovon sie genug haben. Das Mit­ein­an­der ver­schie­dens­ter Frak­tio­nen, aber auch unter­schied­lichs­ter Frau­en, soll zei­gen: In Sachen Frau­en­rech­te ste­hen wir zusam­men“, so Kemper.

Text: KDFB

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