Zu Beginn wandte er sich an alle Mitfeiernden in der Kirche und an den Bildschirmen: „Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Herrn – heute geht es ums Ganze. Um nichts weniger als ums Leben. Existenziell.“ Die biblischen Texte dieses Sonntags, so erklärte er, eröffneten den Blick auf Fragen, die „über dieses Leben hinausreichen“. Die Theologie nenne das Eschatologie, das Nachdenken über die letzten Dinge.
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Um diesen Gedanken greifbar zu machen, erzählte Haslberger die Geschichte zweier Jungen, die beim Erkunden der Umgebung auf eine hohe Mauer stoßen. Neugierig laufen sie darauf entlang, bis die Mauer plötzlich endet – vor einem tiefen Abgrund. Unten verläuft ein Weg, der zurück zu ihrem Zuhause führt, doch der Rückweg über die Mauer wäre viel zu weit. In ihrer Unsicherheit sehen sie unten einen Mann stehen. „Komm, spring! Ich fange dich auf!“, rief er hinauf. Einer der Jungen springt tatsächlich – und landet sicher in den Armen des Mannes. Der andere aber zögert und bleibt stehen. Der springende Junge habe erkannt, so der Pfarrer, dass es sein Vater war. „Er konnte springen, weil er wusste, dass sein Vater ein guter, liebender und verantwortungsvoller Mensch ist.“ Vertrauen sei der Schlüssel.
Diese Erfahrung übertrug Pfarrer Haslberger auf den Advent. Die Zeit der Lichter lade dazu ein, sich neu auf Gott einzulassen: „Wenn wir ihn kennen, wenn wir ihm vertrauen, dann kann er uns auffangen, uns durch dunkle Zeiten tragen und uns begleiten, besonders dort, wo wir Abgründe spüren.“ Doch Vertrauen, so betonte er, brauche eine eigene Entscheidung und die Bereitschaft, sich auf Gott einzulassen. Die Gemeinde komme zusammen, um sich gegenseitig zu stärken und daran zu erinnern, dass niemand den Glaubensweg allein gehen müsse.
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kinderchor Ortenburg unter der Leitung von Sandra Haslinger gestaltet, unterstützt von Organistin Melanie Hoenika, die den adventlichen Charakter des Gottesdienstes eindrucksvoll unterstrichen.




