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Bischof Stefan Oster feierte mit zahlreichen Gläubigen im Stephansdom, vor den TV-Bildschirmen und im Internet die Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstag und sprach in seiner Predigt über Machtmissbrauch und die wahre Freiheit des Menschen.
Bei der Predigt am Gründonnerstag im Stephansdom sprach Bischof Oster über Macht, Erlösung und die wahre Freiheit des Menschen. Wenn man die Menschheitsgeschichte betrachte, sehe man große und schöne Ereignisse, aber auch viele Tragödien. „Fast immer hätten diese Tragödien mit dem Missbrauch von Macht und Gewalt zu tun“, so Bischof Stefan. Gleichzeitig brauche jede Gemeinschaft Autorität und Leitung, also auch Macht. Doch durch das gebrochene Menschsein liege in uns allen die Versuchung, Macht zu missbrauchen, andere klein zu halten und sich selbst groß zu machen.
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Gott habe sein Volk Israel aus der Unterdrückung des Pharao in Ägypten befreit und in die Freiheit geführt. Dennoch sei diese Befreiung zunächst eine äußere Befreiung gewesen. Deshalb sei im Volk Israel die Sehnsucht nach einer tieferen Befreiung gewachsen, nach einer Erneuerung des Herzens.
„Wenn die Welt aus dem Missbrauch von Macht ihre Tragödien erlebt, dann dient der Erlöser, der auf dem Höhepunkt seines Wirkens in dieser Welt ist, mit dem letzten Sklavendienst in der Fußwaschung. Und mit einem noch größeren Sklavendienst, indem er freiwillig aus Liebe sich foltern, kreuzigen und töten lässt.”
Hier können Sie sich die Predigt anhören:
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Im Neuen Testament werde Jesus als der neue Befreier dargestellt. Er führe die Menschen nicht in ein eigenes Land, sondern in das Reich Gottes. Die eigentlichen Mächte, die den Menschen gefangen hielten, seien Sünde, Tod und das Böse. Jesus überwinde diese Mächte nicht durch Gewalt, sondern durch Demut und Liebe. In der Fußwaschung und am Kreuz zeige sich diese Liebe, dieser unglaubliche Sklavendienst des Sohn Gottes, in radikaler Weise.
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„Bitte glaubt mir, ich bin da. Bitte glaubt mir, dass ihr euch von mir und meiner Gegenwart wirklich nähren könnt. Bitte glaubt mir, dass Meine demütige, liebende Gegenwart euch durch alles hindurch trägt, was auch kommen mag. Bitte glaubt mir. Tut es zu meinem Gedächtnis.”
Der Bischof zitierte sinngemäß die Worte Jesu, man solle ihm glauben, dass er mit seiner Liebe alle Tage da sei, „bis ans Ende der Welt“. Unsere Rettung, so Bischof Stefan, „hängt vom Vertrauen auf den ab, der durch den dunkelsten Tunnel der Menschheit vorausgegangen ist“, damit am Ende wieder das Licht erscheine.
Nach der rituellen Fußwaschung und der Eucharistiefeier führte Bischof Stefan eine Prozession in die Andreaskapelle an, wo des Leidens Jesu am Ölberg gedacht wurde. Für die feierliche musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgte das Frauenstimmenensemble der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger sowie Domorganist Ludwig Ruckdeschel.



