Bild: Thomas König
Am Montagabend wurde in der Wallfahrtskirche Mariahilf in Passau der Heilige Bruder Konrad gefeiert. Der Patron des Bistums Passau schrieb einmal in einem seiner Briefe: „Bei der Liebe Gottes, kenne ich kein Ende“. Nach dem Festgottesdienst hatten die Gläubigen noch die Gelegenheit zur Einzelsegnung mit Reliquien des Heiligen.
Der Gottesdienst auf Mariahilf fand im Rahmen der 11. Maria-Hilf-Woche statt – außerdem am Hochfest Peter und Paul, dem Fundament der katholischen Kirche, wie Prior im Kloster und Wallfahrtsrektor P. Jakob Zarzycki OSPPE in seinen Begrüßungsworten an die Gläubigen betonte. Damit galt es an dem Festtag drei Heilige zu feiern, der Heilige Bruder habe seinen festen Platz in der Maria-Hilf-Woche und dürfe hier nicht fehlen, so der Prior. In den Grußworten verwies er weiter auf das Lebenswerk des Heiligen Bruder Konrad, seine Wirkstätte im Kloster St. Anna in Altötting, wo der Heilige als Pförtner und Seelsorger immer für die Armen und Schwachen eintrat. Und er sei ein eifriger Wallfahrer gewesen – regelmäßig führte ihn sein Glauben auch nach Mariahilf in Passau, so der Prior.
Das griff auch Pfarrer Gunther Drescher in seiner Predigt auf. Pfarrer Drescher ist der 1. Vorsitzende des Bruder-Konrad-Vereins Parzham e. V. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geburtshaus des Heiligen Bruder Konrad in Parzham zu erhalten und die Wallfahrt zu fördern. Pfarrer Drescher brachte auch die Reliquien für die Einzelsegnung nach Passau mit. Und er hatte den Schlüssel zur Sakristei in der Wallfahrtskirche Maria Schutz auf dem Kronberg in Bad Griesbach im Gepäck. Der heilige Bruder Konrad sei immer wieder in diese Wallfahrtskirche gegangen, um dort den Gottesdienst mitzufeiern, ebenso wie nach Mariahilf, erklärte Pfarrer Drescher.
„Bei der Liebe Gottes, kenne ich kein Ende!”
In Bezug auf das Evangelium des Tages sagte Pfarrer Gunther Drescher in seiner Predigt: „Es war von mehreren Schlüsseln des Himmelreiches die Rede. Und Petrus wurden eben diese Schlüssel anvertraut, für seinen Dienst in der Kirche. Um in diesem Dienst zu schützen, zu bewahren, zusammenzuführen und auch immer wieder zu helfen. Und Petrus wird auch immer wieder dargestellt mit einem Schlüssel. Daran erkennen wir ihn als den heiligen Petrus. Und wenn wir nun unseren heiligen Bruder Konrad von Parzham betrachten, wie er oftmals dargestellt wird, auch mit einem Schlüssel, weil er den Pförtnerdienst übernommen hat im Kloster in Altötting — und als Pförtner war es seine Aufgabe, zu öffnen, zu bewahren, zu schützen und eben auch Menschen zu helfen.“ Mit seinem Schlüssel öffnete der Bruder Konrad den Menschen die Tür, die Pforte, so der Pfarrer in seiner Predigt. Aber noch mehr – er habe ihnen mit seinem Schlüssel auch die Tür zum Glauben geöffnet.
„Bruder Konrad hat mit den Menschen auch immer gebetet. Er hat ihnen den Zugang zum Glauben erschlossen, geöffnet. Auch dafür diente sein Schlüssel!”
Nach dem Festgottesdienst hatten die Gläubigen noch die Gelegenheit zur Einzelsegnung mit Reliquien des Heiligen. Die gelungene musikalische Gestaltung des Abends übernahm einmal mehr die Kirchenmusik im Bistum Passau. Es wirkten: Andrea Fitz, Sopran, Barbara Blumenstingl, Mezzosopran und Flöte und die stv. Domkapellmeisterin Brigitte Fruth an der Orgel.
Hier können Sie das musikalische Programm und die aufgeführten Musikstücke der Kirchenmusik einsehen:
Zum Abschluss des Tages lud das Kloster noch zu einem Stehempfang im Innenhof der Wallfahrtskirche ein. Die Türme der Kirche werden aktuell restauriert, dass die Kirche zum 800-jährigen Jubiläum 2027 wieder in vollem Glanz erstrahlen kann. Im Rahmen der Maria-Hilf-Woche werden dieses Jahr, neben der Mariahilfstiege, erstmals auch die Türme in blaues Licht gehüllt. Der Passauer Künstler Hubert Huber zeichnet hierfür verantwortlich.

